Moderator: Marcus Baumann
mit Marcus Baumann
 
 
Anja Wicker rund Andrea Eskau zählen beim IPC zu den Favoritinnen in allen drei Disziplinen
(Bildquelle: Skisport- und Veranstaltungs GmbH)
 
Oberallgäu - Oberstdorf
Mittwoch, 15. Januar 2014

IPC Weltcup in Oberstdorf

Weltbeste behinderte Sportler im Allgäu zu Gast

Die weltbesten behinderten Sportler sind von morgen bis Sonntag im oberallgäuer Oberstdorf zu Gast. Der IPC Weltcup, der im Langlaufstadion Ried ausgetragen wird, ist der letzte große Wettbewerb vor den Paralympischen Spielen in Sotchi (Russland) und gilt deshalb auch als Test-Event.

Bevor es am Freitag offiziell losgeht, sind die über 150 teilnehmen Sportler aus aller Welt schon am morgigen Donnerstag zwischen 10 und 16 Uhr bei den Freien Trainingseinheiten auf dem Gelände bei Oberstdorf aktiv. Am Freitag beginnt der Wettkampf dann um 10 Uhr mit dem Langdistanz-Rennen Freie Technik (Damen: 10/15km, Herren 15/20km). Am Samstag steht der Sprint auf dem Programm, ehe am Sonntag das Mittelstrecken-Rennen auf dem Programm steht (Siehe auch Allgaeuhit.de- Eventkalender).

Rollstuhlfahrer und stark gehbehinderte Sportler benutzen für den Skilanglauf einen Sit-Ski. Dieser spezielle Skischlitten wird den unterschiedlichen Bedürfnissen des Sportlers angepasst und richtet sich nach dem Grad der körperlichen Behinderung. Bei Sehbehinderten werden normale Langlaufskier benutzt. Während des Wettkampfes wird der Athlet von einem Begleitläufer (Guide) begleitet. Er weist den Athleten mit Kommandos den Weg.

Deutsche Athleten wollen ein Wörtchen mitreden
Vor allem bei den Frauen sind mit Andrea Eskau und Anja Wicker zwei Mitglieder der Nationalmannschaft ganz vorn im Ranking .Eskau gewann bei den Weltmeisterschaften im schwedischen Solleftea 2013 Goldmedaillen über die Distanzen von 12,5 km und 5 km, sowie Bronze in der Mixed-Staffel mit Tino Uhlig und Willi Brem. Die junge Teamkollegin Anja Wicker machte mit einem 4. Rang im Sprint und einem 6. Rang über 12 km auf sich aufmerksam.
Die Frauen starten in der Langdistanz über 10 und 15 km, in der mittleren Distanz über 5 km und im Sprint über 1 km.

Die Männer starten über 15, bzw. 20 km, über 10 km und im Sprint über 1 km.
Im Vorfeld des Weltcups in Oberstdorf fragten wir Ralf Rombach, den Nationaltrainer der deutschen Mannschaft, über zur Vorbereitung auf Weltcup und Olympia, zu Erfolgschancen der deutschen Athleten und zur Stimmung im Team in diesem wichtigen Winter.

Wer startet in Oberstdorf bei den Weltcup-Rennen?
Rombach: Es wid die komplette Nationalmannschaft am Start sein. Daneben geben wir den Athleten aus dem Nachwuchs die Möglichkeit, internationale ‚Luft zu schnuppern‘ . Für diese Athleten ist dies ein wichtiger Schritt für ihre weitere Entwicklung, da es neben den Weltcups bisher keine weiteren Wettkampfsysteme auf internationalem Niveau gibt. Insgesamt werden elf Athleten aus Deutschland in Oberstdorf dabei sein.

Wie ist die Vorbereitung der deutschen Athleten bisher gelaufen?
Rombach: Bisher lief die Vorbereitung recht gut. Einzig bei Willi Brem, der nach einem Sturz hatte und pausieren musste, sowie Anja Wicker, die nach einen grippalen Infekt ebenfalls längere Zeit pausieren musste, wurde die Vorbereitung etwas gestört.
Wie ist die Stimmung so kurz vor den Olympischen Spielen? In Kanada waren die Deutschen ja nicht am Start und Vergleichsmöglichkeiten fehlen somit.
Rombach: Die Stimmung ist sehr gut, obwohl wir nicht nach Canmore reisen konnten. Wir hätten das natürlich gerne getan. Gerade für die jüngeren Athleten wäre eine Teilnahme für den weiteren Saisonverlauf von Vorteil gewesen. Allerdings hat unser Budget dafür nicht ausgereicht.

Wie schätzen Sie die Chancen der deutschen Athleten und Athletinnen beim Weltcup in Oberstdorf und natürlich auch bei den Olympischen Spielen in Sotchi ein?
Rombach: Bei der WM in Solleftea im Februar 2013 waren wir recht erfolgreich. Vor allem Andrea Eskau hat mit vier Medaillen erheblich zum Erfolg beigetragen. Sie hat in Oberstdorf Chancen in allen drei Wettbewerben. Anja Wicker und Vivian Hösch sowie Martin Fleig haben im Sprit die größten Chancen auf eine vordere Platzierung. Willi Brem ist eher im Biathlon zu Hause, wird aber in den Skatingwettkämpfen auf der langen Distanz und beim Sprint angreifen. Tino Uhlig wird als Klassikspezialist seinen Fokus auf den Sonntag legen, startet aber auch schon auf der langen Distanz.

Oberstdorf hat bereits 2007 einen IPC-Weltcup ausgetragen, damals allerdings als Nothelfer, weil in Isny, dem eigentlichen Wettkampfort, zu wenig Schnee lag. Freut ihr euch auf Oberstdorf, diesmal in der Rolle des offiziellen Ausrichters?
Rombach: Wir freuen uns sehr auf Oberstdorf. Der Veranstalter steht für qualitative hochwertige Veranstaltungen. Die Infrastruktur passt für Skilanglauf. Das ist im nordischen Behindertensport nicht immer selbstverständlich. Ich weiß von den anderen Nationen, dass sich diese ebenfalls sehr auf Oberstdorf freuen.

 

Zeitplan für den IPC-Weltcup vom 16.01. bis 19.01. in Oberstdorf
Donnerstag, 16.01.2014
10:00 - 16:00 Uhr: Offizielles Training

Freitag, 17.01.2014
10:00 Uhr: Langdistanz-Rennen Freie Technik (Damen: 10/15km, Herren 15/20km)

Samstag, 18.01.2014
10:00 Uhr: Qualifikation Sprint Klassisch
12:00 Uhr: Halbfinale und Finale Sprint
18:30 Uhr: Offizielle Siegerehrung Langdistanz und Sprint im Nordic Park

Sonntag, 19.01.2014
10:00 Uhr: Mittelstrecken-Rennen Klassisch (Damen 5km, Herren 10km)
anschl.: Offizielle Siegerehrung im Langlaufstadion Ried

Die Sportler werden je nach Grad ihrer körperlichen Behinderung in verschiedene Klassen eingeteilt. Danach richten sich auch die Streckenlängen bei den Langdistanz-Rennen.


Tags:
ipc behinderung allgäu wintersport



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