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Michael Finger (Bund Naturschutz) und Alois Ried (Bürgermeister Ofterschwang)
(Bildquelle: AllgäuHIT | Marcus Baumann)
 
Oberallgäu - Fischen
Dienstag, 19. Januar 2016

Proteste vor Söder-Besuch im Allgäu

Sanfter Tourismus wird unterschiedlich bewertet

Rund um den Besuch von Bayerns Heimat-, Landesentwicklungs- und Finanzminister Dr. Markus Söder haben Umweltaktivisten in Fischen protestiert. Etwa 40 Personen hatten sich vor dem Kurhaus Fiskina versammelt und hielten Transparente und Tafeln in die Höhe. Auf diesen Stand unter anderem "Hände weg vom Riedberger Horn".

Mit dabei und einer der Initiatoren war Michael Finger vom Bund Naturschutz im Oberallgäu:

Michael Finger (Bund Naturschutz, Oberallgäu): "Wir wollen natürlich Flagge zeigen, dass wir gegen die Erschließung des Riedberger Horns sind und ihn daran erinnern, was er als Umweltminister einst gesagt hat: Keine Erschließung des Riedbergerhorns war seine Aussage damals."

Geklappt hatte das nicht: Der Minister wurde von Sicherheitspersonal und CSU-Kollegen an den Aktivisten vorbeigeschleust. Sagte später: "Ich bin ehrlich gesagt reingelotst worden. Mir hat man gesagt: "Geh den Weg". Ich bin ein braver Politiker und folge dem, was man sagt. Ich wusste gar nicht, dass jemand da war." Michael Finger hatte ihm vergeblich hinterhergerufen.

Die Vermutung: Markus Söder will sich daran nicht die Finger im Bezug auf seine Ministerpräsidenten-Kandidatur verbrennen. Er dürfte die Entscheidung an das bayerische Kabinett weiterreichen:

Michael Finger (Bund Naturschutz, Oberallgäu): "So sehen wir das auch. Aber im Endeffekt muss er auch im Kabinett seine Stimme abgeben und für wen oder was er diese Stimme abgibt oder wie er sich in der Diskussion äußert, wird vielleicht maßgeblich sein, wie sich das Kabinett entscheidet."

Sanfter Tourismus - Das schlagen die Umweltaktivisten den Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein als Alternative vor. Aber kann das funktionieren?

Michael Finger (Bund Naturschutz, Oberallgäu): "Ich habe heute einen Werbespot aus Oberbayern gehört. Die haben mit Stockschießen, Eislaufen, Langlaufen Werbung gemacht. Die haben in diesem Bereich keine Berge. Die haben da eine ganz massive Kampagne gefahren. Ich glaube schon, dass der sanfte Tourismus eine Zukunft hat, weil in Technikzeiten, wo die Leute sehr gestresst, die Leute einfach auch solche Räume suchen, indem sie sich frei bewegen können, indem sie auch mal ich sein können und sich nicht an eine Bahn binden und andere technische Geräte."

Der Ofterschwanger Bürgermeister und stellvertretende oberallgäuer Landrat Alois Ried hat da eine etwas andere Meinung zu diesem Thema:

Alois Ried (Stv. oberallgäuer Landrat und Bürgermeister Gemeinde Ofterschwang): "Wir haben ja nichts gegen sanften Tourismus. Wir haben ja Bergwandern auch Sommer wie Winter und das ist ja auch alles schön und gut. Aber ich sage Ihnen mal eins: Wenn sie einen überzeugten Fleischesser haben, dann werden sie den nicht morgen dazu bewegen, dass er Tofu-Schnitzel isst. Und wenn sie jemanden haben, der gerne Skifahren geht, dann kommt der nicht nach Ofterschwang zum Schlittenfahren, sondern dann geht der woanders hin. Das sind nunmal die Tatsachen, die muss man ganz klar im Auge behalten und danach muss man auch handeln."

Ried meint, dass Liftanlagen grundsätzlich auf 15 oder 20 Jahre gebaut werden. Anschließend könne man sehen, ob es aufgrund des Klimawandels noch einen nutzen habe. Derzeit mache es auf jeden Fall noch Sinn in Wintersportangebote zu investieren.


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proteste naturschutz riedbergerhorn allgäu



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