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Tour-Guide möglicherweise Schuld an tödlichem Canyoning-Unfall
17.09.2012 - 15:54
Die Polizei hat erste Ermittlungsergebnisse nach dem tödlichen Canyoningunfall im Gunzesrieder Tal bei Blaichach bekannt gegeben. Demnach hat einer der Tour-Guides einen Fehler gemacht.
Aufgrund von Zeugenaussagen ist zwischenzeitlich davon auszugehen, dass die verheiratete Frau bereits bei Beginn der Abseilaktion ungebremst auf einen sechs Meter tiefer liegenden Felsriegel stürzte und sich dabei tödliche Verletzungen zuzog. Aufgrund der Ermittlungen vor Ort steht ein Fehler bei der Anwendung der Sicherungstechnik durch den 47 Jährigen im Raum.

Die zum Abseilen verwendete Ausrüstung wurde sichergestellt. Gegen den Mann aus Vorarlberg, der als Angestellter einer Firma tätig ist, die diverse Outdoor Sportarten anbietet, wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Die Verstorbene wurde durch den Polizeihubschrauber Edelweiß geborgen. Die anderen Teilnehmer konnten über einen Ausstieg die Klamm verlassen und wurden aufgrund des Vorfalls unter anderem durch den Kriseninterventionsdienst betreut.

In den vergangenen Jahren wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West nur wenige Unfälle im Zusammenhang mit geführten Canyoning Touren bei der Polizei bekannt; unter anderem ereignete sich 2004 an der selben Stelle ein Unfall bei dem ein unerfahrener Teilnehmer schwer verletzt wurde, als er die Steilstufe durch den Sprung in einen Gumpen überwinden sollte.

Am Sonntag den 16.09.2012 war eine Gruppe von 19 Beschäftigten einer überregional tätigen Firma im Rahmen eines Betriebsausflugs zu einer geführten Canyoning Tour aufgebrochen. Nach einer kurzen Einweisung der Männer und Frauen aus den Landkreisen Neu-Ulm, Günzburg, Alb-Donau-Kreis, Biberach sowie der Stadt Ulm durch die beiden Guides musste gleich zu Beginn der Tour eine ca. 12 m hohe Steilstufe, der sogenannte „Große Sprung“ überwunden werden. Hierzu wurden die Teilnehmer durch die beiden Führer, die parallel arbeiteten, gesichert und über die Felsen herabgelassen. Gegen 11:45 Uhr sollte eine 30-jährige Frau aus Neu-Ulm als eine der Letzten der Gruppe durch den 47 Jährigen herabgelassen werden.

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