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FCM-Spieler Daniel Böck versteht die Fußballwelt nicht mehr
23.11.2012 - 16:36
Daniel Böck ist auf dem Fußballplatz kein Kind von Traurigkeit, kann austeilen und auch einstecken.
Nach seinem Platzverweis im Regionalliga-Heimspiel des FC Memmingen gegen Buchbach (0:2) zeigte sich der 28-jährige aber durchaus dünnhäutiger. Zum dritten Mal in dieser Saison muss er nach einer Gelb- und einer Gelb-Rot-Sperre unfreiwillig zuschauen. Auf jeden Fall ist dies im wichtigen Kellerduell beim VfL Frohnlach (14 Uhr) der Fall.

Und vermutlich auch noch für länger, denn der Verbandsanwalt forderte in seinem Strafantrag die Mindestsperre von sechs Verbandsspielen wegen einer „Tätlichkeit“. Was Böck aus allen Wolken fallen lässt. „Das kann doch nicht wahr sein“, dachte er sich schon, als Schiedsrichter Benjamin Cortus auf dem Platz den Roten Karton unter die Nase hielt.

„Das war keine Tätlichkeit, das war nicht mal Gelb“, schildert der Allrounder, der hinten wie vorne einsetzbar ist, die Situation aus seiner Sicht. Im Zweikampf habe er sich den Ball erobert und gar nicht gesehen, dass hinter ihm noch einer gewesen ist. Dass er den Gegenspieler mit dem Arm im Gesicht getroffen hat, räumt Böck ein – aber Absicht sei nie und nimmer im Spiel gewesen. Wie die nebligen Videoaufnahmen, die der FC Memmingen in seiner Stellungnahme an die Sportrichter anführt, eigentlich auch belegen.

Zumindest war die Aktion kein Vergleich zum Platzverweis des Ex-Memmingers Timo Gebhart nach seinem Ellenbogencheck im Bundesliga-Spiel des 1. FC Nürnberg gegen Bayern-Profi Bastian Schweinsteiger. Und Gebhart kam mit Gelb-Rot davon.

Dass er eine gewisse Grundaggressivität auf dem Rasen hat, streitet Böck keineswegs ab. Gerade gegen Buchbach hätte er sich die auch von seinen Mannschaftskameraden gewünscht. „Manchen ist noch nicht bewusst, um was es momentan geht“, redet der Sportlehrer den Mitspielern ins Gewissen. „Zu lethargisch“ seien da einige zu Werke gegangen, deshalb habe er sich entschlossen, sich trotz Verletzung doch noch einwechseln zu lassen.

Was ihn momentan noch mehr trifft als die Tatsache, dass er vermutlich in den drei noch anstehenden Spielen vor Winterpause fehlen wird, ist die aufkommende Kritik an seiner Person – auch wenn er öffentlich dazu nichts sagen will. Auch Trainer Esad Kahric reagierte zunächst sauer, „weil Fakt ist, dass Daniel zum dritten Mal fehlt“. Der Coach weiß aber im Grund, was er an dem quirligen Wirbelwind hat.

Statt draußen mitzuleiden, will der Junge aus dem 400-Seelen-Dorf Immelstetten (Markt Wald/Unterallgäu) jedenfalls lieber wieder auf dem Platz seinen Mann stehen. Und auch seine Knochen selbst hinhalten, wie er es in den insgesamt über 14 Jahren beim Fußballclub selbst immer wieder getan hat. Zwei schwere Verletzungen belegen das. Nicht nur bei den überstanden Kreuzbandrissen hat Böck für sich selbst gelernt, wieder aufzustehen. Eine Parole, die für den sportlich angeschlagenen FCM momentan auch insgesamt gilt. (ASS)

Zur Person:
Daniel Böck, geboren 15. März 1984
Spitzname: „Böcki“
Position: Alles außer Torwart
Familienstand: ledig
Wohnort: Immelstetten
Beruf: Sportlehrer in München

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