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Verleihung der Awards
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Allgäu
Freitag, 26. Oktober 2018

Wildpoldsried beste Energiegemeinde Europas

Bayerns Umweltminister Huber zeichnet bayerische Kommunen mit dem European Energy Award aus

Bayerns Umweltminister Marcel Huber hat in Wildpoldsried den European Energy Award für bayerische Kommunen verliehen. Dem Gastgeber wurde dabei eine besondere Ehre zuteil. Dank der herausragenden Leistungen in der kommunalen Klimaschutz- und Energiepolitik erhielt Wildpoldsried zum zweiten Mal den European Energy Award (eea) in Gold, die höchste Stufe. Huber überreichte zudem den Vertretern der Gemeinden Stöttwang, Buchenberg, Bad Grönenbach und Pfronten, der Städte Mindelheim, Donauwörth und Sonthofen sowie des Landkreises Berchtesgadener Land den European Energy Award.

 

„Der Klimawandel ist nicht zu leugnen“, betonte Umweltminister Huber bei der Preisverleihung. „Wir spüren ihn Tag für Tag, besonders nach diesem Rekordsommer und dem trockenen Herbst. Nur gemeinsam können wir das Ruder herumreißen und die Erderwärmung bremsen.“ Als „Weichensteller“ komme dabei den Kommunen eine besonders wichtige Rolle zu. Huber: „Mit großem Willen und innovativen Projekten gehen die Kommunen im Freistaat jeden Tag mit gutem Beispiel voran. Der European Energy Award soll Anerkennung für das Geleistete und Ansporn für die Zukunft sein."

Der European Energy Award ist ein europäisches Qualitätsmanagementprogramm, das sich bereits in zahlreichen Kommunen als wichtiges Hilfsmittel für eine kontinuierliche und tatsächlich nachhaltige Energie- und Klimaschutzpolitik bewährt hat. Der eea bietet den teilnehmenden Städten, Gemeinden und Landkreisen Begleitung und Beratung bei der Planung und Realisierung von energie- und klimaschutzpolitischen Zielen und Maßnahmen. Bei einer erfolgreichen Teilnahme winkt die Auszeichnung mit dem European Energy Award. Dafür müssen 50 Prozent der für die Kommune möglichen Punkte in den verschiedenen Handlungsfeldern erreicht werden. Bei 75 Prozent aller möglichen Punkte winkt der European Energy Award in Gold. Zu den Handlungsfeldern zählen: Raumordnung und kommunale Entwicklungsplanung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation, Kommunikation und Kooperation.

Bevor Umweltminister Marcel Huber die Kommunen auszeichnete, wies Professor Dr.-Ing. Lamia Messari-Becker auf die Bedeutung und Potenziale des nachhaltigen Bauens hin. Unter anderem forderte die Bauingenieurin, die Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung ist, die Gemeinde dazu auf, mitunter Bebauungspläne zu ändern, um Hausbesitzern den bestmöglichen Einsatz von Sonnenenergie zu ermöglichen.


Wildpoldsried

Wildpoldsried gilt seit vielen Jahren als Vorzeigegemeinde bei Energiewende und Klimaschutz. Nicht umsonst hat die Oberallgäuer Gemeinde jetzt schon zum zweiten Mal den European Energy Award in Gold erhalten, und zwar mit herausragenden 93,2 Prozent aller erreichbaren Punkte. Wildpoldsried ist damit Europas beste Kommune beim European Energy Award. Huber: „Wildpoldsried ist zu Recht Europas erfolgreichste Kommune. Ich hoffe, das werden ihr schon bald andere nachmachen.“

Übers ganze Jahr betrachtet wird in Wildpoldsried acht Mal so viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wie die Bürger, das Gewerbe und die Kommune insgesamt verbrauchen. Und auch die Wärme stammt zu mehr als 50 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Mit dieser Basis aus erneuerbaren Energien beteiligt sich Wildpoldsried regelmäßig an internationalen Forschungsprojekten, um die Energiewende voranzubringen, beispielsweise mit dem regionalen Stromversorger, dem Allgäuer Überlandwerk oder mit Siemens. Auch mit vielen weiteren Projekten versucht die Gemeinde, die effiziente Energienutzung und erneuerbare Energien voranzubringen.

Basis der Erfolgs in Wildpoldsried ist das Einbinden der Bürger in die Energiewende, wodurch eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung für den Ausbau der erneuerbaren Energien erreicht wird. Die Bürger werden frühzeitig über geplante Projekte informiert, zudem steht deren Beteiligung im Vordergrund. So wurden alle Windkraftanlagen gemeinsam mit den Bürgern finanziert. Es wird kontinuierlich kommuniziert, wie wichtig das Thema für die Zukunft ist und dass es nicht ausreicht, nur das Dorf selbst zu 100% mit erneuerbaren Energien zu versorgen, sondern dass das vorhandene Potenzial vollständig genutzt werden sollte, um auch Städte mit zu versorgen.


Stöttwang

Stöttwang ist ein gutes Bespiel dafür, dass es auch für kleine Gemeinden Sinn macht, ein gutes kommunales Energiemanagement einzuführen. In der Ostallgäuer Gemeinde mit 1.800 Einwohnern werden seit 2015 konsequent die Verbrauchsdaten für die kommunalen Liegenschaften monatlich erfasst und laufende Verbesserungen im Betrieb durchgeführt. Die Kommune hat zudem sinnvolle Investitionen, wie beispielsweise die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf moderne LED-Technik umgesetzt. Dadurch sank der Stromverbrauch für die Straßenbeleuchtung um 40 Prozent. Dank dieser und weiterer Projekte hat es Stöttwang geschafft, beim European Energy Award im externen Audit 53 Prozent der möglichen Punkte zu erreichen.Buchenberg

Buchenberg

Buchenberg wurde bereits 2014 mit dem European Energy Award ausgezeichnet und war in Sachen Klimaschutz weiterhin sehr engagiert. Beim externen Audit erreichte die Oberallgäuer Gemeinde diesmal 61 Prozent aller möglichen Punkte. Besonders hervorgetan hat sich der Markt Buchenberg im Bereich erneuerbare Energien. Der Strom stammt zu 47 Prozent aus regenerativen Energiequellen, im Wärmesektor beträgt der Anteil sogar 49 Prozent. Dies wird in Buchenberg durch ein Holzhackschnitzel-Heizwerk mit einem Wärmenetz erreicht, das bereits seit 1995 in Betrieb ist. Mittlerweile sind 101 Abnehmer an das 4,1 Kilometer lange angeschlossen. Dadurch können etwa 475.000 Liter Heizöl und  1.200 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Positiv bewertet wurde zudem der städtebauliche Wettbewerb für die Buchenberger Ortsmitte unter Berücksichtigung der nicht-motorisierten Mobilität und der ÖPNV-Anbindung.Bad Grönenbach

 

Bad Grönenbach

Die Unterallgäuer Gemeinde nimmt seit 2007 am European Energy Award teil und zählt damit zu den eea-Gemeinden der ersten Stunde in Bayern. Der Markt Bad Grönenbach wurde nunmehr zum dritten Mal mit dem European Energy Award ausgezeichnet und erreichte diesmal 65 Prozent der möglichen Punkte. Unter anderem floss das Bonussystem für das Baugebiet Krottenlache Ost in die Bewertung ein. Bauherren, die einen besseren Effizienzhausstandard umsetzten oder erneuerbare Energien nutzen, erhielten bis zu 7.500 Euro des Grundstückskaufpreises zurück. Das Bonussystem kam gut an – mehr als die Hälfte der Bauherren entschieden sich für einen Energieeffizienzhaus 55-Standard. Punkten konnte Bad Grönenbach auch mit seinem Erdgas-Blockheizkraftwerk samt Wärmenetz und dem hohen Photovoltaik-Anteil zur Deckung des Strombedarfs.Pfronten

 

Pfronten

Ebenfalls zum dritten Mal erhält die Gemeinde Pfronten den European Energy Award. Diesmal erreichte die Ostallgäuer Kommune 64,1 Prozent aller möglichen Punkte. Positiv bewertet wird unter anderem das umfassende Quartierskonzept für den Ortsteil Rehbichel, das ein Energiekonzept beinhaltet und jetzt mit personeller Unterstützung seitens der Gemeinde schrittweise umgesetzt wird. Beispielsweise wurden Energie-Checks für viele der Häuser des Ortsteils durchgeführt und systematisch die Möglichkeiten für eine zukünftige Energieversorgung analysiert. Aktuell wird eine Biogasanlage mit Abwärmenutzung geplant, die die Landwirte aus Rehbichel bauen wollen. Neben einigen weiteren Projekten wurde für die Gemeinde Pfronten auch ein Landschaftspflegeprogramm zur nachhaltigen und ökologischen Bewirtschaftung für Wald- und Weideflächen erarbeitet.Mindelheim

 

Mindelheim

Mindelheim ist eea-Neuling und kommt bei der ersten Teilnahme nach nur zwei Jahren auf 54 Prozent aller möglichen Punkte. Positiv bewerteten die externen Auditoren unter anderem das Fernwärmenetz in der Kreisstadt des Landkreises Unterallgäu. Es wird von zwei Blockheizkraftwerken gespeist wird. Die Blockheizkraftwerke werden mit Bio-Erdgas betrieben und verfügen über 1,2 MW elektrische und 1,1 MW thermische Leistung (für das Fernwärmenetz). Neben der Firma Grob werden damit 40 öffentliche, gewerbliche und private Abnehmer mit Wärme versorgt. Positiv bewertet wurde zudem, dass bei der geplanten Sanierung des Freibads energetische Aspekte eine sehr wichtige Rolle spielen.

 

Donauwörth

Donauwörth nimmt seit nunmehr zehn Jahren am European Energy Award teil und gehört damit ebenfalls zu den eea-Pionieren in Bayern. Die Große Kreisstadt im Landkreis Donau-Ries kommt diesmal auf 64 Prozent aller möglichen Punkte und erhält zum dritten Mal den European Energy Award. Kräftig punkten konnte Donauwörth unter anderem mit der Donauwörther Klimawoche. Dazu zählen beispielsweise eine Ausstellung zur Holzenergie, eine E-Mobilitätsausstellung, ein Filmabend, Exkursionen sowie Schul- und Kindergartenaktionen.

 

Sonthofen

Auch in Sonthofen hat Klimaschutz Tradition. Die Kreisstadt des Landkreises Oberallgäu ist seit Beginn des eea-Programms in Bayern dabei und wurde 2005 zur Alpenstadt des Jahres gekürt. Bei der dritten eea-Zertifizierung wurden jetzt 67,4 Prozent aller möglichen Punkte erreicht. Aktuell ist das Thema Radverkehr einer der Schwerpunkt der städtischen Klimaschutzpolitik. Sonthofen ist Radstadt und unternimmt seit Jahren die verschiedensten Anstrengungen in diesem Bereich. Aktuell wird bei Erstellung und Umsetzung des Radverkehrskonzepts die Bevölkerung in Entscheidungsprozesse einbezogen. Die Radwege erhalten neue Kennzeichnungen. Außerdem werden neue Fahrradabstellanlagen gebaut.


Tags:
Award Energie Umwelt Europa



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