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Lindau am Bodensee
(Bildquelle: AllgäuHit)
 
Bodensee - Lindau
Mittwoch, 15. Juli 2015

Gute Luftqualität in Lindau

Situation beim Stickstoffdioxid unkritisch

Anfang des Monats berichtete die FAZ, dass die Europäische Kommission ein Verfahren wegen zu hoher Stickstoffdioxid-Werte gegen Deutschland einleitet. Zwar hielten mittlerweile die meisten Städte in Deutschland die Grenzwerte für den gesundheitsschädlichen Feinstaub (PM10) ein, allerdings lägen seit der Einführung des Grenzwertes für den Jahresmittelwert von 40 g/m³ im Jahr 2010 in 32 Städten und Regionen Deutschlands die Stickstoffdioxid-Werte (NO2) jedes Jahr deutlich zu hoch.

Die Europäische Kommission führt das nicht zuletzt auf die deutschen Steuerprivilegien für Dieselfahrzeuge zurück, die besonders viel NO2 ausstoßen.
In Lindau wird die Luftqualität an der Luftmessstation des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) in der Friedrichshafener Straße kontinuierlich überwacht. Diese Messstation gehört zum Lufthygienischen Überwachungssystem Bayern (LÜB). Gemessen werden dort die Konzentration von Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub (PM10). Für eine Einordnung der Messdaten ist es wichtig zu wissen, in welcher Umgebung gemessen wird: Die Umgebung der Messstation in Lindau ist als städtisches Gebiet klassifiziert und die Art der Station als Verkehrsmessstation. Andere Stationen in Bayern und Deutschland messen beispielsweise die Hintergrundbelastung im ländlichen Raum.
In Lindau ist die Situation beim Stickstoffdioxid unkritisch. In Europa darf beim Stickstoffdioxid ein Stundenmittelwert von 200 g/m³ nicht öfter als 18mal im Kalenderjahr überschritten werden. Dies ist in Lindau in der Vergangenheit nur ein einziges Mal im Jahr 2005 geschehen.

An der Luftmessstation in Lindau wurde der über das Kalenderjahr gemittelte Grenzwert für Feinstaub in der Vergangenheit immer eingehalten bzw. deutlich unterschritten. Seit 2005 liegt dieser Jahresgrenzwert für Feinstaub bei 40 g/m³ und im Jahr 2014 wurde in Lindau ein Durchschnittswert von 17 g/m³ gemessen.
Für Feinstaub gilt seit 2005 der Tagesgrenzwert von 50 g/m³. Dieser darf nicht öfter als 35mal im Kalenderjahr überschritten werden. In Lindau wurden jedoch in den Jahren 2003 und 2006 mehr als die maximal zulässige Anzahl von Überschreitungstagen registriert. Konsequenz aus der unzulässigen Anzahl an Überschreitungstagen im Jahre 2003 war die Erstellung des Luftreinhalteplanes für Lindau durch die Regierung von Schwaben. Die Überschreitungen aus dem Jahr 2006 lösten die Fortschreibung des Luftreinhalteplanes aus. Seither ist bei der Anzahl der Tage mit gemessenen Überschreitungen ein Abwärtstrend zu beobachten. Im Jahr 2014 wurden nur noch an neun Tagen Feinstaubwerte über dem zulässigen Tagesgrenzwert von 50 g/m³ gemessen.


Über die Jahre ist eine Häufung der Überschreitungstage während der Wintermonate zu beobachten, während es im Sommer selten zu Überschreitungen des zulässigen Tagesgrenzwertes für Feinstaub kommt. Hierfür sind sogenannte Inversionswetterlagen mitverantwortlich, die in Lindau in den Wintermonaten häufig vorkommen und oft tagelang anhalten. Dabei liegen wärmere über kälteren Luftschichten und es ist kein Luftaustausch möglich. Luftschadstoffe können sich dann lokal über Tage hinweg anreichern und es kann zu erhöhten Luftschadstoffkonzentrationen kommen.
Für die Stadt Lindau gibt das Stadtbauamt im Hinblick auf die Rüge aus Brüssel bekannt: Die Messwerte sowohl für Feinstaub als auch für Stickstoffdioxide gaben in den letzten Jahren keinen Anlass zur Sorge und lagen im Jahr 2014 deutlich unter den jeweils zulässigen Grenzwerten.(PM)

 


Tags:
luft qualität stickstoff umwelt



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