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Winterpanorama in einem Allgäuer Skigebiet (Archiv)
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Oberallgäu - Balderschwang/Obermaiselstein
Montag, 9. März 2015

Riedberger Horn und Grasgehren weiterhin heiß diskutiert

Alpenschutzkommission informiert über aktuellen Stand

Die Alpenschutzkommission CIPRA Deutschland und seine Mitgliedsorganisationen informieren zur aktuellen Planungs- und Rechtssituation der Erschließungsmaßnahmen am Riedberger Horn. Dazu findet heute in München ein Pressegespräch statt. Ab 11:30 Uhr wir dder aktuelle Stand noch einmal besprochen und über Neuigkeiten informiert.

Im Oberallgäu am Riedberger Horn (Balderschwang-Obermaiselstein) laufen seit geraumer Zeit Planungen und Anhörungsverfahren für neue Liftanlagen und Skipisten mit dem Ziel eines Skigebietszusammenschlusses. Bisher ist der Gipfel des Riedberger Horns ein herrliches Ziel für den Skitourengeher und Schneeschuhwander im Winter sowie ein beliebtes Wandergebiet im Sommer. Trotz dieser touristischen Attraktivität konnte in der Vergangenheit durch geschickte Planung eine Balance zwischen Naturschutz und Tourismus gefunden werden.

Dabei gibt es aber unterschiedliche Meinungen. Die Naturschützer wollen das Gebiet erhalten, immerhin steht es auch als Naturschutzgebiet ausgeschrieben. Die Unternehmer der bereits bestehenden Skilifte und Skigebiete wollen eine Modernisierung und einen Zusammenschluss, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz steht hinter einem Zusammenschluss. Er sagte gegnüber AllgäuHit:

"Ich sehe das nicht so kritisch, wie etwa der Deutsche Alpenverein oder der Bund Naturschutz. Ich meine, das wäre ein Gewinn für diesen Bereich, insbesondere für das Hochtal Balderschwang. Eben weil man eine Seilbahnverbindung schaffen könnte zwischen dem Grasgehren und Balderschwang unterhalb des Riedberger Horns und nicht über das Riedberger Horn, wie manche behaupten. Damit könnte man den Tourismus in Balderschwang und Obermaiselstein in eine gute Zukunft führen".

Ebenso der Bürgermeister der unmittelbar betroffenen Gemeinde, Peter Stehle, steht hinter den Plänen eines Zusammenschlusses:

"Gegenüber allen anderen Gebieten um uns herum, vielleicht mit Ausnahme der in Oberstdorf, haben wir eine hohe Schneesicherheit. Das liegt unter anderem daran, dass die Talstation des Skigebiets Grasgehren bspw. auf einer Höhe liegt, wo anderenorts bereits die Bergstation steht - So zum Beispiel im Gebiet Gunzesried-Ofterschwang - Und das wäre einfach schade, wenn man diese Schneesicherheit nicht verwerten könnte".

Der Bundnaturschutz und der Deutsche Alpenverein (DAV) sehen die Gefahr aber in ganz Bayern. Sollte es einen Zuspruch von der Landesregierung geben, könnten schon bald mehr Alpenschutzzonen im Freisstaat verloren gehen. Die Schutzzone C würde demnach nicht länger existieren, so befürchten es die Naturschützer.

Die Befürworter hinterfragen die Schutzzone am Riedberger Horn. Die Menschen in Balderschwang und Obermaiselstein leben vom Tourismus - Mit einem moderneren, größeren Skigebiet wären die Gemeinden bestens für die Zukunft gerüstet. Hinzu kommt: Ob eine Schutzgebiet der Gattung C in diesem Bereich sinnvoll ist, gilt es vielleicht zu hinterfragen. Schließlich soll dies ein besonderer Rückzugsraum gerade für den Menschen sein, ohne Technik und Co. Nachdem damals schon Technik vorhanden war, wurde die Schutzzone vor Jahrzehnten drumrumgelegt. Wenn nicht gerade um Balderschwang dafür genug Alternativplätze zur Verfügung stehen, wo dann im Allgäu, in Bayern und der gesamten Bundesrepublik?


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