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Container für Asylbewerber auf dem Gelände der Grüntenkaserne in Sonthofen (Archiv)
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Allgäu
Freitag, 2. Oktober 2015

Mehr Flüchtlinge im Allgäu als in ganz Sachsen-Anhalt

Fast 5.600 Asylbewerber derzeit im Allgäu untergebracht

Im gesamten Allgäu und am bayerischen Bodensee sind aktuell fast 5.600 Asylbewerber untergebracht. Das hat eine Anfrage an die Landratsämter aller vier Allgäuer Landkreise und die drei kreisfreien Städte von Radio AllgäuHIT ergeben. Damit nimmt unsere Region mehr Flüchtlinge auf als Sachsen-Anhalt. Nach ARD-Informationen hat das ostdeutsche Bundesland bislang 5.196 Flüchtlinge aufgenommen. Sachsen hat mit 7.892 ein paar tausend mehr als das Allgäu untergebracht. Eine „Sondersitzung Asyl“ im Landratsamt Oberallgäu in Sonthofen verfolgen wir heute ab 15:30 Uhr per LIVE-Ticker hier auf allgaeuhit.de!

Die Zahlen der Landratsämter in Marktoberdorf, Mindelheim, Lindau und Sonthofen, sowie die der Rathäuser in Kaufbeuren, Kempten und Memmingen sind auf dem aktuellen Stand. Heißt: Diese sind mehr oder weniger tagesaktuell und entweder von gestern (1.10.) oder vorgestern (30.09.). Das haben uns die Ansprechpartner der verschiedenen Städte und Landkreise mitgeteilt. Die Regierung von Schwaben hatte auf AllgäuHIT-Anfrage einen Stand vom 15. September mitgeteilt. Zu diesem Zeitpunkt sollen es 4.668 Flüchtlinge in der gesamten Region gewesen sein.

Die Zahl der Asylbewerber in der Allgäu-Bodenseeregion:

Kaufbeuren 423
Kempten 600
Memmingen 410
Landkreis Lindau 707
Landkreis Oberallgäu 1.108
Landkreis Ostallgäu 1.141
Landkreis Unterallgäu 1.195
GESAMT 5.584

Quelle: Radio AllgäuHIT, Basis: Abfrage bei genannten kreisfreien Städte und Landkreisen

40 Busse mit Flüchtlingen pro Woche nach Schwaben und ins Allgäu
Die Tendenz ist steigend. Nach Angaben des Pressesprechers der Regierung von Schwaben kommen wöchentlich etwa 40 Busse in den Regierungsbezirk, der Bayerisch-Schwaben und den bayerischen Teil des Allgäus umfasst. In der Regel sind diese Busse mit bis zu 50 Personen besetzt. Sprich: Wöchentlich steigt die Asylbewerberzahl in Schwaben um 2.000 an. Allerdings ist in den Erstaufnahmeeinrichtungen der Regierung von Schwaben, z.B. in der Grüntenkaserne in Sonthofen und an anderen Orten im Allgäu und in ganz Schwaben, ein stetiger Wechsel zu verzeichnen. Von hier aus werden bis zu 50 Prozent der Asylbewerber auf ganz Deutschland verteilt.

ARD macht Defizite bei Umverteilung auf die Länder aus
Die ARD hat bei ihren Recherchen ein Defizit bei der Umverteilung nach dem so genannten "Königssteiner Schlüssel" ausmachen können. So liegen viele Bundesländer deutlich unter ihrem Aufnahmesoll, während der Freistaat Bayern aus allen Nähten platzt. Bayern sollte demnach 37.784 Flüchtlinge aufnehmen, hat aber inzwischen 52.361 aufgenommen. Baden Württemberg sollte 31.988 aufnehmen, hat stattdessen aber nur 24.528 aufgenommen. Ein von der ARD ausgemachte Differenz von 7.460. Das Bundesinnenministerium hat die Zahlen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt bislang weder dementiert noch bestätigt.

LIVE-Ticker zur Sondersitzung Asyl des Landkreises Oberallgäu
Am heutigen Freitag findet im Landratsamt Oberallgäu in Sonthofen eine „Sondersitzung Asyl“ statt. Themenschwerpunkte: Aktuelle Situation der (erwachsenen) Flüchtlinge/Asylbewerber im Oberallgäu, Aktuelle Situation der (erwachsenen) Flüchtlinge/Asylbewerber im Oberallgäu, Soziale Betreuung, Organisation und Kosten, Anerkannte Flüchtlinge, Wohnen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 15:30 Uhr und endet gegen 18:30 Uhr. Radio AllgäuHIT bietet ab Beginn einen LIVE-Ticker hier auf allgaeuhit.de!

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann:
Rückführungen aus Manching/Ingolstadt und Bamberg nehmen Fahrt auf

Erneut hat Bayern in dieser Woche abgelehnte Asylbewerber in zwei Sammelrückführungen vom Münchner Flughafen in ihre Heimatländer Kosovo und Albanien zurückgebracht. Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann befanden sich unter den insgesamt 103 Asylbewerbern auch 31 aus den neuen Ankunfts- und Rückführungseinrichtungen Manching/Ingolstadt und Bamberg. Die Einrichtungen hatten am 1. und 15. September ihren Betrieb aufgenommen. Laut Herrmann bewähre sich das Konzept, die Asylanträge von Menschen ohne Bleibeperspektive, etwa aus den Balkanstaaten, von allen betroffenen Behörden zentral vor Ort zu bearbeiten. „Die Rückführungen aus diesen Einrichtungen nehmen nun Fahrt auf.“ Er zeigte sich erfreut darüber, dass auch die Zahl der freiwilligen Ausreisen von abgelehnten Asylbewerbern aus den Balkanstaaten ansteigt. In den ersten drei Wochen seit Inbetriebnahme der Einrichtung in Bamberg planten bereits knapp 60 Personen freiwillige Ausreisen.


Tags:
asylbewerber allgäu flüchtlinge politik



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