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Schlägerei in Sonthofen endet beinahe tödlich - Prozessauftakt gegen 24-jährigen Russen
27.03.2013 - 10:08
Das Opfer hatte den 24-jährigen Russen in der Innenstadt von Sonthofen nur angesprochen - beinahe sein Todesurteil. Zuerst schlug er seinen Kontrahenten nieder, anschließend trat er mit den Füßen auf den am Boden liegenden ein.
Dass so etwas in der oberallgäuer Kreisstadt passiert, hätte wohl niemand für möglich gehalten. Nach einem Kneipenbesuch am 15.September im vergangenen Jahr hatte das spätere Opfer Martin B. eine Gruppe junger Männer angesprochen. Trotz Aufforderung sie in Ruhe zu lassen redete er weiter. Dadurch fühlte sich ein damals 23-jähriger russischstämmiger Mann derart provoziert, dass er zunächst mit Gesten wie dem Ausziehen seines T-Shirts provozierte. Als ein Freund den Täters Krzysztof O. schon fast wieder beruhigt hatte, baute er sich erneut vor Martin B. auf und versetzte ihm ohne Grund einen Faustschlag mitten ins Gesicht.

Sein Opfer ging zu Boden und lag dort wegen des Faustschlags und seiner erheblichen Alkoholisierung wehrlos am Boden. Trotzdem schlug ihm der 23-jährige weiter mit den Fäusten ins Gesicht. Anschließend trat er sogar mit seinen Füßen „unter erheblichem Kraftaufwand“ etwa sechs Mal gegen den Körper und Kopf des Geschädigten, so die Staatsanwaltschaft. Sie legt dem Angeklagten zur Last, dass er bewusst in Kauf nahm, dass sein Opfer eventuell sogar tödliche Verletzungen erleiden könnte. Er rechnete vermutlich sogar damit, dass Martin B. ohne ärztliche Hilfe an seinen Kopfverletzungen versterben würde. Trotzdem entfernte er sich, nachdem ihn sein Freund weggezogen hatte, vom Tatort ohne Hilfe zu holen.

Die im Krankenhaus festgestellten Verletzungen bestätigen die Brutalität, mit der der Angeklagte vorgegangen ist: Martin B zog sich eine Fraktur des Augenhöhlenbodens, eine Nasenbeintrümmerfraktur, ein so genanntes Monokelhämatom und eine Unterblutung unter der weichen Hirnhaut im vorderen Schädelanteil zu. Gleich mehrere davon waren potentiell lebensbedrohlich, heißt es. Er musste nach der Erstbehandlung im Krankenhaus Immenstadt ins Bundeswehrkrankenhaus Ulm eingeliefert werden.

Seit dem Vorfall hat Martin B. Taubheitsgefühle in der linken Gesichtshälfte, die Sehkraft auf seinem linken Auge war eingetrübt. All das wurde von ständigen Kopfschmerzen begleitet.

Heute muss sich Krzysztof O. vor dem Landgericht in Kempten verantworten. Ihm wird versuchter Totschlag mit gefährlicher Körperverletzung zur Last gelegt.

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