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Gesunde Schuhe Markus Nöß in diesem Jahr auf dem Pfrontener Trachtenmarkt
(Bildquelle: Pfronten Tourismus, M. Lukaszewski)
 
Ostallgäu - Pfronten
Montag, 14. September 2015

Ein Allgäuer Traditions-Schuhmacher stellt sich vor

Zusammen mit dem Traditions-Schuhmachermeister Markus Nöß in Pfronten schenken wir Dir in dieser Woche etwas, was Du bis an Dein Lebensende tragen wirst. Ein exklusives Paar Haferlschuh, maßangefertigt nach Deinen ganz persönlichen Anforderungen – im Wert von rund 1.000 Euro !

Dazu stellen wir in dieser Woche das Traditions-Schuhhaus Nöß in Pfronten genauer vor, erfahren Interessantes rund um die Herstellung von Haferlschuhen, werfen einen Blick in die Werkstatt und finden heraus, warum sich der Haferlschuh zu einem echten Mythos entwickelt hat.

Die Geschichte des Pfrontener Traditions-Schuhhauses ist lang, immerhin feiert das Unternehmen in diesem Jahr schon sein 150-jähriges Bestehen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Grundstock dafür gelegt, erzählt Seniorchef und Schuhmachermeister Xaver Nöß. Das war auch die Zeit, in der der Haferlschuh immer mehr bekannt wurde:

Die Schuhmacherei hat sich damals immer mehr vergrößert, mein Vater hat damals laufend neue Schuhe angefertigt, das Geschäft lief sehr gut. Der Haferlschuh, das ging dann los etwa um die Jahrhundertwende. Da hat man gehört, dass es in Oberstdorf einen tollen Schuhmacher gibt, der macht Haferlschuh und Jägerschuh, wie man damals gesagt hat. Beim Jägerschuh muss die Form vorne vorstehen vor der Sohle, die sind speziell für Jäger und Waldarbeiter gemacht worden, die konnten dann viel besser laufen im steilen Gelände.

So wurden in Pfronten schon zur damaligen Jahrhundertwende viele paar Haferlschuh gefertigt. Das Schuhhaus Nöß war zu diesen Zeiten auch nicht das einzige Haus im Ort. Nach dem Krieg waren es in Pfronten insgesamt 17 selbstständige Schuhmacher, sagt Xaver Nöß:

Das ging dann die ersten paar Jahre so bis etwa 1950 ganz gut, denn die ganze Bevölkerung, die hat ja keinen handgemachten Schuh mehr gehabt. Von 48 bis 50 etwa hat jeder so seine ein, zwei oder drei paar Schuhe anfertigen lassen und auf einmal war Stop. Damals ist die Konjunktur von Reißzweckfabriken und dergleichen losgegangen. Das war dann die Umstellung, viele Schuhmacher gingen dann in die Fabrik. Übrig geblieben sind damals nur noch drei oder vier Schuhmacher in Pfronten, heute gibt es nur noch zwei.

Nach 150 Jahren hat sich an der grundsätzlichen Philosophie des Unternehmen nichts geändert. An oberster Stelle steht dabei immer noch die sogenannte Passgenauigkeit. Auch beim Haferlschuh ist das der wichtigste Punkt, erklärt Geschäftsführer und Schuhmachermeister Markus Nöß. Jeder Schuh ist eben ein Unikat:

Wir machen ja andere Maßschuhe auch, nicht nur Haferlschuhe, auch Bergschuhe. Früher hat man auch Holzerschuhe gemacht, ganz stabile Bergschuhe, die durch eine spezielle Machart wasserdicht waren. Ein Schuh, der einfach langlebig gewesen ist, wo auch ganz wenig dran war, was kaputt gehen konnte. Ein Schuh aus einem Stück gemacht ohne eine weitere Naht, einfach ein Schuh für lange Zeit. Das machen wir noch heute.

Zu dem Angebot des Hauses gehören neben Haferlschuhen auch alle Arten von orthopädischem Schuhwerk, dazu vom modischen Bequemschuh bis hin zu Berg- und Wanderschuhen, alles nach Maß. Für seinen Beruf hat Markus Nöß über drei Jahre lang gelernt, auf seinen Werdegang blickt er gerne zurück:

Ich hab vor 25 Jahren daheim eine Lehre zum Schuhmacher gemacht, hab dann weitergemacht zum Orthopädieschuhmacher weil ich einfach gemerkt habe, dass das viel interessanter ist. Für mich ist es schon noch eine sehr wichtige Motivation, den Leuten auch zu helfen Schmerzen zu nehmen. Es ist einfach schön, wenn einer glücklich aus dem Laden hinausgeht und sagt jetzt lauf ich leichter, das ist einfach ein tolles Gefühl.

Es ist ein Handwerk, das man, wie die Schuhe die daraus entstehen, ein Leben lang trägt, ergänzt Seniorchef Xaver Nöß.

Weil man da sehr kreativ arbeiten kann und das macht mir immer noch jeden Tag Spass. Ich bin ja jetzt auch schon Ende 80 aber ich geh jeden Tag gerne in die Werkstatt - ja das gibt es auch noch.

Insgesamt besitzt der Seniorchef übrigens drei paar Haferlschuhe, die jeweils bei verschiedenen Anlässen getragen werden.

In der "Haferlschuh-Woche" erfahren Sie morgen am Dienstag, wie die Passgenauigkeit garantiert werden kann und wann ein Schuh auch ein wirklich gesunder Schuh ist. Dazu hören Sie, wie eine Fussanalyse oder Vermessung eines Schuhs genau ablaufen und welche orthopädischen Möglichkeiten es dabei gibt.

Die "AllgäuHIT Haferlschuh-Woche" geht noch bis zum kommenden Freitag, unter allen eingegangenen Mails verlosen wir zum Ende der Woche ein exklusives Paar Haferlschuh, maßangefertigt nach Deinen ganz persönlichen Anforderungen – im Wert von rund 1.000 Euro!

Schreib uns ein Mail an studio@allgaeuhit.de und sag uns, warum Du unbedingt jetzt endlich Dein eigenes Paar Haferlschuh brauchst und welches der erste Anlass sein wird, an dem Du es tragen wirst.


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
Handwerk Tradition Haferlschuh Tracht


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