Moderator: Thomas Häuslinger
mit Thomas Häuslinger
 
 
Blumenkränze zu den Pfrontener Viehscheiddäg
(Bildquelle: Tourismus Pfronten)
 
Ostallgäu - Pfronten
Donnerstag, 5. September 2019

Beginn der Pfrontener Viehscheid-Däg

Erstmals mit einem "Schwend-Tag"

Die Viehscheid-Däg zeigen vom 07. bis zum 21. September 2019 mit vielen Angeboten die Vielfalt der heimischen Alp-und Berglandwirtschaft. Bereits zum 11ten Mal vermittelt ein dichtgedrängtes Programm, dass die traditionelle Berglandwirtschaft in den Alpen dem Gemeinwohl dient. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kaufbeuren ergänzt den Auftakt am Montag, 09.09 ab 08:00 Uhr mit einem Pflegetag auf der Bärenmoosalpe.

Viehscheid-Däg, denn Viehscheid ist mehr als nur ein großes Fest

Mit einem erstmals angebotenen „Schwend-Tag“ ergänzt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kaufbeuren die zweiwöchigen Viehscheid-Däg in der 13-Dörfer Gemeinde. Am Montag, 09 September können Einheimische wie Gäste selbst als Landschaftspfleger aktiv werden und unter fachlicher Anleitung im Weidegebiet wild angewachsene Gehölze entfernen. Mit diesem „Schwenden“ genannten Rohdungen werden die Alpweiden offen gehalten und bieten so Lebensräume für Tiere und Pflanzen, die sonst in der natürlichen Wiederbewaldung verschwinden würden. Zugleich würde die Futtergrundlage für das Alpvieh entzogen werden. So wäre mit Aufgabe der Alpwirtschaft die Landschaft weniger attraktiv und auch weniger Einkehrmöglichkeiten für Wanderer geboten. Gerade die für die Allgäuer Berge so typischen kleineren Alphütten, bieten im Gegensatz zu den großen anonymen Bergrestaurants an den Bergbahnen, besser Gelegenheit untereinander und mit den Alphirten selbst ins Gespräch zu kommen.

Die Helfer treffen sich am 09. September um 08:00 Uhr an der Fallmühle im Achtal. Von dort geht es unter fachlich begleitet hinauf zur Bärenmoosalpe. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne vorherige Anmeldung möglich. Die Teilnehmer sollten Verpflegung (Trinkflasche), festes Schuhwerk, zweckmäßige Kleidung und nach Möglichkeit Arbeitshandschuhe mitbringen. Zur Belohnung gibt es für alle Helfer mittags ein regionales Essen aus heimischer Jagd unter freiem Himmel und nach der Pflegeaktion eine gemütliche Einkehr in der Bärenmoosalp.

Schon am nächsten Tag werden die Viehscheid-Däg mit dem ersten von dreie heuer neuen Aktionstagen fortgesetzt. Jeweils an den Nachmittagen am Dienstag, 10.09; Donnerstag, 12.09. und Donnerstag, 17.09 bieten räumlich konzentriert Handwerker und Einzelhändler exklusive Einblicke in ihr Können. 3 Aktionstage zur Viehscheid mit offenen Werkstätten, aus der Region für die Region Immer mehr Menschen sind regionale Herkunft der Rohstoffe und deren sorgfältige Verarbeitung wichtig, sie schätzen die Langlebigkeit der Produkte und setzen mit ihrer Wertschätzung ein deutliches Zeichen gegen die globalisierte und schnelllebige Konsumwelt. In diesem Sinne zeigen die Aktionstage handwerkliches Können direkt vor Ort in der Werkstatt. In der Kunstschmiede Hummelbauer in Pfronten-Heitlern können die Besucher erleben, wie Schellen geschmiedet werden (und jede oft fälschlich als Kuhglocke bezeichnete Schelle einen individuellen Klang hat), die am Viehscheidtag so prachtvollen Blumenkränze für die Leitrinder gebunden werden, so genannte Hoinzen, mit denen früher das Heu in der Landschaft getrocknet wurde, aus Holz hergestellt werden und wie die für das Mähen der Bergwiesen unerlässlichen Sensen geschärft (gedengelt) werden.

Am Donnerstag, 12.09 bieten rund um das Pfrontener Blumengeschäft „Blumenfehla“ Handwerker und Händler Einblicke in das Klöppeln (Heimathaus), Schneidern von Trachtenschürzen („Alpenstyle“), Binden von floralen Kopfschmuck passend zur Viehscheid. Außerdem wird mit musikalischer Begleitung ein neues Sagenbuch vorgestellt („Schreibwaren Ortner“). Am Donnerstag, 19.09 können die Gäste dann in Pfronten-Steinach selbst Herbstkränze aus Wildblumen binden („Schneider Floristik“), einem Schuhmachermeister beim Schustern von Haferlschuhen über die Schulter blicken oder in einem Wochenkurs selbst herstellen. Außerdem bietet die „Handweberei Hechenberger“ eine „offene Webstube“. Familie Hechenberger zeigt wie aus Schafwolle dichtflorige Teppiche entstehen oder die im Allgäu Flecklesteppich genannten Baumwollläufer mit den charakteristischen „Zöpfchenmuster“ hergestellt werden.

Heimische Landwirtschaft erklärt von Pfrontens Bergwiesenkönigin

An den beiden Donnerstagen informiert die Pfrontener Bergwiesenkönigin Anna I. mit Milchspezialitäten über die Leistungen der Berglandwirtschaft. Anna ist selbst Bäuerin und leidenschaftliche Botschafterin für die alpinen Kulturlandschaft. Als Vollerwerbslandwirtin schwärmt Anna nicht nur für die Bergwiesen, sondern trägt selbst mit dem elterlichen Betrieb durch die Bewirtschaftung für deren Erhalt bei. „Für mich ist mein Beruf zugleich Berufung. Der verantwortungsvolle Umgang mit Menschen, Tieren und Maschinen ist mir ganz wichtig, denn wir Bergbauern produzieren gerade bei uns im Alpenraum weit mehr als nur gesunde Lebensmittel. Unsere Landbewirtschaftung dient auch dem Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen wie zum Beispiel dem Gewässer und Trinkwasserschutz“ gibt sich Anna überzeugt. Neben den Informationsständen an den beiden Donnerstagen, wird die junge Agrartechnikerin am Mittwoch, 11.09 auf der Alpe »Kalbelehof«, in Blumengeschäften und direkt und sehr persönlich am Montag, 16.09 auf ihrem Familienhof über die Leistungen der heimischen Landwirtschaft informieren.

Der Schumpen auf Krügen, Shirts, Minischellen und Brotzeitbrettern

In ausgewählten Geschäften und im Haus des Gastes sind auch in diesem Jahr die beliebten Viehscheidartikel erhältlich. Die Artikel werden in limitierter Auflage mit einem jährlich wechselnden Jahresmotiv erstellt und haben sich zu begehrten Sammlerstücken entwickelt. Dazu zählen die traditionell salzglasierten Steinzeugkrüge aus deutscher Produktion in Handarbeit als 0,5 l und 1 l Krug sowie heuer erstmals Miniaturschellen in mehreren Größen mit Fellband, Edelweiß und Lederanhänger sowie Brotzeitbretter in zwei Größen aus heimischen Hölzern, produziert im Alpenraum und Pfronten. In diesem Jahr ziert ein Schumpen die Produkte. In Frontalansicht blickt das Jungrind frisch und frech den Betrachter an. Zusammen mit der scheinbar hin und her pendelnden Schelle steht das Motiv für die bewegte Alpwirtschaft selbst. Denn der rund 100tägige Albsommer auf den Weiden in den Bergen rund um Pfronten stärkt das Jungvieh in seiner Vitalität. Nahezu ungeschützt der Witterung ausgesetzt und durch die Beweidung der bunt blühenden Pflanzen und artenreichen Kräuter nährstoffreich versorgt kehren die Jungrinder abgehärtet zur Viehscheidzeit wieder in die Täler zurück. Ähnlich farbenfroh wie die Flora der Berge sind auch die diesjährigen TShirts mit dem Schumpenmotiv aufgefallen. Und damit Wanderer auf den Alpweiden auch über den richtigen Umgang mit dem Jungvieh informiert werden, gibt es heuer erstmals so lange der Vorrat reicht und in Kleinmengen kostenlos im Haus des Gastes Viehscheid-Bierdeckel. Auf deren Rückseite ist nur die „Übersetzung“ und Anzahl der Schumpen sowie die Namen der Pfrontener Alpen abgedruckt, auch Verhaltensregeln werben für einen respektvollen Umgang mit den Jungrindern.

„Viehscheid der Tausende“

Den Auftakt zum Veihscheidwochenende bildet am Freitag, 13. September 2019 der große Festumzug zum Festzelt mit anschließendem Heimatabend und Tanz. Nach einem Konzert der „Pfrontar Buabe“ im Kurpark um 17:00 Uhr startet um 19:00 Uhr der große Festumzug mit über 1.000 Teilnehmern, vier Musikkapellen und Gespannen der Pfrontener Vereine, der 10. Pfrontener Bergwiesenkönigin Anna I. und einem Engelbräu-Festgespann vom Bahnhof Pfronten-Ried über die Allgäuer und Tiroler Straße bis zum Alpenhotel Krone und zurück zum Festzelt, in dem bereits die Harmoniemusik aufspielt. Beim traditionellen Heimatabend steht ab 20:30 Uhr authentisches Brauchtum im Vordergrund, fachkundig moderiert von dem aus Pfronten stammenden Moderator und Volksmusikexperten Johannes Hitzelberger. Die Live-Band „Riedberg Party Band“ lädt im Anschluss zum Tanz ein.

Unangefochtener Höhepunkt ist dann am Samstag, 14 September 2019 die große Viehscheid mit Krämermarkt, zu dem ab 08:00 Uhr wieder tausende Besucher erwartet werden. Rund 15 Kranzkühe von den neun Pfrontener Alpen werden mit ca. 400 Jungrindern nach dem rund 100- tägigen Sommeraufenthalt auf den wieder ins Tal getrieben und auf dem Scheidplatz am Schulgelände von den Alphirten ihren Besitzern übergeben. Die Schumpen aus dem Achtal werden gegen 9:00 Uhr erwartet, gegen 10:00 Uhr folgen die Tiere mit aus dem Vilstal. Vor der Herde marschiert die Harmoniemusik Pfronten, gefolgt von den Alphirten mit ihren reich geschmückten Kranzrindern. Weitere Programmhöhepunkte des Viehscheidsamstages im Festzelt sind die Übergabe der Ehrenpreise an die Alphirten gegen 4.00 Uhr und am Abend um 19.30 Uhr der Auftritt der bekannten Show- und Partyband „Herz-Ass“ mit Tanz und Action am laufenden Band (Eintritt frei). Das Festzelt öffnet am 14. September schon in aller Frühe.

Pfronten Tourismus verkauft ab sofort wieder VIP Karten für Festzeltbesucher. Diese besondere Karte beinhaltet zum Preis von 20,00 € eine Sitzplatzreservierung im Festzelt, Samstag, den 8. Sept. bis 17:00 Uhr direkt vor der Bühne (Die Plätze müssen bis 12:00 Uhr eingenommen sein). Im Preis inbegriffen ist ein Getränke- und Essensgutschein, inkl. Bedienungsgeld (gültig nur am Samstag). Diese VIP-Karten sind nur im Haus des Gastes erhältlich. Die Eintrittskarten zum Heimatabend am 13. September 2019 ab 18:30 Uhr kosten im Vorverkauf (Haus des Gastes) bis Freitag 15:00 Uhr: 6,00 € ab 15 Jahre, an der Abendkasse am Zelt 7,00 €; Kinder bis einschließlich 14 Jahre frei.

Viehscheid Spezial: Das eigens gebraute Viehscheidbier Zur Viehscheidzeit gehört das passenden Bier: Pfrontens Festzeltwirt, die Brauerfamilie Widenmayer aus Rettenberg bietet ein eigens zu dieser Zeit produziertes „Viehscheidbier« an. Die goldgelbe, würzige und vollmundige Exportbier-Spezialität schmeckt nicht nur in den Sammlerkrügen, im Bierzelt oder auf vielen der bewirtschafteten Berghütten. Ganz nah dran, lässt sich das Viehscheidbier und weitere aus hochwertigen und sorgfältig ausgesuchten, heimischen Rohstoffen gebrauten Biere am besten vor Ort erleben. Zu den Viehscheid-Däg lädt „der Engelbräu“ zur Besichtigung und Führung durch die Braustätte am Fuße des Grünten ein.

Alle Informationen zu den Viehscheid-Däg und den Sammlerartikel sind tagesaktuell auf der Pfrontener Website oder im Sonderflyer ersichtlich.


Tags:
Viehscheid Beginn Alpwirtschaft Tradition



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