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Rinder-TBC: 57 Prozent der Betriebe im Landkreis Oberallgäu kontrolliert
07.05.2013 - 17:12
Der oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser hat allen Grund zur Freude. Sein selbst gestecktes Ziel bei der Reihenuntersuchung rund um Tuberkulose bei Rindern hat er um fast einen Monat unterschritten.
Inzwischen sind 57 Prozent aller rinderhaltenden Bauernhöfe überprüft. Die Rückkehr zum ursprünglichen Testverfahren hat sich ebenfalls ausgezahlt. Waren vorher zwei Drittel der Betriebe gesperrt, sind es jetzt nur noch 18,7 Prozent:

Landrat Gebhard Kaiser: "Leider Gottes waren auch jeztt wieder Betriebe dabei, bei denen TBC festgestellt worden ist und dies zeigt auch diesmal wieder, wie wichtig die flächendeckende Untersuchung war, die wir im Dezember begonnen haben - mit allen einzelnen schmerzlichen Einschnitten und auch Fehlern, die da und dort gemacht wurden.

755 Tiere mussten - Stand heute - getötet werden: Und genau deshalb herrscht bei weitem nicht Friede, Freude, Eierkuchen - gefühlt wöchentlich trifft sich Kaiser mit Jägern, Landwirten, Vertretern der Milchwirtschaft und vielen weiteren mehr. Stundenlang wird diskutiert und debattiert. Doch um was geht es da genau?

Landrat Gebhard Kaiser: Wie kommt ein fragliches Tier zustande, wie kommt ein fraglicher Test zustande. Das war heute eine breite Diskussion, das ist wissenschaftlich erklärt worden, das liegt an dem Verfahren, da muss man sensibel mit umgehen. Auch beim Simultantest haben wir fragliche Tiere gehabt, die dann bei der Sektion besonders auffällig waren und deshalb muss man auch dort den Weg konsequent gehen. Da gibt es zwangsläufig Diskussionen und deshalb habe ich in großer Runde eingeladen, Aufklärung betrieben und auch einfach Fragen entgegen genommen und die eine oder andere praktische Handhabung der Bauern aufgenommen, die dann in der praktischen Arbeit umgesetzt werden kann. Wir waren da heute auch Vorreiter für die anderen Landkreise, was die Milchhandhabung betrifft".

Konkret will die Milchwirtschaft, dass in der gesamten Region in Sachen Milch so verfahren wird, wie im Oberallgäu. Heißt: Betriebe mit TBC-Verdacht können ihre Milch streng getrennt von freien Betrieben zur Hartkäseproduktion abliefern. Beim erhitzen werden Erreger abgetötet. Freie Betrieb können Milch - wie bisher - zur Rohmilchkäsegewinnung beisteuern. Ein weiteres Thema: Der Alpsommer. Dem steht nichts endgültig nichts mehr im Wege. Der Auftrieb findet statt, soweit kann man sagen. Aber wie sie das dann konkret auf den Alpen aus, sind große Änderungen zu erwarten?

Landrat Gebhard Kaiser: Ich hoffe, dass es nicht all zu große Änderungen gibt. Wir haben, glaube ich, 30.000 Rinder, die angemeldet sind. Auf alle Alpen auf denen Milch verarbeitet und z.B. Käse hergestellt wird, werden auch nur neu getestete und Tbc-freie Tiere aufgetrieben. Schon jetzt kann ich sagen, dass rund zwei Drittel der Alpen garantiert frei-getestet sind. Beim letzten Drittel ist noch nicht alles Jungtier getestet oder erst im Herbst aber im Schwerpunkt kann man sagen, alle Alpbetriebe sind frei und ganze Flächen haben grundsätzlich gesagt, dass nur getestete Tiere auf den Berg kommen. Das gilt auch für die Österreicher und Württemberger, die machen das ebenfalls mit und halten das ebenfalls ein. "

Die südlichen Gemeinden im Landkreis Oberallgäu sind besonders auf den Alpsommer angewiesen. Hier sollen bis zum tatsächlichen Auftrieb alle Tiere getestet worden sein. Aktuell liegt die Quote in Orten wie Bad Hindelang, Obermaiselstein oder Oberstdorf bei 90 Prozent oder teils darüber. Bis Jahresende wollte Landrat Gebhard Kaiser mit den Reihenuntersuchungen durch sein. Auch hier geht er inzwischen davon aus, dass es vielleicht sogar etwas schneller gehen könnte.

Zahlen auf einen Blick:
Rinderhaltende Betriebe im Oberallgäu: 2.043
Untersuchte Betriebe: 1.156 (57 Prozent)
Untersuchte Tiere: 43.359
Betriebe "Anerkennung ruht": 51 (gesperrt)
Betriebskeulungen (Kompletter Bestand getötet): 5

Weitere Fakten:
- Bis Ende Mai sollen zwei Drittel der oberallgäuer Betriebe überprüft worden sein, anschließend folgen Höfe, die ihre Tiere nicht auf die Alpen treiben, sondern bspw. auf der Weide halten.
- Bis Ende der Woche soll die Zahl der überprüften Höfe schon bei 60 Prozent liegen
- Täglich werden von den oberallgäuer Tierärzten etwa 20 Betriebe überprüft
- Die Landwirte fordern ununterbrochen Termine für eine Überprüfung an. Der Wille bei den Bauern sei ungebrochen.
- Bei den Einzeltieren sind die Bestände überall gleich betroffen, die kompletten Betriebskeulungen fanden dagegen alle im südlichen Oberallgäu statt.
- Offizielle Ergebnisse einer so genannten Ringuntersuchung rund um den Mono-Test mit den gleichen Proben an fünf Instituten deutschlandweit brachten offenbar katastrophale Ergebnisse. Offizielle Zahlen liegen aber noch nicht vor.

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