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Berge im Frühjahr
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Allgäu
Dienstag, 20. September 2016

Bergunfallstatistik: Die Zahl der Bergnotfälle steigt leicht an

Hauptursache: Falsche Planung und fehlende Erfahrung
Die wichtigste Nachricht lautet: Das Risiko, beim Bergsport tödlich zu verunglücken, sinkt seit mehr als 60 Jahren und befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Gleich dahinter kommt aber diese zweite Nachricht: Seit den 90er Jahren nehmen alpine Notfälle insgesamt leicht zu.
Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass immer mehr Menschen in die Berge gehen und im Notfall die Alarmierung mit Handy nahezu reibungslos funktioniert. Einen sichtbaren Effekt hat aber auch die Übermotivation, mit der viele Bergsportlerinnen und Bergsportler an „Prestigebergen“ wie der Zugspitze oder dem Watzmann unterwegs sind. Und schließlich wird inzwischen auch eine neue Unfallursache sichtbar – der Klimawandel. Über alle Disziplinen hinweg gilt: Es trifft vor allem die Unerfahrenen und diejenigen, die nicht die passenden Touren für sich auswählen. Für die Kletterhallen lassen sich wegen der noch sehr jungen Zahlenbasis kaum Trendaussagen machen. Fest steht aber: Das Unfallrisiko beim Indoorklettern ist ausgesprochen gering. Statistisch gesehen müssten Kletterinnen und Kletterer mehr als 300 Jahre aktiv sein, bis sie zum ersten Mal einen Unfall erleiden. Und der ist im Durchschnitt dann auch noch mit weniger gravierenden Verletzungen verbunden.
Alarmierungen per Mobiltelefon deutlich gestiegen:
Waren es in den Jahren 2002/03 noch 56 Prozent aller Alarmierungen, die per Mobiltelefon bei den Rettungsdiensten eingegangen sind, so sind es inzwischen über 80 Prozent. Damit einher gegangen ist eine Verminderung der Alarmierungsschwelle: Die Bergsportlerinnen und Bergsportler rufen die Bergrettung früher als zuvor. Die Rettungsdienste und der Alpenverein sehen das aber nicht negativ, im Gegenteil: Viele schwerwiegende Unfälle werden dadurch vermutlich verhindert. Weitere Vorteile der großen Verbreitung der Mobiltelefone: Die zu Rettenden können leichter geortet werden und über ihren Zustand bzw. die Situation vor Ort liegen bessere Informationen vor. Zu leichtsinnigem Verhalten sollte die Mitnahme eines Mobiltelefons allerdings nicht verleiten. Die wirksamsten Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen sind – unabhängig von der jeweiligen Bergsportdisziplin – die richtige Selbsteinschätzung, eine entsprechende Tourenauswahl und eine an den aktuellen Verhältnissen ausgerichtete Tourenplanung.

Notfälle in heißen Sommern:

Der Klimawandel ist in den Alpen an vielen Faktoren ablesbar – und inzwischen eben auch an den Notfallzahlen. Deutlich sichtbar wird das an den heißen Sommern 2003 und 2015: In beiden Jahren kamen Notfällen wegen Dehydrierung und Erschöpfung dreimal so häufig vor wie sonst. Besonders warm waren in den Alpen übrigens auch die Jahre 2007, 2011 und 2014. Wegen der eher unstabilen Witterung fielen die Notfallzahlen in diesen Jahren aber nicht auffällig aus.

Datengrundlage der DAV-Bergunfallstatistik:

In der DAV-Bergunfallstatistik werden ausschließlich die Unfälle von DAV-Mitgliedern erfasst – unabhängig davon, wo diese Unfälle passieren. Eingang in die Statistik finden Unfälle, die die Mitglieder an die Versicherung des DAV (Alpiner Sicherheits Service – ASS) melden, um beispielsweise Bergungskosten erstattet zu bekommen. Eine Ausnahme ist die neue Statistik zu den Unfällen beim Indoor-Klettern. Weil dort in aller Regel keine Bergekosten anfallen, liegen auch kaum Versicherungsmeldungen vor. Deshalb baut der DAV derzeit gemeinsam mit dem Kletterhallenverband KLEVER ein Netzwerk zur Meldung von Unfällen auf.


Tags:
Berge Unfall Statistik DAV



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