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Symbolbild Oktoberfest
(Bildquelle: AllgäuHIT/Pixabay)
 
Allgäu
Donnerstag, 14. September 2017

„O’zapft is“ vom 16.September bis 3. Oktober

Der Oktoberfest-Knigge mit Tipps und Tricks zur Wiesn-Zeit

Wenn das Münchner Kindl die Wiesnwirte und Brauereien zur Theresienwiese führt und das erste Bierfass von Münchens Oberbürgermeister angezapft wird, herrscht in der bayerischen Landeshauptstadt wieder Ausnahmezustand. Vom 16. September bis zum 3. Oktober 2017 zieht es erneut Millionen Besucher aus aller Welt in die Festzelte, um zusammen mit den Münchnern das größte Volksfest der Welt zu feiern. Was Oktoberfestgänger für einen gelungenen Wiesn-Besuch beachten müssen und auf welche Neuheiten sich auch die Alteingesessenen freuen können, weiß Birgit Dreyer, Reiseexpertin aus München.

Tipp 1 – Anfahrt und Einlass
Am besten ist die Wiesn mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Vom Hauptbahnhof aus fahren die U-Bahn-Linien U4 und U5 in wenigen Minuten zur Haltestelle Theresienwiese. Mit der U6 erreicht man die Festwiese vom Goetheplatz aus zu Fuß in zehn Minuten. Wer trotzdem mit dem PKW anreist, sollte das Auto an den Park & Ride-Parkplätzen am Stadtrand stehen lassen, denn Parkplätze rund um das Festgelände sind rar und vor allem teuer. Auch in diesem Jahr geht die Sicherheit vor und an den Eingängen werden Personen- und Taschenkontrollen durchgeführt. Birgit Dreyer rät deshalb: „Für einen zügigen Durchgang sollten Wiesn-Besucher das Rucksackverbot berücksichtigen und die maximale Taschengröße von 20x15x10 Zentimetern oder ein Volumen von maximal drei Litern nicht überschreiten. Die Mitnahme von Glasflaschen, Sprühdosen und spitzen Gegenständen ist ebenfalls verboten. Außerdem sollten Besucher bei der Terminabstimmung mit Freunden & Familie, die sich bereits auf dem Gelände befinden, genügend Zeit für den Einlass einrechnen.“

Tipp 2 – O’bacht: Versteckte Botschaften in der Schürzenschleife
Obwohl es keine modischen Vorgaben für das Oktoberfest gibt, schmeißen sich Jahr für Jahr Wiesn-Fans traditionell in Dirndl und Lederhos’n. Egal ob knie- oder knöchellang, traditionell oder ausgefallen, bevor es aufs Festgelände geht, sollten die feschen Damen darauf achten, welche Botschaft sie mit der gebundenen Schürzenschleife vermitteln möchten.

 

Schleife auf der rechten Seite: das „Madl“ hat ihren „Bursch‘n“ bereits gefunden.
Schleife auf der linken Seite: Flirten erlaubt, die Dame ist noch zu haben!
Schleife in der Mitte: Aufgepasst! Weitläufig und doch fälschlich angenommen ist der Beziehungsstatus der Trägerin kompliziert. Doch traditionell bedeutet die Schleife in der Mitte Jungfräulichkeit.

 

Extra-Tipp: Wer sich spontan ein Wiesn-Outfit zulegen möchte, sollte auf die kompetente und ehrliche Meinung der bayerischen Trachtenverkäufer und Verkäuferinnen vertrauen.
 

Tipp 3 – Die Bierzelt-Frage
Wenn die Oktoberfestgänger sich durch das Getümmel in U-Bahn & Co. auf die Theresienwiese gekämpft haben, stellt sich die Frage: In welchem Bierzelt gibt‘s die meiste Gaudi? Fest steht, dass in jedem Wiesn-Bierzelt eine ausgelassene Stimmung herrscht. Welches davon wem gefällt, ist jedoch Geschmackssache. Die jungen Feierwütigen treffen bevorzugt im Hacker-Zelt oder Schottenhamel aufeinander. In Letzterem findet übrigens auch der Auftakt des Oktoberfestes mit dem traditionellen Anstich durch den Oberbürgermeister statt. Uriges Flair gibt es in der Augustiner Festhalle. Dort kommt das Bier noch stilecht aus 200 Liter-Holzfässern, die von Wiesn-Kennern auch „Hirschen“ genannt werden. Der Hunger auf Ochsenfleisch wird – wie der Name bereits vermuten lässt – in der Ochsenbraterei (Spatenbräu Festhalle) gestillt. Das Festzelt zeigt sich in diesem Jahr mit neuer Außenfassade. Stars und Sternchen geben sich im hippen Käfer oder im Weinzelt die Klinke in die Hand. Auch wer keine Maß Bier mag, ist in diesem Zelt genau richtig. Neben der Halben Weißbier, finden Biermuffel auch Wein und verschiedene Sekt- und Champagnersorten. Das Hofbräu-Zelt gilt als Schmelztiegel der Nationen.

Tipp 4 – Die bayerischen Schmankerl
Wiesn-Besucher genießen auf dem Oktoberfest die ganze Partitur der bayerischen Küche. Neben traditionellen Gerichten wie Schweinebraten, Weißwürsten, Obazda, Hendl & Co., probieren Gourmets geräucherten Steckerlfisch und frische Fischspezialitäten in der „Fischer Vroni“ oder schlemmen ein bayerisches Brotzeitbrett’l und hochwertige Menüs im Feinkost Käfer. „Doch auch Vegetarier und Veganer müssen auf bayerische Leckerbissen nicht verzichten. Als schmackhafte Alternativen bieten sich etwa ein kräftiges Paradeiser-Brot, eine Kartoffelsuppe oder der Kürbisaufstrich mit Holzofenbrot an. Bei den Hauptgerichten haben die Vegetarier von Käsespätzle über Rahmschwammerl bis hin zu Schupfnudeln und leckeren Gemüse-Gerichten die Qual der Wahl“, weiß ERV-Reiseexpertin Birgit Dreyer. Süße Leckermäulchen kommen auf dem Oktoberfest ganz sicher nicht zu kurz. Snacks wie Zuckerwatte, Schokofrüchte, Lebkuchen und gebrannte Nüsse sind nicht nur das ideale Mitbringsel, sondern auch eine verlockende Wegzehrung für den Heimweg.

Tipp 5 – Die „Oide Wiesn“
Die alte oder auch „Oide Wiesn“ genannt, stellt den nostalgischen Teil des Oktoberfestes dar. Brauchtumfans flanieren hier vorbei an Fahrgeschäften und Volksfestattraktionen aus Gründerzeiten, fiebern mit beim historischen Pferderennen und trinken Bier aus traditionellen Steinkrügen. Wenn auch etwas ruhiger, geht es hier mit bayerischer Volksmusik und Trachtenpracht mindestens genauso zünftig zu wie auf dem Rest der Theresienwiese. Die Alte Wiesn kostet zwar einen geringen Eintritt (rund 3 Euro), dafür ist sie nicht ganz so überfüllt und daher besonders für Familien mit Kindern geeignet.
 

Tipp 6 – Höher, schneller, wilder
In rasantem Slalom und Steilfahrten gen Himmel werden Adrenalinjunkies im „Drifting Coaster“ fest in ihren Sitz gedrückt, wirbeln in den Zweiergondeln des „Voodoo Jumper“ im Kreis herum und verfallen in einen Höhen- und Geschwindigkeitsrausch am Arm des „XXL-Racers“. Neben actionreichem Achterbahn-Abenteuer und Nervenkitzel beherbergt das Oktoberfest auch viele historische Fahrgeschäfte, die für eingefleischte Volksfest-Gänger zur festen Tradition gehören und auch für Neulinge ein „Muss“ auf ihrer To-do-Liste sein sollten. Neben traditionellen Karussellen, „Hau den Lukas“ und Riesenrad, gibt es dieses Jahr für alle kleinen Besucher der Wiesen zwei neue Highlights. Auf dem „Nostalgiekinderkarusell“ drehen die Kleinen auf Schweinen, Ziegen und Holzpferden ihre Runden und erfreuen sich auf der „Oidn Wiesn“ an der ältesten Kindereisenbahn der Welt aus dem Jahr 1924.

Tipp 7 – Hotel, Ferienwohnung & Co.
Oktoberfest-Fans, die noch keine Unterkunft für den Zeitraum ihres Besuches haben, müssen damit rechnen tief in die Tasche zu greifen. Der Run auf die Hotels, Hostels und Ferienwohnungen läuft schon seit vielen Monaten. Daher empfiehlt es sich frühzeitig eine passende Unterkunft zu finden. „Frühbucher können sich mit dem Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung absichern. Erkrankt man beispielsweise oder hat einen Unfall und kann die Reise nicht antreten, bleibt man nicht auf den hohen Stornokosten oder den teuren Übernachtungspreisen sitzen“, rät Birgit Dreyer.

Tipp 8 – Ein Mitbringsel fürs Spatzl
Ein Lebkuchen-Herz, ein schöner Bierkrug mit Zinndeckel, eine Holz-Wäscheklammer mit Namens-Gravur oder ein Trachtenhut mit Feder – diese traditionellen Klassiker verschenken sogar die Münchner selbst. Ebenfalls beliebt als kleines Geschenk sind Rosen und Stofftiere, die Volksfestliebhaber beim Dosenwerfen und Luftgewehr-Schießen mit viel Herzblut für ihre Liebsten ergattern. Da ist es egal, ob Trostpreis oder Hauptgewinn – Hauptsache man hat sich für die bessere Hälfte so richtig ins Zeug gelegt. (PM)

 

 

 

 

 


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