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Agentur für Arbeit (Symbolbild)
(Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit)
 
Allgäu
Dienstag, 22. Mai 2018

Geteiltes Bild im Allgäuer Ausbildungsmarkt

5.377 freie Ausbildungsstellen aber nur 3.678 Bewerber

Die Zwischenbilanz zum Ausbildungsmarkt bietet im Allgäu derzeit ein zweigeteiltes Bild. Junge Menschen können aus einer Vielzahl von Ausbildungsstellen wählen, während sich eine ganze Reihe von Betrieben bei der Gewinnung von geeigneten Nachwuchskräften sichtbar schwer tut. Das berichtet die Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen in ihrer aktuellen Zwischenbilanz. Insgesamt stehen den derzeit 5.377 verfügbaren Ausbildungsstellen nur 3.678 Bewerber gegenüber (Stand April 2018).

„Betriebe aus dem Allgäu unternehmen auch in diesem Jahr wieder große Anstrengungen um ihren künftigen Bedarf an Fachkräften zu sichern, denn sie stellen erneut sehr viele Ausbildungsplätze zur Verfügung“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

„Derzeit haben junge Menschen ausgezeichnete Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Da sich insgesamt etwas weniger junge Menschen für eine duale Ausbildung interessieren, sollten Betriebe auch vermeintlich schwächeren Jugendlichen eine Chance beim Start ins Erwerbsleben geben. Die Arbeitsagentur kann hier bei Bedarf mit Nachhilfeunterricht unterstützen, damit diese jungen Menschen einen erfolgreichen Berufsabschluss erreichen können.“

Um jungen Menschen direkt vor Ort das reichhaltige Angebot an offenen Ausbildungsstellen darzustellen, bietet die Agentur für Arbeit in einer ganzen Reihe von Veranstaltungen in den einzelnen Geschäftseinheiten die Möglichkeit, sich gezielt bei den Beratern zu informieren. Der Auftakt ist am 24. und 30. Mai in der Agentur für Arbeit in Sonthofen, Schloßstraße 10. Die Berufsberaterinnen Anja Harzenetter und Kathrin Ebling sind an beiden Tagen auch ohne Terminvereinbarung zu Gesprächen erreichbar um über Chancen und Möglichkeiten des regionalen Ausbildungsmarktes zu informieren. Weitere Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Von Oktober 2017 bis April 2018 stellten Betriebe bisher annähernd 5.400 Ausbildungsplätze zur Verfügung, knapp 240 mehr als bis zum April des vergangenen Jahres.  Angesichts von Fachkräfteengpässen in verschiedenen Branchen sowie des demografischen Wandels sehen viele Arbeitgeber in einer soliden Ausbildung im eigenen Betrieb eine gute Basis um den künftigen Bedarf an qualifizierten Kräften sicher zu stellen. Die Bereiche Handel, gewerbliche Fertigung und Hotellerie waren beim Stellenangebot am stärksten vertreten, gefolgt von Büro und Logistik.

Gemeldete Ausbildungsstellen im Bezirk der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen:

Stand: April 2018

  • Mechatroniker/in: 124
  • Fachkraft Lagerlogistik: 130
  • Zerspanungsmechaniker/in: 140
  • Kaufmann/-frau Büromanagement: 168
  • Verkäufer/in: 178
  • Industriekaufmann/-frau: 193
  • Hotelfachmann/-frau: 195
  • Koch/Köchin: 204
  • Industriemechaniker/in: 245
  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 370

Während auf der Stellenseite eine Zunahme zu verzeichnen war, haben sich etwas weniger junge Menschen bei den Berufsberatern gemeldet um bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle Unterstützung zu erhalten. Knapp 3.700 jugendliche Ausbildungsbewerber suchten das Gespräch mit den Beratern, ein Rückgang um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten Ausbildungssuchenden gab es bis April im Wirtschaftsraum Kempten mit 836 Jugendlichen, gefolgt von den Regionen Kaufbeuren und Memmingen.

Unter den Bewerbern befinden sich auch knapp 200 junge Flüchtlinge, die aktuell bei den Beratern als Bewerber um einen Ausbildungsplatz vorgemerkt sind. Im Vergleich zum April des Vorjahres bedeutet das eine Steigerung um gut 30 Prozent. Viele junge Flüchtlinge sind derzeit jedoch noch in der Vorbereitung zur Integration auf dem heimischen Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Insbesondere für einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss sind vertiefte Kenntnisse der deutschen Sprache zwingend notwendig, um auch in der Berufsschule mithalten zu können.

In allen Regionen des Agenturbezirks übertraf die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen rein rechnerisch die der jugendlichen Bewerber im Verlauf des bisherigen Beratungsjahres. Jedoch gilt es zu berücksichtigen, dass junge Menschen die Wahl des künftigen Berufes nach eigenen Interessen und Stärken vornehmen. Auch passt gerade in einem Flächenbezirk wie dem Allgäu das örtliche Angebot an Ausbildungsplätzen nicht zwingend zum favorisierten Wunschberuf.

Die Bundesagentur für Arbeit bietet unter www.planet-beruf.de viele interessante Tipps zur Berufswahl für Schüler, Eltern und Lehrer. Zusätzlich bringt die AzubiWelt-App Jugendliche weiter, die sich für Ausbildungsberufe interessieren und passende Lehrstellen entdecken möchten.


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