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Am Klinikum in Kaufbeuren wird jetzt zertifiziert behandelt.
(Bildquelle: Klinikum Kaufbeuren)
 
Kaufbeuren
Freitag, 12. August 2016

Zertifizierte Behandlung kranker Gefäße am Klinikum Kaufbeuren

Die Arteriosklerose ist immer eine Erkrankung des ganzen Körpers. Kalkablagerungen an den Gefäßwänden verengen die Blutgefäße bis hin zum völligen Gefäßverschluss. In der westlichen Welt ist die Arteriosklerose mit Abstand die häufigste Todesursache. Das Risiko, an den Folgen einer schweren Arterienverkalkung zu sterben, ist größer als an Tumoren.

Dass Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen mittels Stent via Herzkathetereingriff beseitigt werden können, ist mittlerweile vielen Menschen bekannt. Dass allerdings verengte oder verschlossene Blutgefäße im restlichen Körper ebenfalls mittels minimalinvasiver bildgestützter Kathetereingriffe hervorragend behandelt werden können, wissen hingegen nur wenige. Und doch war es gerade die sog. interventionelle Radiologie,  die die ersten röntgengesteuerten Gefäßbehandlungen durchgeführt hat und somit als Vorläufer den heutzutage sehr erfolgreich eingesetzten Herzkathetereingriffen vorausging. Mit großem Vorteil für die Patienten: Denn interventionell-radiologische Techniken können oftmals chirurgische Eingriffe ersetzen, wodurch der Patient einem geringeren Risiko ausgesetzt wird und sich der nötige Krankenhausaufenthalt auf ein Minimum reduziert. Während zunächst die minimalinvasive Behandlung bei Gefäßverengungen ausschließlich durch das Aufdehnen von Gefäßen mithilfe eines Ballons (PTA: perlutane transluminale Angioplastie) erfolgte, wurden später zur Stabilisierung des Behandlungsergebnisses die ersten Stents implantiert, die erstmals hierfür entwickelt wurden. Darüber hinaus wird die interventionelle Radiologie auch erfolgreich zur Stillung von inneren Blutungen, beispielsweise bei Darmblutungen, eingesetzt. Ein weiteres Behandlungsfeld ist die Unterbindung der Blutzufuhr bei Tumoren, um sie auf diese Weise auszuhungern.

Als bundesweit zweites und bayernweit sogar erstes Radiologisches Institut überhaupt, konnte sich jetzt die Diagnostische und Interventionelle Radiologie/Neuroradiologie am Klinikum Kaufbeuren unter Leitung von Chefarzt Dr. Wolfgang Beinborn als DeGIR-Zentrum nach den strengen Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie (DeGIR) zertifizieren. Dazu Chefarzt Dr. Wolfgang Beinborn, Leiter des neuen DeGIR-Zentrums: „Wir haben diese Zertifizierung nicht nur geschafft, sondern hervorragende Bewertungen vom Auditor erhalten, der die Zertifizierung voll umfänglich befürwortet hat“, so Beinborn stolz auf das Erreichte. Neben den gut funktionierenden Handlungsabläufen, hob Auditor Prof. Dr. Dierk Vorwerk vom Klinikum Ingolstadt vor allen Dingen auch die von außergewöhnlicher Kollegialität getragene Kooperation aller Fachdisziplinen innerhalb des zertifizierten Gefäßzentrums hervor. Das frisch zertifizierte DeGIR-Zentrum am Klinikum Kaufbeuren ist wichtiger Bestandteil des interdisziplinären Gefäßzentrums und garantiert höchste Behandlungsqualität bei minimalinvasiven, bildgestützten Eingriffen an Gefäßen. Ebenfalls Teil des Gefäßzentrums sind die Gefäßchirurgie sowie das Wundzentrum.

Besonders beeindruckt war Vorwerk von der Kompetenz des Chefarztes Beinborn, der „über eine langjährige Erfahrung mit Ausbildung an prominenten Ausbildungsstellen verfügt und die interventionelle Gefäßtherapie insbesondere umfangreich und mit großer Erfahrung darstellt“, so Vorwerk in seiner abschließenden Beurteilung. 

Seit fast 30 Jahren beschäftigt sich Beinborn mit der interventionellen Radiologie. Ihm hat das Klinikum Kaufbeuren den Aufbau eines renommierten Instituts für Interventionelle und Diagnostische Radiologie zu verdanken. Seine Facharztausbildung hat Beinborn noch beim Gefäßpapst der Interventionellen Radiologie Prof. Dr. Franz Josef Roth höchstpersönlich absolviert. Obwohl Beinborn ursprünglich eigentlich Kinderarzt werden wollte, und nur durch einen Zufall zu Prof. Roth in die Aggertalklinik nach Engelskirchen kam, wo deutschlandweit die allerersten minimalinvasiven Gefäßbehandlungen durchgeführt worden waren, hat ihn die Radiologie mit ihren vielfältigen diagnostischen und interventionellen Möglichkeiten vom ersten Augenblick an fasziniert und nie wieder losgelassen. „Ich hatte das Glück quasi bei der Geburt der interventionellen Techniken dabei zu sein“, erzählt Beinborn. Er sei noch mit den großen Pionieren der interventionellen Gefäßmedizin zusammengetroffen und habe von ihnen lernen dürfen. Beinborn gilt in Fachkreisen mittlerweile längst selbst als Experte, der oft von Kollegen anderer Kliniken um eine Zweitmeinung bei geplanten Interventionen konsultiert wird und gerne zu großen Röntgen-Kongressen wie jetzt im Herbst zum Bayerischen Röntgenkongress nach Kempten als Fachreferent eingeladen wird. Als zertifizierter Ausbilder erfreut sich Beinborn bei seinen Assistenz- und Oberärzten höchster Beliebtheit. Von ihnen wird Beinborn nicht nur als außerordentlich kompetent und qualitätorientiert beschrieben, sondern vor allen Dingen für seine stets wohlwollende, freundliche, ruhige und besonnene Art hochgeschätzt.

Eigenschaften, die natürlich auch seinen Patienten zugutekommen. Dabei legt Beinborn stets größten Wert auf die Qualität seiner Arbeit und die gute Zusammenarbeit aller Fachdisziplinen. Denn bei aller Faszination und Begeisterung für die interventionelle Radiologie, sagt Beinborn ganz klar: „Nicht alles ist minimalinvasiv behandelbar. Manches muss einfach operiert und in seltenen Fällen sogar auch mal amputiert werden. Das hängt ganz vom Verlauf bzw. vom Stadium der Erkrankung ab“, erläutert Beinborn. Deshalb sei die fachübergreifende Zusammenarbeit im Gefäßzentrum mit seinen verschiedenen Disziplinen wie Gefäßchirurgie, Wundbehandlung, Innerer Medizin und Radiologie so wichtig, um zum Wohle des Patienten eine maßgeschneiderte und optimale Therapie zu finden.

(PM)


Tags:
zertifiziert klinik behandlung allgäu


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