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Die St.Lorenz-Basilika in Kempten
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Kempten
Donnerstag, 13. März 2014

Drogenskandal der Kriminalpolizei Kempten

Nach dem Fund von 1,6 Kilogramm Kokain im Spind des Leiters der Drogenfahndung in Kempten gibt es neue Details. So soll der in Untersuchungshaft sitzende Kriminalbeamte das Kokain womöglich selbst gekauft haben. Dies wirft gleich mehrere weitere Fragen auf...

Der Stoff hat einen Wert von 250.000 Euro. Jetzt wird spekuliert, ob der Mann die Drogen mit Geld oder vielleicht sogar durch die Weitergabe von Polizeiinformationen bezahlt haben könnte. Dies muss nun das Bayerische Landeskriminalamt herausfinden. Für Schulungszwecke, wie anfangs behauptet, ist die Menge von 1,6 Kilo jedenfalls zu groß. Bayerns Innenminister Joachim Hermann (CSU) zeigte sich im Bayerischen Fernsehen schockiert: "Müssen wir auch unsere eigenen Drogenfahnder regelmäßig mit Drogentests entsprechend überprüfen? Müssen wir überprüfen, ob die selbst da entsprechend unterwegs sind? Wir müssen auch überlegen in welchem Zeitraum Leute Positionen wechseln".

Woher die Drogen stammen, ist auch weiter unklar. Unterrichtszwecke erscheinen der Staatsanwaltschaft München 1 nicht ganz plausibel. Mehr will deren Sprecher Thomas Steinkraus-Koch auch dem BR- Magazin "Kontrovers" nicht verraten. "Er wolle sich nicht an Spekulationen beteiligen", heißt es. Verstrickungen bis zur italienischen Mafia könnte es geben.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, schließlich ist das Vertrauen in die Polizei nicht nur im Allgäu angekratzt. Innenministerium und Ermittler sind stark daran interessiert, den Fall äußerst genau und lückenlos aufzuklären. Dabei muss auch zur Sprache kommen, warum zwei Fahnder aus Neu-Ulm vom Kemptener Chef der Drogenfahndung suspendiert wurden. Möglicherweise hatten sie eine entscheidende Spur und wären dem in Moosbach bei Sulzberg wohnhaften Kriminalbeamten auf die Schliche gekommen.

Aufgeflogen war alles, nachdem der Chef- Drogenfahnder zum wiederholten Mal seine Ehefrau geschlagen hatte. Diese hatte daraufhin die Polizei alarmiert und das Versteck im Spind bei der Kriminalpolizei in Kempten verraten. Der Kriminalbeamte war anschließend von Kollegen nahe Immenstadt festgenommen worden. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt in Stadelheim bei München.


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
kokain kriminalpolizei drogenfahndung ermittlungen


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