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Peter Michalski mit AllgäuHIT-Moderator Marcus Baumann
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Oberallgäu - Immenstadt
Dienstag, 24. November 2020

Peter Michalski bekämpft Mediensucht bei Kindern

Smartphones sind in dem heutigen Zeitalter wohl kaum mehr wegzudenken. Wir nutzen sie täglich, um miteinander in Kontakt zu bleiben, Bankgeschäfte zu erledigen oder einfach nur um Rezeptideen für das Wochenende zu finden. So ist es kaum verwunderlich, dass auch die jüngste Generation immer häufiger und immer früher Smartphones nutzt. Doch bei einigen Kindern und Jugendlichen entwickelt sich ein bewusster Medienkonsum, zu dem auch Video- oder Internetspiele gehören können, zu einer regelrechten Suchterkankung.

Diese Sucht stelle sich in der Regel schleichend ein, wie Heilpraktiker (Psychotherapie) und Eltern- und Familiencoach Peter Michalski erklärt.  Er hat in seiner Tätigkeit immer wieder Fälle von Kindern und Jugendlichen erlebt, bei denen die Kinder nach ihren Eltern schlugen, die Schule nicht mehr besuchen wollten oder sogar das Geld  der Eltern entwendeten, um beispielsweise Internetspiele zu finanzieren. Erste Anzeichen für eine Sucht gehen dabei über das gewöhnliche Quängeln "ich will aber noch ein bisschen länger" hinaus. Vielmehr seien Schimpfwörter und Beleidigungen der Kinder gegenüber den Eltern oder sogar das Werfen von Gegenstände bei Medienentzug und stundenlanger Konsum erste Anzeichen für eine Suchtproblematik.

Peter Michalski spricht hierbei von einer Eskalationsdynamik, die sich mit zunehmendem unkontrolliertem Konsum immer weiter entwickelt bis es sogar zu eben dieser Gewalt kommen kann.  Es entsteht eine psychische Abhängigkeit, bei der auch häufig die Eltern verzweifelt sind und nicht wissen, was sie falsch gemacht haben. Dabei stellt sich die Frage, was Eltern tun können, wenn sie eben solche Anzeichen bei Ihren Kindern feststellen. Der Heilpraktiker (Psychotherapie) rät grundsätzlich zu einer generellen Regulation des Medienkonsums, in schlimmen Fällen aber auch zu einem kurzzeitigen vollständigen Entzug, der von Fachleuten, wie ihm, begleitet werden kann. Wichtig ist, dass die Kinder und Jugendlichen den richtigen Umgang lernen. Daher ist ein völliges Medienverbot auch der falsche Ansatz. Die Gefahr der Sucht im Hinblick auf den Medienkonsum ist aber keineswegs eine Herausforderung, die ausschließlich Kinder und Jugendliche betrifft. Auch Erwachsene können, so Michalski, in ähnlicher Weise davon betroffen sein, wie beispielsweise durch Online-Casinos oder Internetspiele. 

Der Eltern- und Familiencoach erklärt, dass sich viele Jugendliche zunehmend in die digitale Welt flüchten gerade in der aktuellen Zeit, in der soziale Kontakte durch Corona eingeschränkt sind. Zudem komme heutzutage grundsätzlich die Problematik hinzu, dass sich die Jugendlichen international messen und vergleichen können. Durch Soziale Netzwerke ist es leicht zu sehen, was andere Nutzer beispielsweise in den USA machen. Häufig sehen die Jugendlichen den Erfolg anderer, sehen aber nicht wie viel Arbeit und finanzielle Mittel vielleicht dahinterstecken oder dass es sich um keine reelle Geschichte handelt. Kinder und Jugendliche wollen das in manchen Fällen nachahmen, stellen aber fest, dass sie nicht den gleichen Erfolg erreichen. Sie fangen dann an, so Peter Michalski, den Fehler bei sich selbst zu suchen. Durch diese Frustration könne es gleichzeitig dazu kommen, dass das Selbstbewusstsein Schaden nimmt.

Der Heilpraktiker (Psychotherapie) setze in seiner Vorgehensweise auf einen multisystemischen Ansatz, bei dem gemeinsam mit Jugendlichen und Eltern Gespräche geführt werden, um herauszufinden, woher die Probleme kommen. In vielen Fällen ist nicht allein das Medium Auslöser für die Sucht, sondern unterschiedliche Faktoren können einen Rolle spielen. In extremen Fällen sollte aber auch eine stationäre Betreuung der Jugendlichen und Kinder in Erwägung gezogen werden, um die Gewalt in den Griff zu bekommen. 

In seiner Praxis lege er viel Wert auf Kooperation und Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten wie psychologischen Psychotherapeuten gerade bei schweren Fällen. Ein Konkurrenzkampf zwischen den verschiedenen Fachexpertisen aufgrund von unterschiedlichen Meinungen verunsichere die Patienten nur zusätzlich, so der Heilpraktiker. Stattdessen setze er auf ein Netzwerk der Fachleute. 

 


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
mediensucht bekämpfung corona allgäu


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