Moderator: Hits der 70er bis Heute
 
 
Oberarzt Dr. Matthias Missel (links), Stationsleiterin Angela Ludwig (daneben) auf der Palliativstation in Memmingen
(Bildquelle: Haas/Klinikum Memmingen)
 
Memmingen
Freitag, 6. März 2015

Fünfjähriges Bestehen der Palliativstation im Klinikum Memmingen

Im Mittelpunkt steht die Lebensqualität, nicht die Lebensdauer

„Man muss die Verzweiflung des Patienten aushalten können“, schildert Stationsleiterin Angela Ludwig von der Memminger Palliativstation, deren fünfjähriges Bestehen jetzt gefeiert wurde. Auf der Sechs-Betten-Station im Klinikum Memmingen erfahren Patienten mit einer nicht heilbaren, stark fortgeschrittenen Erkrankung eine ganzheitliche Behandlung und Pflege.

„Man muss auch die Stille und das Sterben aushalten können“, sagt Stationsleiterin Ludwig, die mit einem multidisziplinären Team Symptome wie Schmerzen, Atemnot, Erbrechen, Schlafstörungen oder Angst lindert.

„Die Arbeit ist anstrengend und auslaugend, aber auch bereichernd und befriedigend – sowohl für das Personal, als auch für die Patienten“, beschreibt Ludwig. „Jeder Tag ist anders und man muss lernen, Gefühlsausbrüche der Patienten nicht persönlich zunehmen.“

Rund 800 Patienten sind in den vergangenen fünf Jahren auf der Palliativstation im Klinikum Memmingen versorgt worden. Neben einer medizinischen Behandlung durch speziell ausgebildete Ärzte und Pflegekräfte werden Kranken- und Atemgymnastik, Kunst-, Musik- und Entspannungstherapie, eine psychoonkologische sowie eine seelsorgerische Betreuung angeboten.

„Eine weitere wichtige Säule ist der Sozialdienst“, beschreibt Ludwig. „Hier geht es meist um Beratung, wie etwa die weitere häusliche Versorgung unserer Patienten, die gut geplant und vorbereitet werden muss.“

Für den Bau einer Palliativstation hatte der Ärztliche Direktor am Klinikum Memmingen, Professor Dr. Albrecht Pfeiffer, bereits vor 15 Jahren gekämpft, wie er rückblickend erzählt: „Aber damals war die Zeit noch nicht reif.“ Heute sei die Station „sehr gut akzeptiert“ und hinsichtlich der Patientenversorgung nicht mehr wegzudenken: „Die Einführung der Palliativstation ist aus ärztlicher und humanitärer Sicht die größte Errungenschaft, die ich in meiner über 30-jährigen beruflichen Tätigkeit erleben durfte.“

Als im November 2009 die Palliativstation eröffnet wurde, sei das Konzept der Palliativmedizin für viele Patienten und Angehörige neu und unbekannt gewesen, schildert Oberarzt Dr. Matthias Missel. „Viele dachten, die Palliativstation sei eine reine Sterbestation. Aber das ist nicht so. Auch wenn im Zentrum unserer Bemühungen die Lebensqualität statt die Lebenserhaltung um jeden Preis steht.“

Rund 35 Prozent der Patienten sterben laut Missel auf der Palliativstation. Etwa 60 Prozent könnten nach Hause entlassen werden.

„Wichtig ist, dass die weitere ambulante Versorgung geregelt ist und der Patient entsprechend seiner Erkrankung versorgt werden kann“, betont Missel. Falls erforderlich, kümmert sich – neben dem Hausarzt und der bereits bestehenden ambulanten Pflege – ein spezialisiertes, ambulantes Palliativteam der gemeinnützigen Pallium GmbH um die Patienten: „Hinter Pallium, das vom Sankt Elisabeth Hospizverein und der Memminger Diakonie getragen wird, verbirgt sich ein kleines, hochmotiviertes Team, das medizinisch und pflegerisch top qualifiziert ist und an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung steht,“ erklärt Oberarzt Dr. Thomas Roth, Vorsitzender des St. Elisabeth Hospizvereins. Das Pallium-Team setzt sich zum Teil aus ehemaligen oder noch aktiven Mitarbeitern der Memminger Palliativstation zusammen.


Tags:
palliativstation klinikum memmingen jubiläum medizin



DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:
Rennradfahrer verstirbt nach Unfall in Hetzlinshofen - Rennfahrer zog sich schwere Kopfverletzungen zu
Der 63-jährige Rennradfahrer, der am 17.10.2019 in Hetzlinshofen alleinbeteiligt zu Sturz gekommen war, und sich, obwohl er einen Fahrradhelm trug, schwerste ...
Verträge zum neuen Klinikverbund unterzeichnet - Neuer Klinikverbund ist nun juristisch beurkundet
Auch die letzten juristischen Hürden sind geschafft. Heute wurden die Verträge für den neuen Klinikverbund notariell beurkundet und unterschrieben. Die ...
Rennradfahrer verletzt sich bei Sturz schwer - 63-Jähriger schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht
In den Nachmittagsstunden des Donnerstag, 17.10.2019, befuhr ein 63-jähriger Rennradfahrer zusammen mit einem weiteren Radfahrer die Woringer Straße in ...
Indians empfangen Schlusslicht Höchstadt am Freitag - ECDC Memmingen will Platz vier verteidigen
Als Tabellen-Vierter gehen die Memminger Indians ins kommende Wochenende der Oberliga-Süd. Gegen den langjährigen Konkurrenten aus Höchstadt soll dieser ...
Humedica-Gründer Wolfgang Groß erhält Ehrenring - Auszeichnung der Stadt Kaufbeuren für soziale Engagement
Wolfgang Groß gründete gemeinsam mit seinem Bruder den Verein Humedica e.V. mit Hauptsitz in Kaufbeuren. Die anerkannte Hilfsorganisation leistet weltweit ...
Kooperation: bigBOX Allgäu und humedica - Becherpfand wird künftig für Hilfsprojekte gespendet
Die Besucher der bigBOX ALLGÄU können bei Veranstaltungen ihr Becherpfand nun zugunsten der vielfältigen gemeinnützigen Projekte von humedica e.V. ...
© 2019 AllgäuHIT - Baumann & Häuslinger GbR • Richard-Wagner-Str. 14 • 87525 Sonthofen - Tel: 08321-676 1360
Die Nutzung der Nachrichten von AllgäuHIT, auch in Auszügen, ist ausschließlich für den privaten Bereich freigegeben.
Eine Nutzung für den gewerblichen Bereich erfordert eine schriftliche Genehmigung der Baumann & Häuslinger GbR
MEINE REGIONALNACHRICHTEN
Meine Allgäu-Region wählen ...
 
Kleinwalsertal Kempten Oberallgäu Kaufbeuren Ostallgäu Memmingen Unterallgäu Bodensee
LIKE UNS BEI FACEBOOK
 
DIE LETZTEN 3 GESPIELTEN TITEL
 
Kygo & Selena Gomez
It Ain´t Me
 
Patrick Nuo
Reanimate
 
Lukas Graham
Love Someone
AKTUELLE BILDERGALERIEN
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Wolf gesichtet
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Unfall auf B308 bei Oberstaufen
 
AllgäuHIT-Bildergalerie
Schwerer Unfall auf B308
 
 
Radio einschalten Ihr Spot bei uns Glasklarer Empfang Datenschutz/Impressum