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Symbolbild Skisprungschanze in Oberstdorf
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Oberallgäu - Oberstdorf
Dienstag, 19. Dezember 2017

Freitag Favorit bei Vierschanzentournee in Oberstdorf

Weltcupführender lebt und trainiert im Allgäu

Was für eine Ausgangslage: Erstmals seit Martin Schmitt in der Saison 2000/2001 geht mit Richard Freitag wieder einmal ein deutscher Skispringer als Topfavorit in die Vierschanzentournee. Der 26-jährige aus Aue, der seit diesem Sommer in Oberstdorf lebt und trainiert, gewann drei der bisherigen sieben Weltcupspringen in diesem Winter und ist damit als Weltcupführender der Springer, den es bei der Tournee zu bezwingen gilt. Hinter Freitag rangieren der Chiemgauer Andreas Wellinger und der Norweger Daniel Andre Tande auf den Plätzen zwei und drei, gefolgt von den früheren Tourneesiegern Kamil Stoch (Polen, Titelverteidiger) und Stefan Kraft (Österreich, 2014/15).



Ab dem Tourneestart in Oberstdorf werden allerdings die Karten in der Regel neu gemischt. Bezeichnend: In den vergangenen zwölf Jahren gelang es gerade einmal drei Athleten, ihrer Favoritenrolle auch bei der Vierschanzentournee gerecht zu werden. Zuletzt schaffte es der Slowene Peter Prevz vor zwei Jahren, als Weltcupführender auch die Tournee zu gewinnen. In den Jahren zuvor waren die Favoriten stets an der Diva Vierschanzentournee gescheitert, mit Ausnahme von Thomas Morgenstern (Österreich, 2010/11) und Jakub Janda (Tschechien), der 2005/06 als Weltcupführender gemeinsam mit dem Finnen Janne Ahonen triumphierte.

 

Tragischer Held ist in diesem Zusammenhang der Schweizer Simon Ammann. Der Vierfach-Olympiasieger hatte von 2006 bis 2010 gleich dreimal den Weltcup bis zum Skipringen in Engelberg dominiert, der Tourneesieg blieb ihm allerdings bis jetzt verwehrt, es reichte für Ammann immerhin zu zwei zweiten und zwei dritten Plätzen in der Gesamtwertung.
 

Gut für Richard Freitag ist unter diesem Gesichtspunkt die Tatsache, dass er in diesem Winter ähnlich dominant gesprungen ist wie Prevz, Morgenstern und Janda bei ihren Tourneeerfolgen. Alle hatten, wie Freitag in diesem Winter, mindestens drei Springen vor der Tournee gewonnen, Morgenstern und Janda sogar vier. Peter Prevz hatte vor zwei Jahren drei Erfolge und drei zweite Plätze im Gepäck, als er nach Oberstdorf anreiste. Bei Freitag sind es in diesem Winter drei Siege, zwei zweite Plätze sowie Rang vier in Wisla (Polen) und Platz 6 in Ruka (Finnland).
 

„Für uns als Veranstalter ist der Erfolg der deutschen Skispringer in dieser Saison natürlich ein Traum. Der Kartenvorverkauf boomt. In Oberstdorf sind die Karten für den Wettkampf am 30. Dezember bereits weg und auch in Innsbruck wird es, wie in den Jahren zuvor, am Wettkampftag  keine Tickets mehr an der Tageskasse geben. Ich rate allen Fans, sich auch für das Neujahrsskispringen in Garmisch-Partenkirchen, das Bergiselspringen sowie für das Finale in Bischofshofen rechtzeitig Tickets im Vorverkauf zu sichern“, erklärt Tourneepräsident Michael Maurer vom Skiclub Partenkirchen. Mit dem Print@Home-Service kann man sich seine Karten sicher online unter tickets.vierschanzentournee.com bestellen und bequem zu Hause ausdrucken.

Den letzten deutschen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee erreichte übrigens Sven Hannawald in der Saison 2001/2002 bei seinem legendären Vierfach-Erfolg. Dem heutigen Eurosport-Experten gelang damals als erstem und bislang einzigem Skispringer, alle vier Wettkämpfe innerhalb einer Vierschanzentournee zu gewinnen.
 

Die Konkurrenz für Richard Freitag und Andreas Wellinger ist groß. Auf Rang drei des Gesamtweltcups wartet mit dem Norweger Daniel Andre Tande der tragische Held der vergangenen Tournee. Bis zum letzten Sprung in Bischofshofen war Tande im Vorjahr noch dicht auf den Fersen von Tourneesieger Kamil Stoch geblieben. Doch im Finaldurchgang löste sich der Sicherheitsclip der Bindung und der Norweger konnte nur mit Mühe einen Sturz verhindern.
 

Auf den Plätzen vier und fünf der aktuellen Weltcupwertung lauern mit Kamil Stoch aus Polen und Stefan Kraft aus Österreich zwei Springer, die bereits bewiesen haben, dass sie dem Druck, der während der Vierschanzentournee auf den Athleten lastet, umgehen können. Stoch gewann die Tournee bekanntlich im Vorjahr, Kraft in der Saison 2014/15, als zum siebten, aber bisher letzten Mal in Folge ein Springer aus Österreich ganz oben stand. Die in diesem Winter als Team sehr starken Norweger warten übrigens seit elf Jahren auf den Tourneesieg, Deutschland seit 16 Jahren. (PM)
 


Tags:
vierschanzentournee richardfreitag topfavorit allgäu



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