Moderator: Hits der 70er bis Heute
 
 
HWK-Präsident Rauch übernahm in Immenstadt die Patenschaft für die beiden jungen Asylbewerber.
(Bildquelle: Monika Treutler-Walle)
 
Oberallgäu - Immenstadt
Donnerstag, 27. November 2014

Asylbewerbern in Immenstadt eine Chance geben

HWK-Präsident Rauch übernimmt Patenschaft

Für Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben (HWK), und Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner war der Termin in Immenstadt etwas Besonderes. Der HWK-Präsident übernahm an der Berufsschule in Immenstadt die Patenschaft für zwei junge Asylbewerber, die dort bereits im zweiten Jahr in einer sogenannten BAF-Klasse (Berufsschulpflichtige und –berechtigte Asylbewerber und Flüchtlinge) auf die Arbeitswelt in Deutschland vorbereitet werden. Für Rauch ist es ein wichtiges, persönliches Anliegen, die Jugendlichen auf dem Weg in eine Berufsausbildung zu begleiten, zu fördern und ihnen zur Seite zu stehen: „Ich möchte mit dieser Patenschaft ein Zeichen setzen und am Beispiel dieser Beiden zeigen, wie wichtig es ist, die jungen Menschen an die Hand zu nehmen,“ betonte Rauch.

Die Handwerkskammer für Schwaben (HWK) beschäftigt sich seit nahezu 15 Jahren mit dem Thema der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ins Handwerk. Seit 2009 kümmert sich ein Mitarbeiter ausschließlich um die Arbeitsmarktintegration sowie die Weiterbildung von Flüchtlingen und Asylsuchenden. „Angesichts der aktuellen Flüchtlingsthematik wollen wir unsere Bereitschaft zu helfen signalisieren und deutlich machen, dass im Handwerk viele Möglichkeiten für Flüchtlinge vorhanden sind. Doch dafür müssen die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden“, forderte Wagner.

Für den 24-jährigen Mahmood Mostajeran Gurtani aus dem Iran und den 17-jährigen Ismael Bagayoko von der Elfenbeinküste ging heute ein Traum in Erfüllung. HWK-Präsident Hans-Peter Rauch übernahm in Immenstadt die Patenschaft für die beiden jungen Männer. Mahmood Mostajeran Gurtani hat bereits als 11-jähriger in seinem Heimatland begonnen in Konditorei zu arbeiten. Eine Schule hat er im Iran nie besucht. Er strebt jetzt eine Ausbildung zum Konditor an. Ismael Bagayoko verfügt über schulische Kenntnisse in seiner Heimat und möchte nun eine Ausbildung zum Maurer oder Straßenbauer antreten. Gut vorbereitet durch den Unterricht an der Berufsschule, haben beide nun über die Patenschaft gute Aussichten zunächst einen Praktikumsplatz und im besten Fall später eine Ausbildung zu erhalten. HWK-Präsident Rauch wird sich persönlich für die Beiden einsetzen.

Seit Anfang des Jahres verzeichnet die HWK Schwaben eine deutliche Zunahme der Anfragen von Flüchtlingen und Asylsuchenden, die direkt oder über Netzwerkpartner auf die Handwerkskammer zukommen. Dabei ist das Know-How der HWK-Spezialisten in der Beratung und Arbeitsvermittlung von Flüchtlingen sehr gefragt.

 

Grundsätzlich läuft eine Beratung so ab:

 - interkulturelle Laufbahnberatung und Berufsorientierung

 - Kompetenzfeststellung

 - ggf. Nachqualifizierung, um die geforderte Qualifikation zu erreichen und somit fit für den Arbeitsmarkt zu sein

 - Herstellen des Kontakts zu Unternehmen, die Auszubildende/Mitarbeiter suchen und Begleitung dieser Arbeitsverhältnisse

 - Anerkennungsberatung (gesetzlicher Auftrag)

Schlüssel zu einer Beschäftigung/Ausbildung im Handwerk ist die sprachliche Kompetenz. An Kenntnissen in der deutschen Sprache kommt man gerade im Handwerk nicht vorbei. Denn das Handwerk zeichnet sich durch individuelle, nicht automatisierte Tätigkeiten aus und dies hat individuelle Arbeitsaufträge an die Mitarbeiter zur Folge. Ohne gute Deutschkenntnisse ist dies nicht möglich. Hinzu kommt, dass Handwerksbetriebe in den meisten Fällen über intensive Kundenkontakte verfügen und auch hier ein gutes sprachliches Verständnis erforderlich ist.

Ausbildung muss zielführend sein

„Jetzt aus der aktuellen Not heraus junge Menschen in eine Ausbildung zu bringen, nur damit sie „verräumt“ sind, das hat keinen Wert“, betont HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner. Sinn und Zweck einer Berufsausbildung im dualen System sei stets ein erfolgreicher Abschluss. Nur dann hätten diese Menschen eine Chance auf unserem Arbeitsmarkt. „Dazu“, so Wagner weiter, „braucht es Zeit, und Erfolg stellt sich nicht im Handumdrehen ein. Da haben wir als Handwerkskammer langjährige Erfahrung.“

Politische Rahmenbedingungen unverzichtbar

Unerlässlich für eine erfolgreiche Arbeit ist jedoch eine tragfähige politische und gesetzliche Basis.

Das heißt konkret:

 - es muss klar sein, welchen rechtlichen Status der jeweilige Flüchtling hat

 - es braucht einen geordneten Weg, wie mit Flüchtlingen in Deutschland umgegangen wird und dazu muss es eine entsprechende Rechtsgrundlage geben

 - die finanzielle Grundlage und auch die Zuständigkeiten müssen eindeutig geregelt sein.

 

Für Hauptgeschäftsführer Wagner muss daher die Politik schnellst-möglich verlässliche Rahmenbedingungen schaffen: „Ins „Blaue“ hinein zu agieren, wird niemandem gerecht – schon gar nicht den oftmals schwer traumatisierten Menschen. Die Wirtschaft und das Handwerk werden nur dann ausbilden, wenn sichergestellt ist, dass die jungen Menschen nach der Ausbildung auch dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.“

 


Tags:
asyl rauch partner allgäu



DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:
Mike Mieszkowski verlässt ESV Kaufbeuren - Auch Kooperationsspieler Garret Pruden läuft nicht mehr im Trikot der Joker auf
Der ESV Kaufbeuren und Mike Mieszkowski gehen getrennte Wege. Der 26 Jahre alte Stürmer wird sich innerhalb der DEL2 einem neuen Club anschließen. Der ...
Afrikaner an der Grenze bei Hörbranz abgewiesen - Bundespolizei kontrolliert mehrfach gesuchten Nigerianer
Am Dienstagmorgen (10. Dezember) haben Bundespolizisten auf der BAB 96 einen Nigerianer beim Versuch ertappt, unerlaubt nach Deutschland einzureisen. Der Afrikaner wurde ...
Landkreis Lindau: Gemeinsames Jugendschutzkonzept - Drei Vereine arbeiten zusammen um Kinder zu schützen
Der TSV Lindau, der TSV Schlachters und der TSV Oberreitnau intensivieren ihre Zusammenarbeit und haben ein gemeinsames Schutzkonzept zur Prävention von ...
Green Deal: Ulrike Müller fordert Forststrategie - Europaabgeordnete definiert in diesem Zusammenhang drei Prioritäten
Ulrike Müller pocht auf technologie-offene Mobilitätslösungen und kollektive Verantwortung für Nachhaltigkeit von Lebensmitteln   Die ...
Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel im Allgäu - Diskussion durch die Initiative der IHK Schwaben
Schulpartnerschaften, P-Seminare oder Elternabende – die Gymnasien in Kempten und dem Oberallgäu tun vieles, um ihre Schüler und deren Eltern davon zu ...
Zwei mögliche Schleusungen ins Allgäu unterbunden - Bundespolizei Füssen am Grenztunnel im Einsatz
Am vergangenen Wochenende (7./8. Dezember) hat die Bundespolizei erneut zwei Schleusungen am Grenztunnel Füssen vereitelt. Vier Afrikaner waren angeblichen zu einer ...
© 2019 AllgäuHIT - Baumann & Häuslinger GbR • Richard-Wagner-Str. 14 • 87525 Sonthofen - Tel: 08321-676 1360
Die Nutzung der Nachrichten von AllgäuHIT, auch in Auszügen, ist ausschließlich für den privaten Bereich freigegeben.
Eine Nutzung für den gewerblichen Bereich erfordert eine schriftliche Genehmigung der Baumann & Häuslinger GbR
MEINE REGIONALNACHRICHTEN
Meine Allgäu-Region wählen ...
 
Kleinwalsertal Kempten Oberallgäu Kaufbeuren Ostallgäu Memmingen Unterallgäu Bodensee
LIKE UNS BEI FACEBOOK
 
DIE LETZTEN 3 GESPIELTEN TITEL
 
James Arthur & Ty Dolla $ign feat. Shotty Horroh
Treehouse
 
Guns n´ Roses
Sweet Child O´ Mine
 
The Weeknd
Can´t Feel My Face
AKTUELLE BILDERGALERIEN
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Casinoatmosphäre
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Sonthofen-Burgberg
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Gastromesse im C+C Oberallgäu
 
 
Radio einschalten Ihr Spot bei uns Glasklarer Empfang Datenschutz/Impressum