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(Bildquelle: IHK Schwaben)
 
Allgäu
Donnerstag, 23. Januar 2020

Talfahrt der Industrie im Allgäu vorerst abgebremst

Gemischte Ergebnisse der IHK- Konjunkturumfrage

Die Unternehmen in Bayerisch-Schwaben rechnen vorübergehend mit keiner weiteren Abschwächung der Konjunktur. Das geht aus der IHK-Konjunkturumfrage zur Jahreswende 2019/2020 hervor. Allerdings sind nicht alle optimistisch: Die heimische Industrie leidet weiter unter der schlechten Auftragslage.

Unternehmen blicken optimistischer in die Zukunft

Der IHK-Konjunkturindex liegt in der aktuellen Umfrage bei einem Wert von 118 Punkten und damit exakt auf dem Niveau der Herbstumfrage. Er bleibt deutlich unter dem Zehnjahresmittel von 127 Punkten. Der Index spiegelt wider, wie die Unternehmen ihre aktuelle und die zu erwartende Geschäftslage bewerten. Die aktuelle Geschäftslage wird zur Jahreswende etwas schlechter beurteilt als im Herbst, von einer guten Geschäftslage sprechen aber weiterhin 52 Prozent der schwäbischen Unternehmen. Die Erwartungen für die kommenden Monate sind etwas optimistischer als bei der letzten Umfrage. Die gute Nachricht: Insgesamt gehen die Unternehmen nicht von einer weiteren Abschwächung der Konjunktur aus, sondern erwarten für die kommenden Monate eine gleichbleibende Geschäftslage. Dabei zeigen sich jedoch große Unterschiede zwischen den Industrieunternehmen und den anderen Wirtschaftszweigen.

 

Industrie leidet weiter unter schwacher Nachfrage

Für die schwäbischen Industrieunternehmen stellt sich die Auftragssituation weiterhin schwierig dar. Die Geschäftslage beurteilen nur noch 36 Prozent der Unternehmen als gut, 20 Prozent geben eine negative Bewertung ab. Grund für die nachlassende Nachfrage ist insbesondere der schwache Außenhandel. Auf allen abgefragten Exportmärkten überwiegt der Anteil der Unternehmen mit rückläufigen Auftragsvolumina. Die Inlandsnachfrage kann diese Entwicklung nicht mehr auffangen, denn auch sie weist einen deutlich negativen Saldo auf. Nur noch 30 Prozent der befragten Industrieunternehmen sind derzeit voll ausgelastet. Und es gibt mehr Unternehmen, die von einer sinkenden Beschäftigtenzahl ausgehen, als Unternehmen, die Personal aufbauen wollen. Eine Trendwende ist bei den Industrieunternehmen in den nächsten Monaten nicht in Sicht. Die Prognosen sind zwar etwas weniger pessimistisch als noch im Herbst, eine Verbesserung der Geschäftslage wird aber kurzfristig nicht erwartet.

 

Andere Branchen weiter auf hohem Niveau

Die Schwäche der Industrie wirkte sich zur Jahreswende kaum auf die anderen Branchen aus. Selbst Wirtschaftszweige wie der Großhandel oder unternehmensnahe Dienstleistungen, die stark von der Industrie abhängen, spüren die Auswirkungen kaum. Diese Branchen profitieren von den guten Ergebnissen der Vergangenheit, die auf hohem Niveau lagen. Die Logistikunternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage sogar noch positiver als im Herbst. Im konsumorientierten Einzelhandel lässt die Wachstumsdynamik etwas nach, bleibt aber weiter positiv. Die Bauwirtschaft zeigt sich unverändert sehr zufrieden mit ihrer Geschäftslage. Auch für die kommenden Monate sind die Unternehmen optimistisch. Sie erwarten nicht, dass die Konjunkturschwäche der Industrie auf andere Branchen übergreift. Die Zukunftsaussichten deuten auf eine gleichbleibende Entwicklung hin. Im Bereich der Dienstleistungen, aber auch beim Einzelhandel erwarten die befragten Unternehmen sogar eine deutliche Verbesserung der Geschäftslage.

 

Strukturwandel in der Fahrzeugindustrie treibt die Unternehmen um

„Die bayerisch-schwäbische Wirtschaft scheint die begonnene Talfahrt der Konjunktur abgebremst zu haben“, sagt Dr. Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben. „Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt.“ Die für die Region so wichtige Industrie sei weiter das große Sorgenkind. „Wir müssen Innovationen und Digitalisierung konsequenter fördern und für eine stabile Inlandsnachfrage sorgen“, so Kopton weiter. Als eine große Herausforderung für die Zukunft bewertet die bayerisch-schwäbische Wirtschaft auch den Strukturwandel in der Fahrzeugindustrie. Von 53 Prozent der befragten Unternehmen wird er als Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung gesehen. Auch der Fachkräftemangel bleibt trotz der nachlassenden Konjunktur eines der Top-Themen für die Unternehmen.

Ausführliche Informationen zu den Ergebnissen der Konjunkturumfrage sowie interaktive Grafiken finden Sie unter https://www.schwaben.ihk.de unter der Nr. 4673376 dargestellt.


Tags:
IHK Konjunktur Umfrage Industrie



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