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Kempten
Dienstag, 2. September 2014

Schusswechsel in Zug bei Kempten

Staatsanwaltschaft will im Oktober Anklage erheben

Nach dem Schusswechsel in einem Zug bei Kempten im März dieses Jahres soll schon bald Anklage gegen einen überlebenden Täter erhoben werden. Wie die zuständige Staatsanwaltschaft mitteilte, gehe sie von einem entsprechenden Vorgang im Oktober dieses Jahres aus.

Ein Sprecher bestätigte dem Bayerischen Rundfunk, dass noch einige Wochen bis zur Anklageerhebung vergehen dürften. Grund seien formale Dinge. So fehle der Staatsanwaltschaft zum Beispiel noch der abschließende Bericht der Polizei. Außerdem müssten die Unterlagen auch der Verteidigung des 44-jährigen Tatverdächtigen noch zur Verfügung gestellt werden.

 

Ursprüngliche Meldung:
Zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit anschließender Schussabgabe war es bereits am Freitagnachmittag, 21. März, in einem Zug von Kaufbeuren nach Kempten gekommen.

Kurz nach 14:30 Uhr wurde der Polizei mitgeteilt, dass es zu einer Schlägerei, in dem nach bisherigen Erkenntnissen mit bis zu 400 Personen voll besetzten Zug Alex 84148, gekommen sei. Derzeit wird davon ausgegangen, dass zwei Beamte der Bundespolizei mit Kontrollen von Fahrgästen beschäftigt waren. Hierbei wurde von den Beamten festgestellt, dass für einen der Fahrgäste, ein 20-jähriger Mann, ein Haftbefehl zur Vollstreckung einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 5 Monaten wegen räuberischen Diebstahls bestand. Im weiteren Verlauf kam es offenbar zu einer Eskalation zwischen dem Kontrollierten und einer weiteren Person sowie den Beamten, in der es zum Verlust einer Dienstwaffe eines Bundespolizeibeamten kam. In diesem Zusammenhang kam es auch zur Abgabe von Schüssen. Ein 36-jähriger Beamter des Bayerischen Landeskriminalamts, der sich ebenfalls in dem Zug befand, wurde auf die Auseinandersetzung aufmerksam. Er begab sich zu dem Abteil und gab im weiteren Verlauf mehrere Schüsse auf die Tatverdächtigen ab. Der genaue Ablauf der Auseinandersetzung, sowie die Schussabgaben sind Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Auf Höhe Günzach wurde von einer bisher nicht bekannten Person eine Notbremsung eingeleitet. Offensichtlich nutzten mehrere Personen diese Bremsung aus, um den Zug zu verlassen. Der Zug setzte im weiteren Verlauf seine Fahrt zum Bahnhof Kempten fort. Beim Halt am Zielbahnhof begannen die Fahrgäste umgehend den Zug zu verlassen. Da davon auszugehen war, dass sich der Täter noch im vorderen Teil des Zuges befand, wurde durch die herbeigeeilten Einsatzkräfte der Bahnhof abgeriegelt und die verbliebenen Fahrgäste über den hinteren Teil des Zuges evakuiert. Eine Durchsuchung des Zuges, unter anderem durch Kräfte des SEK, das ebenfalls alarmiert worden war, führte nicht zur Auffindung der Tatverdächtigen.

Im Lauf des Einsatzes wurde der Polizei mitgeteilt, dass sich im Bereich Günzach eine tote Person auf freier Strecke neben dem Gleiskörper befinden würde. Aufgrund der derzeitigen Erkenntnisse ist davon auszugehen, dass es sich bei dem Mann um einen Tatverdächtigen handelt. Im Rahmen von Suchmaßnahme wurde zudem ein schwerverletzter 44-jähriger Mann gefunden, die ebenfalls als Tatverdächtiger gilt. Der Schwerverletzte wurde zur Versorgung seiner Verletzungen mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Beide Personen hatten offenbar vor des Nothalts den Zug auf der freien Strecke verlassen, wobei eine Person überrollt wurde und tödliche Verletzungen erlitt. Bei der Absuche des relevanten Bereichs wurde die Dienstwaffe eines der beiden Bundespolizeibeamten sowie eine weitere Schusswaffe aufgefunden. Durch die Staatsanwaltschaft Kempten wurde die Obduktion des Verstorbenen beantragt. Aufgrund der Feststellung der beiden Tatverdächtigen wurden die Fahndungsmaßnahmen um 17.45 Uhr eingestellt. Aktuell laufen sowohl im Bereich Günzach als auch am Zug in Kempten die Spurensicherungsmaßnahmen.

Bei dem Vorfall im Zug wurde ein 44-jähriger Beamte der Bundespolizei durch einen Schuss am Bein verletzt, weshalb er noch am Nachmittag im Krankenhaus Kempten operiert wurde. Der zweite Beamte erlitt durch einen Schlag eine Kopfverletzung. Beide Beamten gelten derzeit als schwer verletzt. Insgesamt waren ca.160 Beamte der Polizei, darunter Beamte der Bundespolizei, Beamte der Bereitschaftspolizei, des SEK sowie verschiedener Dienststellen des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West im Einsatz. Insgesamt waren drei Polizeihubschrauber vor Ort. Der Rettungsdienst, der unter anderem auch die Betreuung von Fahrgästen übernahm war mit zahlreichen Einsatzfahrzeugen vor Ort. Zudem wurden alle KIT der Region zur Betreuung der Fahrgäste eingesetzt.


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schusswechsel anklage staatsanwaltschaft allgäu



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