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Treffen auf dem Fellhorn: "Um die Natur zu genießen, müssen wir sie auch für uns erschließen"
14.05.2013 - 16:07
"Die Natur schützen und die Natur für den Tourismus erschließen – diesen beiden Zielen muss man gleichermaßen Rechnung tragen. Das sind zwei Seiten einer Medaille. Hier gilt es, die richtige Balance zu finden."
Zu diesem gemeinsamen Konsens kamen Martin Zeil, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, und FDP-Bundestagsabgeordneter Stephan Thomae bei einem Treffen mit Oberstdorfer Unternehmern auf der Fellhornspitze in 2037m Höhe. Nach der Eröffnung der AllgäuSchau in Sonthofen hatte der Kemptener Liberale Thomae seinen Parteikollegen zu einem Vatertagsausflug in luftige Höhen eingeladen.

Gemeinsam mit rund 20 Unternehmern aus Oberstdorf diskutierten die beiden Politiker das Thema „Tourismus im Allgäu“. Augustin Kröll, Geschäftsführer der Fellhornbahn GmbH, wartete dazu mit interessanten Zahlen und Informationen auf. Er nannte dabei die Reduzierung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent einen „intelligenten Nachlass“, durch den für die Branche auch wieder Investitionen machbar geworden seien. „Die dem Staat entgangene“ Mehrwertsteuer wird um ein Vielfaches über die Umwegrendite, die nach den Investitionen durch zusätzliche Wertschöpfung entsteht, zurückgegeben.“ Seine Bitte: „Dieser Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent muss bleiben!“ Gleichzeitig bat er um die Unterstützung kleinerer Unternehmen durch Investitionszuschüsse. Hier nannte er Ofterschwang, Oberstaufen, Bolsterlang, Bad Hindelang und Nesselwang.

Der Tourismus in der Region teilt sich im Winter auf etwa 65 Prozent Urlauber und 35 Prozent Tagesgäste auf. Der Sommertourismus hat zudem eine steigende Tendenz. Wie Kröll informierte werden durch den Tourismus allein in der Wintersaison mehr als 2500 Arbeitsplätze vergeben. „Die Bergbahnen sind der größte Leistungsträger und die Lokomotive einer bergnahen Tourismusregion“, so der Geschäftsführer der Fellhornbahn GmbH.

Zur Sprache kam bei dem Treffen auch die kürzlich veröffentliche Klima-Studie des Deutschen Alpenvereins (DAV). Hierzu kommentierte der Wirtschaftsminister: „Man sollte nicht nur schwarz-weiß diskutieren.“ Es lasse sich noch nicht sagen, wie sich die Klimaveränderungen auf die Winter auswirken würden. Das bestätigte Kröll: „2011/2012 war der schneereichste Winter seit langem und auch im abgelaufenen Winter 2012/2013 gab es überdurchschnittlich viel Schnee!“ Als Seilbahnbetreiber sah er die Ergebnisse der Studie schlichtweg als falsch an.

„Man darf das Allgäu nicht unter eine Käseglocke setzen“, meinte auch Thomae, der in diesem Jahr für den Bayerischen Landtag kandidieren wird. „Viele Menschen in der Region leben vom Tourismus. Wir brauchen diese ganze Bandbreite – von der Landwirtschaft bis hin zum Alpintourismus.“

Nicht ohne Sorge sehen die Unternehmer dabei derzeit die Rindertuberkulose, die immer wieder aufbricht. „Hier heißt es, sehr sensibel und mit Bedacht vorgehen“, so der Wirtschaftsminister. Denn: Es wäre fatal, wenn sich die Tierseuche negativ auf den Tourismus auswirken würde.

Auf Nachfrage zu gemeinsamen Marketingkonzepten meinte Zeil: „Wir brauchen hier keine klassischen Verbandsstrukturen, sondern eine Art „Deckmantel Bayern“, unter dem sich jede Region mit ihren Eigenarten wiederfinden kann.“ Berücksichtigen müsse man zudem die Einbindung des Tourismus auf der Bundesebene. Aktuell gebe es den höchsten Tourismusetat in der Geschichte Bayerns. (pm)

Foto: Sabine Sykora

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