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Rauchbombenprozess: Freispruch für 21-jährigen aus Mangel an Beweisen
25.04.2013 - 12:58
Das Amtsgericht Sonthofen hat heute Mittag ein Urteil im Prozess wegen gezündeter Rauchbomben bei einem Eishockeyspiel vor über einem Jahr in Schweinfurt gesprochen. Es lautet: Freispruch aus Mangel an Beweisen - im Zweifel für den Angeklagten.
Hauptgrund ist der Widerruf der Aussagen zweier Hauptbelastungszeugen auf die die Staatsanwaltschaft mehr oder weniger den gesamten Prozess aufgebaut hatte. Diese hatten in einer Vernehmung bei der Polizei in Immenstadt zweifelsfrei ausgesagt, dass der 21-jährige der Täter gewesen sei. Am ersten Prozesstag vor zwei Wochen hatten sie ihre Aussagen dann wiederrufen. Sie könnten sich nicht mehr daran erinnern, ob es tatsächlich der Angeklagte gewesen sei, gaben sie zu Protokoll. Heute hatte der Polizist, der die Vernehmung durchgeführt hatte ausgesagt, dass die Zeugen zuerst Angst gehabt hätten überhaupt etwas zu sagen. Später aber eindeutig den 21-jährigen belastet hätten.

Im Gerichtssaal war eine Leinwand aufgebaut. Auf sämtlichen Fotos, Videos war der Angeklagte zu sehen wie er als ganz normaler Fan gefeiert oder eine Fahne geschwenkt hatte. Doch dass er eine Rauchbombe gezündet haben soll, dafür gab es keinerlei Foto- oder Videobeweis.

Dementsprechend reichten der Staatsanwaltschaft die Vorhandenen Indizien nicht für eine Verurteilung. In ihren Plädoyers forderten Staatsanwaltschaft und Verteidigung daher Freispruch für den 21-jährigen Angeklagten. So lautete auch das Urteil, das der vorsitzende Richter Alfred Reichert um 12:30 Uhr verkündete. Insgesamt hatten 23 Zeugen ausgesagt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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