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Rinder-Tuberkulose: Wenn die Kuh noch zwei Mal hustet
10.04.2013 - 10:01
Viel Kritik musste Landrat Gebhard Kaiser in letzter Zeit einstecken. Die Tbc-Reihenuntersuchungen kamen nicht bei allen im Oberallgäu gut an. Inzwischen kehrt sich das ganze aber mehr und mehr ins Gegenteil.
Hatten alle 607 getöteten Tiere auch wirklich die Rinder-Tuberkulose? "Vermutlich nicht alle", räumte der oberallgäuer Landrat bei einer Pressekonferenz am späten Dienstagnachmittag ein. Eine geringe Fehlerquote sei bei allen Biotests möglich aber die weit überwiegende Mehrzahl der Verdachtsfälle hätte sich auch bestätigt. Gerade in unserer Region, in der Rohmilchkäse und Rohmilchprodukte hoch im Kurs stehen und einen beträchtlichen Wirtschaftszweig ausmachen, müsse doch die Sicherheit der Verbraucher an erster Stelle stehen, appellierte Kaiser an die Landwirte und damit auch an den Präsidenten des Bunds Deutscher Milchviehhalter, Romuald Schaber. Dieser war ebenfalls anwesend und hatte sich im Landratsamt in den letzten Wochen und Monaten nicht unbedingt Freunde gemacht. Hintergrund: Der BDM hatte zu einem Boykott aufgerufen. Die Landwirte sollten keine freiwilligen Tests durchführen lassen.

Gestern dann die Rolle rückwärts. Mit dem neuen Simultantest sei man einverstanden, so Schaber im Interview bei Radio AllgäuHIT. "Die Reaktion von unserer Seite muss man verstehen. Es sind völlig verwirrende und unterschiedliche Ergebnisse bei den damaligen Bluttests herausgekommen. Mit dem Simultantest läuft jetzt alles in geordneten Bahnen. Jetzt empfehlen wir den Landwirten, sich freiwillig für den Test zu melden. Allerdings müssen wir auch weiter Ursachenforschung betreiben und parallel den Lebendtest weiterentwickeln."

Vor den Veterinären im Landkreis Oberallgäu liegt noch eine große Herausforderung. Bis 1.Juni sollen alle Bestände getestet sein, die auf den Allgäuer Alpen den Sommer verbringen. Ziel: Über 1.200 kontrollierte Betriebe - derzeit steht man bei 885. Und: Ein Auftrieb auf die Sennalpen nur für getestete und garantiert Tbc-freie Tiere. Doch dabei soll es nicht bleiben: Auch ziegenhaltende Betriebe geraten ins Visier der Tbc-Fahnder. Zehn Betriebe werden jetzt testweise untersucht, danach entschieden ob auch Schafe und Ziegen flächendeckend beprobt werden müssen.

Insgesamt sind im Landkreis Oberallgäu aktuell noch 84 landwirtschaftliche Betriebe wegen des Verdachts einer Tbc-Infektion gesperrt. Tendenz: Abnehmend. Insgesamt hat sich der Verdacht auf Rinder-Tuberkulose in dreizehn Fällen bestätigt. Problem: Im Anfangsstadium ist der Nachweis schwierig. Später steckt das infizierte Tier seine komplette Umgebung an. Amtsveterinär Mages: "Der Erreger ist daran interessiert, möglichst viele andere Tiere anzustecken." Dementsprechend verbreitet er sich über sämtliche Ausscheidungen.

Die aktuelle Liste der untersuchten TBC-Betriebe im Oberallgäu

Einen ausführlichen Bericht über Tuberkulose beim Wild folgt im Laufe des Tages auf allgaeuhit.de.

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