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Die Allgäuer Europaabgeordneten Ulrike Müller (Missen) und Barbara Lochbihler (Obergünzburg)
(Bildquelle: Müller: Freie Wähler / Lochbihler: Olaf Köster)
 
Allgäu - Allgäu / Brüssel
Dienstag, 22. März 2016

Allgäuer Europaabgeordnete erlebt Terroranschlag hautnah

Die Allgäuer Europaabgeordnete Ulrike Müller hat einen der Terroranschläge in Brüssel heute Morgen hautnah miterlebt. Sie ist nicht verletzt, allerdings schockiert von den Ereignissen. Im Interview bei Radio AllgäuHIT schilderte sie, dass sich ihre Wohnung nur "eine Ecke weit" von der betroffenen U-Bahn-Station Maelbeek befindet. Dort hatte es heute Morgen eine oder mehrere Explosionen gegeben. Es gab mehrere Todesopfer, berichten Nachrichtenagenturen. Auch die Grüne Europaabgeordnete Barbara Lochbihler ist in Brüssel vor Ort. Beiden Allgäuerinnen geht es gut, sie sind unverletzt und in Sicherheit.

Müller hatte schon aus den Medien von der Explosion am belgischen Hauptstadtflughafen gehört. Eine Viertelstunde später hatte sich dann die Detonation wenige Meter von ihrer Wohnung entfernt ereignet. Sofort seien Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst in den Straßen gewesen. Die Polizei riegelte die Straßen ab, die Beamten selbst seien mit Sturmgewehren ausgerüstet gewesen. Ein Mann, der am Ohr blutete, lief zu den Notärzten. Eindrücke, die Ulrike Müller sonst aus ihrem Leben so nicht kennt.

Jetzt herrscht die höchste Terrorstufe, die es in Belgien gibt. So gut wie nichts geht mehr in Brüssel: Flughafen geschlossen, Bahnverkehr eingestellt - Ulrike Müller wartete noch eineinhalb Stunden in ihrer Wohnung. Sie wusste nicht, ob sich jemand verschanzt hatte, das Gebäude gestürmt werden könnte. Bange Minuten für die Allgäuerin. Telefon, Internet - Nichts ging mehr. Sie konnte die Familie nicht erreichen und umgekehrt. Anschließend machte sie sich zu Fuß zum Parlamentsgebäude auf.

Auch die Grüne-Europaabgeordnete Barbara Lochbihler aus dem ostallgäuer Obergünzburg hält sich in Brüssel auf. Sie war morgens zum Parlament gelaufen und hatte dort an einer Ausschusssitzung teilgenommen. Nachdem bekannt wurde, dass es einen Anschlag gab, sei die Sitzung für eine Schweigeminute unterbrochen worden, um der Toten zu gedenken. Anschließend wurde die Sitzung fortgeführt. Nachdem dann bekannt wurde, dass es auch in der Metro einen Anschlag gegeben hatte, wurde beschlossen, dass die Arbeit gegen Mittag eingestellt wird.

Lochbihler und Müller sind jetzt im Parlament und in Sicherheit. Wie es weitergeht ist derzeit noch unklar. Ob Müller beispielsweise in ihre Wohnung zurückkehren will oder den Heimweg antritt. Dies hängt auch davon ab, welche Möglichkeiten es in Sachen Verkehr gibt. Einer der Mitarbeiter von Barbara Lochbihler lebt in Belgien mit seiner Familie. Sein Glück: Die Kinder hatten schulfrei, saßen somit nicht in der U-Bahn.

Ulrike Müller: "Das Wichtigste ist für mich, dass wir uns in Europa nicht in kleinen Streitigkeiten verlieren dürfen, sondern dass wir im Großen enger zusammenrücken und unsere offene Gesellschaft schützen müssen."

Barbara Lochbihler: "Man darf jetzt nicht den ganzen Lebensrhythmus und alles einstellen, nur weil es solche Terroristen gibt, die versuchen unser freies und offenes Leben einzugrenzen und zu zerstören. Nach einer gewissen Zeit wird auch hier in Brüssel das Alltagsleben wieder anfangen und dann muss man bewerten, hätte man etwas anders machen können. Auch schon bei früheren Attentaten hier in Brüssel oder auch in Frankreich hat man gelernt, dass z.B. die Polizei und die Geheimdienste der europäischen Mitgliedsstaaten ihre Informationen über Terroristen noch besser austauschen müssen, damit sowas in Zukunft vielleicht verhindert werden kann."

Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber aus Augsburg ist heute nicht in Brüssel, das gab sein Büro auf Anfrage von Radio AllgäuHIT bekannt. In seinem Kalender stehen heute Termine in seiner Heimat. Aber auch Ferber sei betroffen, heißt es. Er kenne die Anschlagsorte natürlich, teilte das Büro mit.

Ferber, Lochbihler und Müller sind mit ihren Gedanken bei den Opfern und Angehörigen.

Aktuelle Informationen rund um die Terroranschläge in Brüssel hören Sie in unserem Radioprogramm, spätestens zu jeder vollen Stunde in unseren Weltnachrichten.


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
brüssel anschlag allgäu euparlament


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