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Michael Neumayer
(Bildquelle: DSV)
 
Oberallgäu - Oberstdorf
Mittwoch, 16. März 2016

Oberstdorf: Michael Neumayer beendet seine Karriere als Skispringer

Nach 16 Jahren und 312 Weltcup-Springen in Ruhestand

Michael Neumayer vom SC 1906 Oberstdorf beendet seine Karriere als aktiver Skispringer. Der 37-jährige Routinier gab seine Entscheidung im Vorfeld des Saisonfinales in Planica bekannt.

Michael Neumayer tritt vom aktiven Leistungssport zurück. Der routinierteste Springer der deutschen Nationalmannschaft zieht nach 16 Jahren einen Schlussstrich unter seine lange und erfolgreiche Karriere.

Leidenschaft und Erfüllung
"Ich habe in dieser Saison noch einmal alles versucht, um mich wieder unter den besten Skispringern der Welt behaupten zu können. Das ist mir phasenweise, wie bei der Vierschanzentournee, auch gelungen. Aber in den letzten Wochen ist mir klar geworden, dass trotz meines großen Engagements dieses Niveau über einen längeren Zeitraum nicht mehr zu halten ist", begründet Neumayer seine Entscheidung. "Der Entschluss, meine Karriere zu beenden, fiel mir nicht leicht. Skispringen war mir Leidenschaft und Erfüllung zugleich.

Ich hatte eine wirklich schöne Zeit und durfte im Laufe meiner langen Karriere viele wertvolle Erfahrungen als Skispringer sammeln. Aber jetzt ist es an der Zeit aufzuhören und sich neuen Aufgaben zu widmen. Allen, die mich in den letzten Jahren unterstützt haben - Sponsoren, Fans, und ganz besonders, meiner Familie - danke ich von Herzen."

Karriere in der Skisprung-Nationalmannschaft
Sein Weltcup-Debüt im Skispringen hatte der diplomierte Betriebswirt beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee 2001 in Oberstdorf gegeben. Seitdem absolvierte "Sali" Michael Neumayer 312 (!) Weltcup-Springen und gewann Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften.

Medaillen in allen Disziplinen
Seine größten Erfolge feierte der gebürtige Bad Reichenhaller mit dem Gewinn der Silbermedaillen im Mannschaftsspringen bei den Olympischen Spielen in Vancouver 2010, bei den Weltmeisterschaften 2005 in Oberstdorf und 2013 in Val di Fiemme.

Neben seinem Grand-Prix-Sieg in Hakuba stand Michael Neumayer dreimal auf dem Weltcup-Podest: Erstmals in der Saison 2007/08 beim prestigeträchtigen Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen auf Platz drei. Diesen Platz erreichte er auch in der Gesamtwertung der Tournee.

2010 wurde er beim Heimspringen in Willingen zum zweiten Mal in seiner Karriere Dritter. Seine beste Weltcup-Einzelplatzierung war Platz zwei beim Skifliegen in Vikersund 2013, wo er sich mit 231 Metern ein weiteres Mal zum deutschen Rekordhalter im Skifliegen kürte.

Über Jahre im Team gesetzt
Extrem wertvoll, weil zuverlässig und abgeklärt, war Michael Neumayer auch als Team-Springer. Ob bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften oder im Weltcup: 15 Mal stand Neumayer in Mannschaftswettbewerben auf dem Podest, davon viermal auf Platz eins.

"Michael erfindet sich jedes Jahr neu"
Mit diesem Ausspruch charakterisierte Bundestrainer Werner Schuster die außergewöhnlichen Qualitäten eines Michael Neumayer. Und tatsächlich war Neumayer über viele Jahre ein wichtiger Erfolgsgarant auf dem Weg zum Umbau der Mannschaft von der Ära Schmitt/Hannwald hin zu den Erfolgen der aktuellen Mannschaft um Severin Freund.

"Fair, mannschaftsdienlich, trainingsfleißig, anpassungsfähig - man könnte die Liste der positiven Eigenschaften des Michael Neumayer mühelos fortsetzen", sagt Werner Schuster. "Mit ihm tritt einer zurück, der über Jahre das deutsche Skispringen hoch gehalten hat. Auch wenn Michael trotz dreier Podiumsplatzierungen ein großer Sieg versagt geblieben ist, so hat er gerade in der Umbauphase der Mannschaft große Verantwortung für das deutsche Skispringen übernommen und damit großen Anteil an dem jetzt so erfolgreichen Team. In diese Zeit fällt beispielsweise der dritte Platz in der Tourneewertung 2008. In den Folgejahren hat sich Michael ohne Reibungsverluste in die junge Mannschaft integriert und war als erfahrener Skispringer ein gefragter und wichtiger Ansprechpartner."

Pläne für die Zukunft
Dem Sport möchte Michael Neumayer nach Beendigung seiner Karriere weiter treu bleiben und in naher Zukunft die Ausbildung zum Technisch Delegierten bei der FIS absolvieren.

Skispringer mit Erfahrung und Know-how
"Mit Michael Neumayer verlässt ein verdienter Sportler des Deutschen Skiverbandes die internationale Wettkampfbühne", sagt Karin Orgeldinger, Sportdirektorin Nordisch im DSV. "Wir bedauern seine Entscheidung, obgleich wir diese natürlich akzeptieren. Um so mehr freuen wir uns, dass Michael sich zum Technischen Delegierten (TD) ausbilden lassen möchte. Mit seiner Erfahrung und seinem Know-how ist er für das Gesamtsystem Skispringen eine Bereicherung."

Tür steht offen
"Mit Michael Neumayer beendet ein langjähriger Leistungsträger seine Karriere. Michael war über viele Jahre hinweg sportlich und menschlich ein extrem wichtiger Eckpfeiler der Mannschaft. Der Deutsche Skiverband wünscht ihm für seine Zukunft alles Gute. Die Tür steht ihm jederzeit offen", sagt Horst Hüttel, Sportlicher Leiter Skisprung/Nordische Kombination im Deutschen Skiverband.

 


Tags:
skispringer Michael Neumayer allgäu ruhestand



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