Moderator: Hits der 70er bis Heute
 
 

Gezündete Rauchbomben und die schweren Folgen - 21-jähriger aus Sonthofen ab heute vor Gericht
11.04.2013 - 07:09
Über ein Jahr nach einem Eishockeyspiel in der Bayernliga zwischen Schweinfurt und Sonthofen kommt es heute vor dem Amtsgericht Sonthofen zum Prozess gegen einen 21-jährigen, so genannten, Eishockeyfan. Er soll mindestens eine Rauchbombe im Fanblock entzündet und dadurch vier Sicherheitsleute teils schwer verletzt haben.
Verätzungen an den Bronchien, so beschreibt die heute 35-jährige und am schwersten betroffene Ordnerin ihre dauerhaft geschädigte Lungenfunktion. An den Abend kann sie sich noch genau erinnern. Sie schildert ihre Eindrücke im Interview mit dem Internetnachrichtendienst für Schweinfurt und Umgebung „inundumsw.de“: „Es war nicht mehr lange zu spielen, nur noch wenige Sekunden waren auf der Uhr als wir im Fanblock des ERC Sonthofen einen Anhänger beobachteten, wie er eine Rauchbombe entzündete. Ein Polizeibeamter kämpfte sich zum Täter durch und nahm diesen fest. Ich selbst wollte die Rauchbombe mit einem Eimer Wasser löschen, was mir aber nicht gelungen ist. Stattdessen beobachtete ich mehrere in Panik geratene Kinder, die zwischen der Rauchbombe und der Bande standen und die nicht zum nächsten Notausgang gelangen konnten. Ich half ihnen über die Bande und anschließend noch vielen weiteren Personen, die die Bande nicht ohne Hilfe übersteigen konnten. Zwischenzeitlich entzündete ein anderer Täter eine weitere Rauchbombe.“ Das bekam die Ordnerin während ihres Einsatzes nicht mit, sondern sah dies erst auf Videomaterial.

Kopfschmerzen, Atembeschwerden und vieles weitere mehr will sie schon während der über 120 Kilometer weiten Heimfahrt gehabt haben. Ihr Ehemann schickte sie ins Krankenhaus. Dort stellten die Ärzte eine schwere Rauchvergiftung fest. Sie musste stationär behandelt werden. Die Maximallungenfunktion liegt nach Angaben von Ärzten bei 49 Prozent eines normalen Menschen - für den Rest ihres Lebens, wie die 35-jährige Mutter zweier Kinder schildert.

In der Medienmitteilung des Amtsgerichts Sonthofen wird das wie folgt geschildert:
Durch Rauchbombe beim Eishockeyspiel 4 Personen verletzt - Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht wegen gefährlicher Körperverletzung

Einem 21-jährigen Auszubildenden aus dem Oberallgäu wird in der Anklage der Staatsanwaltschaft Kempten (Allgäu) zum Jugendschöffengericht Sonthofen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, dass er am 04. März 2012 bei einem Eishockeyspiel der Bayernliga in der Eishockeyhalle „Ice-Dome“ in Schweinfurt zwischen den „Mighty Dogs“ Schweinfurt und dem ERC Sonthofen als mitgereister Fan eine Rauchbombe gezündet und durch die eintretende massive Rauchentwicklung 4 Ordner teilweise schwer verletzt haben soll. Die geschädigten Ordner erlitten gesundheitliche Schädigungen der Atemwege mit teils schwerwiegenden dauerhaften Folgeschäden.

Der Angeklagte hat den Tatvorwurf im Ermittlungsverfahren bislang bestritten. Dementsprechend ist eine umfangreiche Beweisaufnahme zu erwarten.

Das Jugendschöffengericht hat nach Zulassung der Anklage vorerst 3 Verhandlungstermine bestimmt und zwar auf Donnerstag 11., 18. und 25. 04.2013, jeweils um 09.00 Uhr im Sitzungssaal 1 des Amtsgerichts Sonthofen. Die Sitzung ist öffentlich.

UPDATE, 16 Uhr: Eine Zusammenfassung des ersten Prozesstags lesen Sie hier

Radio einschalten Ihr Spot bei uns Glasklarer Empfang Datenschutz/Impressum