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Verkehrslage in Immenstadt - Nach offenem Brief meldet sich der Bürgermeister Armin Schaupp zu Wort
23.10.2012 - 15:26
Die Verkehrslage ist derzeit ein großes Thema im Oberallgäuer Immenstadt. Staus und stockender Verkehr sind zu den Stoßzeiten schon an der Tagesordnung.
Dagegen soll etwas getan werden. Dieser Meinung sind nicht nur einige Fraktionen, sondern nun auch die Bürger. Horst Lex aus Bühl am Alpsee hat nun einen offenen Brief verfasst und er schreibt ganz deutlich, dass hier dringend etwas getan werden muss. Er appelliert ganz klar an die Bürgerinnen und Bürger, dass sie den Bürgermeister Armin Schaupp unterstützen sollen. Denn der hat sich bislang vergeblich für eine Umfahrung eingesetzt. Weiter schreibt er, dass es bereits 5 vor 12 sei. Grund für AllgäuHIT, direkt beim Immenstädter Bürgermeister Armin Schaupp nachzufragen.

AllgäuHIT:
Herr Schaupp, die Verkehrslage ist derzeit ein großes Thema in Immenstadt. Viele Menschen wünschen sich eine Umfahrung und für Immenstadt bedeutet das Ganze jetzt HOP oder TOP, sprich: Entweder Immenstadt ist nun dabei, oder nicht!

Armin Schaupp:
Das habe ich bereits damals schon gesagt. Sollte eine „Nein-Entscheidung“ kommen, dann wird das die Bundesrepublik bei der Fortschreibung des Bundesfernstraßenplanes entsprechend berücksichtigen und dann fliegt eine Option, jemals eine „Ortsumfahrung Immenstadt“ herzustellen, heraus. Das bedeutet, dass nach meinen Schätzungen dieses Projekt die nächsten 25 Jahre nicht mehr denkbar ist.

AllgäuHIT:
Nun hat uns auch der Hörerbrief von Horst Lex erreicht. Er sagt auch, dass diese Umfahrung unbedingt notwendig ist.

Armin Schaupp:
Man muss ja bloß mal mit offenen Augen durch die Stadt gehen und schauen, wie schwierige Verkehrsverhältnisse diese Stadt hat. Sei es draußen am Roßkopfkreisel, oder Stausituationen in Richtung Rauhenzell, oder auch die Verkehrsbelastung der Sonthofener- und Kemptenerstraße. Das hab ich damals bei der Diskussion alles angeführt. Ich habe die Entwicklung schon so kommen gesehen. Sie wissen ja, ich habe mich damals sehr dafür eingesetzt, dass wir eine Umfahrung in Immenstadt brauchen. Ich meine die Stadtnahe-Trasse würde der Stadt am meisten dienen. Die Entscheidung ist jetzt anders gekommen. Das ist eine demokratische Entscheidung. Gut, die Rechtsbindung ist inzwischen abgelaufen, aber wir stehen jetzt wieder vor einer neuen Dimension. Wenn der Stadtrat jetzt nicht ganz schnell ein Signal gibt wie beispielsweise: „Wir bitten darum, dass eine Umfahrungsoption offenzuhalten ist“ und dies deutlich der Bundesrepublik Deutschland mitteilt, dann braucht die nächste Generation über eine Umfahrung nicht diskutieren.

AllgäuHIT:
Horst Lex schreibt in seinem offenen Brief: „Deshalb appeliere ich an Euch Mitbürger, unterstützt hier unseren Bürgermeister, der sich bislang vergeblich dafür eingesetzt hat. Denkt an Euch und an die Zukunft Eurer Kinder. Setzt Euch endlich mal zusammen und kommt zu einem vernünftigen Vorschlag“.

Armin Schaupp:
Das kann ich nur unterstreichen. Diese Umgehung ist entscheidend für die Stadtentwicklung und der Optionen die sich damit öffnen, auch für den Einzelhandel. Dies hängt damit unmittelbar zusammen. Der Einzelhandel muss sich klar überlegen, ob er mit der bisherigen Struktur zufrieden ist, oder ob er erkennen muss, dass sich das Einkaufen grundsätzlich verändert und sich das Ganze im Verkehr und in der Verkehrslenkung auszudrücken hat.

AllgäuHIT:
Wenn wir jetzt in die Zukunft schauen. Wie könnte es für Immenstadt noch ein gutes Ende in dieser Sache geben?

Armin Schaupp:
Das Erste ist, dass sich der Stadtrat hier positioniert und ein klares Votum abgibt indem er sagt: „Wir bitten die Bundesrepublik aufgrund der tatsächlich realen Verkehrsentwicklung eine mögliche Umfahrungsstraße im Bundesfernstraßenplan zu belassen“. Leider ist das Ganze nur noch im weiteren Bedarf. Aber wenn ich diesen Auftrag habe, dann werde ich entsprechend mit dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses, dem Bayerischen Innenministerium und dem staatlichen Bauamt in Kontakt treten, diesen Wunsch weitergeben und natürlich vehement vertreten.

AllgäuHIT:
Sollte der Stadtrat nun sagen: „Okay, wir machen das“, dann könnte Immenstadt noch mit reinkommen?“

Armin Schaupp:
Dann besteht eine Chance, ja! Ansonsten ist der Zug mit absoluter Sicherheit abgefahren!

AllgäuHIT:
Eine ganz lange Zeit, wo wahrscheinlich in 20 Jahren das Ganze 2-3mal so viel Kosten beanspruchen wird.

Armin Schaupp:
Das ist das Eine. Nehmen wir aber mal an, die Bundesrepublik geht in 5-7 Jahren überhaupt die Planungen an, weil es nur im weiteren Bedarf ist, dann dauert allein so ein Planungsprozess mit Schaffung öffentlichen Rechts, etc. etc. mindestens 10 Jahre. Das heißt wir reden vielleicht in 15 Jahren darüber, ob wir eine Straße bauen, oder nicht. Aber bis dahin sind wir nur damit beschäftigt die planerischen und öffentlich/rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. Sollten wir nicht mehr im Bundesfernstraßenplan sein, dann können wir nicht einmal diese Vorarbeiten angehen.

Armin Schaupp, der 1. Bürgermeister von Immenstadt zur aktuellen Verkehrslage. Der Stadtrat muss am 15. November über die Umfahrung entscheiden. Ein Ergebnis ist bislang noch völlig offen. AllgäuHIT berichtet natürlich sofort nach der Stadtratssitzung über den Ausgang.

Vorschau der 3 möglichen Trassen der Umgehungsstraße

Offener Brief von Horst Lex aus Bühl am Alpsee:
Zur Verkehrslage in lmmenstadt:
Ich wohne hier im schönen Städtle erst seit 3 Jahren. Darum wollte ich mich bislang auch nicht groß hervortun.
Trotzdem wage ich es, auf diese unglückliche Situation hinzuweisen.
Vor mir liegt eine wunderschöne Broschüre mit dem Titel: "Älter werden im Landkreis Oberallgäu". -Aber: Bei uns werden die Senioren bereits auf dem Zebrastreifen totgefahren! Ist das eine Zukunft?
Die sog. Stadtspange (am Bahnkörper entlang) ist für die Beruhigung und die
Entwicklung der Innenstadt ein Segen, doch die Verkehrslage ist heute wohl
genauso schlecht wie vor 20 Jahren.
Damals haben wir Immenstadt einfach gemieden und sind über Weitnau zurück nach München gefahren. Warum? Weil ich ehrlich gesagt kein Freund von Staus bin. Da geh ich lieber spazieren.
Die Kommunen setzen aber doch verstärkt auf den Tourismus.
Wie soll das funktionieren? Wie wird das in den nächsten 20 Jahren sein?
Antwort: Die Touristen kommen nur 1 x, dann bleiben sie weg.
Ist das in unserem Sinne, wo der Stadthaushalt dringend Mittel benötigt für den Bau von Straßen, Schulen und Kindergärten?
Ich glaube nein.
Deshalb appelliere ich an Euch Mitbürger: Unterstützt hier unseren Bürgermeister, der sich bislang vergeblich dafür eingesetzt hat.
Denkt an Euch und an die Zukunft Eurer Kinder. Setzt Euch endlich zusammen und kommt zu einem vernünftigen Vorschlag.
Übrigens: Es ist sozusagen Fünf vor Zwölf. Warum? Weil wir bald Gefahr laufen, dass bei der Bundesfernstraßen-Planung eine Umgehung lmmenstadts gestrichen wird.
Das wäre fatal. Für uns und die Kinder lmmenstadts (inklusive Bühl am Alpsee).

Horst Lex
Alpsee GALERIE
Immenstadt

17. Okt. 2012
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