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Mit Stephan Stracke diskutierten Hoteliers und Gastronomen über die Auswirkungen der Pandemie auf ihre Betriebe.
(Bildquelle: Privat)
 
Ostallgäu - Hopfen
Mittwoch, 26. August 2020

Stracke macht sich für Ostallgäuer Hoteliers stark

Über die Folgen der Pandemie auf die  Tourismusbetriebe im Ostallgäu sprach der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) bei einem Ortstermin in Hopfen am See mit Hoteliers und Gastronomen. Am Gespräch nahmen teil Harald Schwecke und Andreas Eggensberger vom Tourismusverein Füssen, Ralph Söhnen vom Tourismusverein Weißensee und Wolfgang Sommer vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband.

"Die Tourismusbranche hat eine enorme wirtschaftliche Bedeutung für die Region. Die Hotels und die Gastronomie sind wichtige Arbeitgeber im Ostallgäu. Gerade sie sind aber von der Pandemie und ihren Auswirkungen mit am stärksten betroffen. Mir ist es deshalb ein wichtiges Anliegen, mich jetzt mit Ihnen dazu auszutauschen, wie Sie durch die Zeit des Lockdowns und der ersten Lockerungen gekommen sind", so Stracke zum Auftakt des Gesprächs. In besonderem Maße interessiere ihn auch der Blick auf den kommenden Herbst und damit die Zeit, wenn Bayern aus den Ferien zurückkehrt.

Nach dem pandemiebedingten völligen Tiefpunkt im Frühjahr habe man zunächst für die Zeit um Pfingsten wieder eine deutliche Zunahme der Buchungen erlebt. Bedauerlicherweise, so berichteten die Gesprächsteilnehmer, habe man dann aber eine Stornierungswelle hinnehmen müssen. Das benachbarte Österreich hatte die Grenzen im Mai wieder geöffnet und zugleich damit geworben, dass auch Schwimmbäder und Wellnessbereichen wieder genutzt werden dürften. Anders als in Bayern, wo dies deutlich strenger gehandhabt wurde. "Am Ende waren es zwar nur Nuancen, die in Österreich anders gemacht wurden als bei uns. Der reisewillige Gast jedoch hat dies nicht so wahrgenommen und war dann statt ins Ostallgäu lieber nach Österreich in den Urlaub gefahren", fassten es die betroffenen Hoteliers mit Bedauern zusammen. Die Folgen waren fatal. So habe der Juni teils bis zu 70 Prozent weniger Umsatz gebracht als im Vorjahr. Glücklicherweise sei man aber im Juli und im laufenden August nahe an die Gästezahlen von 2019 herangekommen. Die zwischenzeitlich durch die Ostallgäuer Hotels erarbeiteten Hygienekonzepte für die Nutzung der hauseigenen Schwimmbäder und Saunabereiche habe sich bis jetzt bestens bewährt und würden von den Gästen gut aufgenommen. Im Wesentlichen wird auf größere Abstände gesetzt und insbesondere im Wellnessbereich deutlich häufiger desinfiziert. "Dass Gäste, die aus einer Hausgemeinschaft kommen, nun mitunter unser Schwimmbad für einen festgelegten Zeitraum fast ganz für sich alleine haben, kommt bestens an", erzählte Andreas Eggensberger, Inhaber des gleichnamigen Biohotels.

Insgesamt stelle man fest, so die Unternehmer im weiteren Gespräch, dass sich die Pandemie unterschiedlich stark auf die Branche vor Ort ausgewirkt habe. So breche mit dem Ausbleiben von Reisegruppen aus dem Ausland ein wichtiges Standbein in der Region weg. Solche Gruppen, die vor allem zum Besuch von Schloss Neuschwanstein eine Nacht lang bleiben würden, gibt es derzeit kaum noch. In der Gastronomie fehlen nach wie vor die größeren Veranstaltungen und Feste wie Hochzeiten und Betriebsfeiern mit vielen Gästen. Dafür erlebt die Region einen großen Zulauf an Urlaubsgästen. So sei zum Beispiel im Bereich der Ferienwohnungen derzeit die Lage wieder recht gut. Festzustellen sei außerdem, dass das Allgäu ein gern angesteuertes Ziel von Tagesausflügern sei. Allerdings bringe diese Gruppe, so das Fazit, nicht in gleichem Maße den Umsatz wie Urlauber, die länger bleiben.

Um die Liquidität in den Monaten März bis Juni erhalten zu können, haben die Betriebe teils auf die Soforthilfen, auf Kurzarbeit und mitunter auch die KfW-Kredite zurückgegriffen. "Hier hat die Politik einen sehr guten Job gemacht. Alles lief sehr reibungslos. Auch die Anträge auf Kurzarbeit wurden erfreulich rasch abgearbeitet", lobten die Gesprächsteilnehmer. Kritik übten die Unternehmer allerdings am kürzlich umgesetzten 24,6 Milliarden Euro schweren Zuschussprogramm aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Es unterstützt von der Pandemie hart getroffene Unternehmen mit Zuschüssen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Allerdings greife es bei den wenigsten Betrieben aus der Branche, berichteten die Hoteliers und Gastronomen. Dies liegt daran, dass dafür der Umsatz für die Zeit von Juni bis August betrachtet werde. Da aber im Juli und August im Tourismusbereich wieder gute Umsätze erzielt wurden, könnte die Branche meistens lediglich für den Monat Juni Hilfen beantragen.

Stracke erklärte in diesem Zusammenhang, dass er sich diesbezüglich bereits mit einem Schreiben an den zuständigen Bundesminister Peter Altmaier gewandt habe. "Sie sind aufgrund der Corona-Pandemie unverschuldet in eine finanziell schwierige Situation geraten. Gerade in Bayern, als eine der Topurlaubsdestination Deutschlands, trifft es in der Tourismusbranche viele familiengeführte Hotel- und Gastronomiebetriebe besonders stark. Deshalb ist eine zielgenaue Unterstützung der Branche dringend geboten", betonte er.

Einig waren sich die Gesprächspartner, dass ein zweiter Lockdown fatal wäre. Stracke unterstrich, dass Bayern im Falle einer zweiten Infektionswelle anstelle von flächendeckenden auf punktuelle Maßnahmen an den Corona-Hotspots setze.

Sehr positiv sahen die Hoteliers und Gastwirte die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen bis zum Juni 2021 sowie die generelle Mehrwertsteuersenkung bis Ende dieses Jahres. Diese Entlastungen können zwar aufgrund der wirtschaftlichen Lage nicht an den Konsumenten weitergegeben werde, tragen aber so maßgeblich dazu bei, die Verluste aus den Monaten des Lockdowns und die durch den pandemiebedingten höheren Aufwand entstandenen Mehrkosten abzufedern. Stracke erklärte dazu, dass die CSU alles daran setzen werde, den von der CSU durchgesetzten ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent auf Speisen über den Juni 2021 hinaus weiter zu verstetigen.

Mit Sorge richte sich der Blick der Betriebe auf den kommenden Herbst. Wie es weitergehe, wenn die Ferienzeit vorbei sei und die kühle Jahreszeit beginnt, sei derzeit vollkommen unsicher. Damit könne man auch nicht für die nächsten Wochen und Monate planen. Angesichts dieser fehlenden Planungssicherheit sei es ein hohes Risiko, wie üblich jetzt in die Werbung für die Weihnachtsfeiertage und für Silvester einzusteigen. Gerade diese Zeiten würden den Hotels sonst immer eine gute Auslastung bescheren. Stracke zeigte dafür Verständnis. "Seriös kann Ihnen derzeit keiner beantworten, was Herbst und Winter bringen werden. Sorge bereitet die Situation nach Rückkehr der Urlauber im September. Wenn das Infektionsgeschehen dann beherrschbar bleibt, ist auch eine solidere Perspektive für den Winter gegeben", sagte er.

Stracke dankten den Anwesenden zum Abschluss des Gesprächs für ihre Zeit, den regen Austausch und die umfangreichen Informationen. "Sie haben meinen höchsten Respekt für das, was Sie in den schwierigen Wochen und Monaten der Pandemie geleistet und wie Sie die vielfältigen Herausforderungen gemeistert haben", so der Abgeordnete abschließend.

 


Tags:
Hotels Allgäu Stephan Stracke


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