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Bürgerforum Bad Wörishofen für Sicherheitswacht
(Bildquelle: Bürgerforum Bad Wörishofen)
 
Unterallgäu - Bad Wörishofen
Freitag, 23. Mai 2014

Trotzdem soll zusätzlich eine Sicherheitswacht kommen

Statistik bestätigt exzellente Sicherheit in Bad Wörishofen

Berichte über Einbruchsserien und aufsehenerregenden Straftaten auf der einen Seite, eine hervorragende Kriminalstatistik auf der anderen Seite sind die Auslöser für die aktuelle Diskussion auf dem Stammtisch des Bürgerforums Bad Wörishofen. Der Leiter der Polizeiinspektion, Erster Polizeihauptkommissar Thomas Maier, referierte beim jüngsten Treffen des Bürgerforums zum Thema „Wie sicher sind wir in Bad Wörishofen?“.

Aus dem Stadtrat konnten die Fraktionsvorsitzenden der CSU Christiane-Maria Rapp und der Freien Wähler, Wolfgang Hützler unter den Besuchern begrüßt werden, ferner die Finanzreferentin des Stadtrates Michaela Bahle-Schmid (CSU). Der Erste Vorsitzende des Bürgerforums Michael Moser führte mit Schlagzeilen und Berichten aus der Mindelheimer Zeitung und Unterallgäu Rundschau in das Thema der Runde „Wie sicher sind wir in Bad Wörishofen?“ ein.

Die Berichte spannen einen weiten Bogen, wie Michael Moser darstellte, von „Einbruchsserie hält die Polizei in Atem“ (12.Januar 2012) bis hin zu „Sicher wie sonst kaum irgendwo“ (04.April 2013). Jüngst hatten auch Meldungen von Vandalismus, einem Handtaschenraub in der Innenstadt und einer Vergewaltigung für Schlagzeilen gesorgt.  Der Blick in die „Kriminalstatistik“ zeige hingegen eine deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegende Häufigkeitszahl von Straftaten und eine erhebliche Aufklärungsquote.

Der Bad Wörishofer Polizeichef Maier erläuterte an Hand der Fallzahlen, wie sicher die Lage tatsächlich ist: im Jahr 2013 wurden im Stadtgebiet von Bad Wörishofen 688 Straftaten erfasst. Aufgeklärt werden konnten davon 434 (entspricht 63,1 %), die 379 Tatverdächtigen zugeschrieben werden. Damit liege die Kriminalitätsquote in der Bevölkerung bei lediglich etwa 2 %. In Ballungsräumen mit Brennpunkten, wie München und anderen Großstädten, habe man bei diesem Wert schnell mal 10 %, wusste Maier zu berichten.

Im Einzelnen wurden 109 Gewaltdelikte, überwiegend im häuslichen Bereich begangen, und 116 Fälle von Straßenkriminalität (dazu gehören alle Straftaten auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen) verzeichnet.

Wichtige Hinweise über begangene oder bevorstehende Straftaten, besonders auch Einbrüche, können aufmerksame Nachbarn der Polizei liefern. Maier appellierte, dass mehr Bürger zum Telefon greifen und der Polizei berichten, wenn sie verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben. „Wenn es gelingt, einen Tatverdächtigen, der ein Objekt auskundschaftet, bereits in dieser Vorbereitungsphase zu stören, lässt er sehr häufig von seinem Vorhaben ab.“ Das sei ein effektiver Schutz vor den Einbrüchen in Wohn-und Geschäftshäuser.

Auch die Videoüberwachung im privaten Bereich habe sich zur Kriminalitätsbekämpfung bewährt, betont der erfahrene Polizeibeamte.  Kaum ein Einbrecher rechnet damit, dass von ihm auf der Terrasse des Anwesens, in das er gerade einzubrechen gedenkt, ein Foto oder Film geschossen wird. Diese Aufnahmen liefern der Polizei jedoch ganz wesentliche Hinweise zur Ergreifung eines Täters. Bei der Installation und Aufzeichnung derartiger Bilder sei der Datenschutz zu beachten. Auf das eigene Grundstück begrenzt, gibt es aber keine rechtlichen Probleme, bestätigte Thomas Maier.

Wer sein Eigenheim vor Einbruch effektiv schützen wolle, sollte sich an die Kriminalpolizeiinspektion in Memmingen (Tel. 08331-100-217) wenden. Die dortige Inspektion hat erfahrene Beamte eingesetzt, die Eigenheimbesitzer und Gewerbetreibende fachkundig unterstützen. In einem Fall aus Bad Wörishofen, so wusste der Polizeichef zu berichten, hatten sich die Einbrecher „die Zähne ausgebissen“ an einer einbruchhemmenden Tür. Es verblieb ein erheblicher Beschädigungsschaden, zum Einbruch kam es aber nicht.

Schließlich stellte der Polizeichef die Sicherheitswacht vor. Die Sicherheitswacht ist in Bayern eine Institution nach dem Sicherheitswachtgesetz. Hier sind Zivilpersonen, beispielsweise Rentner oder andere Freiwillige für maximal 15 Stunden im Monat im Einsatz. Der Blick nach Mindelheim und Buchloe zeige, dass die Sicherheitswacht ein Erfolgsmodell sei. Auch für Veranstalter sei die Sicherheitswacht eine willkommene Entlastung. Wenn es nämlich bei Eishockeyspielen oder in Festzelten zu einem erheblichen Besucherandrang kommt, könne es schnell mal dazu kommen, dass eine Veranstaltung mit 4000 Gästen durch 40 Ordner des Veranstalters abgesichert werden müsse. Die wenigsten Vereine verfügen über dieses Potenzial an Aktiven. Auch hier könne die Sicherheitswacht helfen.

Im Hinblick auf die Befürchtungen der Personalauswahl und der Sicherheit der Ehrenamtlichen für diese Tätigkeit in der Sicherheitswacht gab Thomas Maier Entwarnung. Die Personalauswahl und Ausbildung obliegt der Polizei. Es können nur gut beleumundete Bürgerinnen und Bürger im Alter bis 60 Jahren in der Sicherheitswacht aktiven Dienst versehen. Das End-Alter ist bei 65 Jahren.

Bewerbungen aus der Bürgerschaft gibt es noch nicht, erst müsse der Stadtrat entscheiden, ob er eine Sicherheitswacht wolle oder nicht.  Maier sieht die Sicherheitswacht weit entfernt von „Schwarzen Sherrifs“, er stellt diesen Dienst unter das Motto „Bürger für Bürger“.

In der Diskussion wies der Vorsitzende des Bürgerforums, Michael Moser, darauf hin, dass in Bad Wörishofen auch aufgrund der demographischen Lage und der Vielzahl von Gästen und Besuchern ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis besteht. Zudem bezeichnete er Sicherheit am Ort als werbenden „Standortfaktor“ für den Zuzug von Menschen und die Ansiedlung von Geschäften und Unternehmen.  Die Mitglieder des „Bürgerforums“ und die Anwesenden sind für eine Einführung der Sicherheitswacht.

Der zweite Vorsitzende des Bürgerforums, Dr. Heinrich Dietz, betonte die überparteiliche Ausrichtung des Vereins. „Hier wird bürgerschaftliches Engagement, der Austausch unter interessierten Bürgerinnen und Bürgern gepflegt und Ideen und Anregungen in die Gremien der Stadt transportiert.“, betonte Dr. Dietz und lud die Anwesenden zur Mitwirkung im Bürgerforum ein. Das Bürgerforum trifft sich wieder am 24. Juli 2014. Der Schwerpunkt der nächsten Veranstaltung wird die „städtebauliche Entwicklung“ und die Planung der Dreifachturnhalle in der Innenstadt sein (siehe dazu eigenständiger Bericht).


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
bürgerforumbadwörishofen sicherheit sicherheitswacht



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