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Jetzt profitieren auch die Bäcker und Verkäufer vom guten Geschäft der Allgäuer Bäckereien
(Bildquelle: NGG Region Allgäu)
 
Allgäu
Montag, 11. April 2016

NGG erkämpft Lohnplus für Bäckerhandwerk im Allgäu

Die Hängepartie im bayerischen Bäckerhandwerk ist vorbei: In Kaufbeuren profitieren rund 160 Bäcker und Verkäuferinnen, im Oberallgäu 630 von neuen Tarifverträgen. Diese sehen ein Lohn-Plus, gesicherte Urlaubsregelungen und eine höhere tarifliche Altersvorsorge vor. Damit ist ein monatelanger tarifloser Zustand beendet, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilt.

Ab sofort erhalten Bäckerei-Beschäftigte in Vollzeit 50 Euro mehr pro Monat. Im April gibt es zusätzlich eine Einmalzahlung von 80 Euro. Ein Manteltarifvertrag garantiert bis zu vollen sechs Wochen Urlaub, gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit. Außerdem steigt der jährliche Arbeitgeber-Beitrag zur tariflichen Altersvorsorge auf 440 Euro – 60 Euro mehr als bisher.
Claudia Weixler von der NGG Allgäu spricht von einem „Erfolg für die Beschäftigten in Kaufbeuren“: „Von der Verkäuferin an der Theke bis zum Gesellen in der Backstube – die Mitarbeiter in den heimischen Bäckereien bekommen echte Verbesserungen“, so die Gewerkschafterin.
Dem Ergebnis war ein monatelanger Konflikt in der Branche vorausgegangen. Zusammen mit dem Präsidenten des Arbeitsgerichts München, Manfred Müller, als Schlichter einigten sich die NGG und der Landes-Innungsverband für das Bayerische Bäckerhandwerk (LIV) auf die neuen Regelungen. „Damit ist ein langes Tauziehen beendet. Die Arbeitsbedingungen von landesweit 48.000 Beschäftigten sind endlich wieder gesichert“, sagt NGG-Verhandlungsführer Mustafa Öz. Altersvorsorge- und Manteltarifvertrag sollen dabei für alle gelten. Hierfür haben NGG und LIV vereinbart, die Allgemeinverbindlichkeit zu beantragen.
Zum Hintergrund: Im vergangenen Sommer hatte der Landesinnungsverband den bestehenden Manteltarifvertrag gekündigt und drastische Einschnitte für die Beschäftigten in Bayern gefordert – darunter Ausweitung der Sonntagsarbeit, bis zu zehn Tage weniger Urlaub und sogar Kürzung des Urlaubs bei Krankheit. „Dieser ,Horror-Katalog‘ war eine pure Zumutung für die gesamte Branche. In einer harten Tarifrunde konnte die NGG das abwehren“, sagt Mustafa Öz.
Die erreichten Tarifstandards garantierten außerdem „gute Arbeitsbedingungen für fleißige Hände“ und sicherten Qualität und Nachwuchs im Bäcker-Handwerk. Öz ist überzeugt: „Damit ist NGG und Arbeitgebern zusammen ein großer Wurf gelungen.“


Tags:
NGG backen handwerk lohnplus


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