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Quartalsumfrage im regionalen Handwerk: Optimismus trotz Einbußen
24.04.2013 - 13:05
Das schwäbische Handwerk fährt im ersten Quartal noch mit leicht angezogener Handbremse. Umsätze und Auftragseingänge haben sich verhalten entwickelt.
Dennoch sind die schwäbischen Handwerksunternehmen optimistisch gestimmt. Der Anteil der Betriebe mit zufriedenstellender Geschäftslage liegt mit 84 % auf weiter hohem Niveau. Noch besser sind die Zukunftserwartungen.

Ausbaubetriebe weiter gut gelaunt
Aufgrund der gebremsten wirtschaftlichen Dynamik ist die Zufriedenheit mit der Geschäftslage zum Ende des ersten Quartals leicht zurückgegangen. 84 % der Handwerksbetriebe bewerten ihre eigene geschäftliche Lage mit gut oder befriedigend, das sind vier Prozentpunkte weniger als noch im Vorquartal. Im Branchenvergleich liegen die Ausbauhandwerke mit einem Anteil von 88 % zufriedenen Betrieben vorne. Energetische Sanierungen sorgen für volle Auftragsbücher. Knapp dahinter folgen die Nahrungsmittel-handwerke und die gewerblichen Zulieferer. Wegen des langen Winters ist das Bauhauptgewerbe (83 % positive Stimmen) auf Platz vier gerutscht. Solide Bewertungen melden die Dienstleistungsgewerbe und das Kfz-Handwerk. Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben (HWK), freut sich: „Das Handwerk ist sehr gut aufgestellt und kann von einer robusten Konsumnachfrage und einer niedrigen Arbeits-losigkeit profitieren.“ Gleichzeitig warnt Wagner: „Die wirtschaftlichen Risiken dürfen nicht ausgeblendet werden. Offene Baustellen der Politik wie zum Beispiel die Reform der EEG-Umlage oder eine mittelstandsfreundliche Steuer¬gesetzgebung müssen zügig angegangen werden.“

Saisonbedingt schwächere Umsätze am Bau
Quer über alle Handwerksbranchen meldet rund ein Drittel der Betriebe gesunkene Umsätze. Vor allem das Bauhauptgewerbe ist - bedingt durch die lange Kältephase – betroffen. Dort berichtet knapp jeder zweite Betrieb von einem Minus. Immerhin jedes zweite Handwerksunternehmen konnte seine Umsätze konstant halten, weitere 14 % berichten von Zuwächsen. Auch bei den Auftragseingängen ist die Dynamik gedrosselt. Zwar meldet jeder fünfte Betrieb ein Auftragsplus, doch über ein Viertel der Firmen gibt gesunkene Auftragseingänge an. Dies hat auch Auswirkungen auf den Stellenmarkt.

Insgesamt ist die Beschäftigtenzahl im schwäbischen Handwerk um 1,3 % zurückgegangen. Nur noch 7 % der befragten Unternehmen haben neue Mitarbeiter eingestellt. Doppelt so viele reduzierten ihre Stellen. Im Bauhauptgewerbe musste rund ein Fünftel der Betriebe Arbeitsplätze abbauen. Für die kommenden Monate sind die Prognosen für die Beschäftigtenentwicklung jedoch positiv. 13 % der Betriebe planen, zusätzliche Stellen zu schaffen.

Auftragsbücher etwas voller
Zuversicht verbreiten die dickeren Auftragsbücher. Die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände ist im ersten Quartal leicht gestiegen. Mit 6,8 Wochen kann sie das Niveau des Vorjahres (7,2) jedoch nicht ganz erreichen. Ulrich Wagner: „Immer mehr Haus- und Wohnungsbesitzer investieren in energiesparende Technologien. Das Handwerk ist hier Partner Nummer 1. Doch die Politik muss dafür sorgen, dass die Energiewende nicht an Schwung verliert und ausreichend Anreize für solche Investitionen geschaffen werden.“

Günstige Aussichten für die kommenden Monate
Von der Wachstumsschwäche und den wirtschaftlichen Problemen im Euroraum zeigen sich die befragten Unternehmen weitgehend unbeein¬druckt und blicken sehr zuversichtlich in die Zukunft. Laut Umfrage erwarten 92 % der Betriebe eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung. Dieser Optimismus spiegelt sich auch in den Erwartungen für die Umsatz- und Auftragsentwicklung wider. Befürchtete im Vorquartal noch knapp jeder vierte Betrieb einen Umsatzrückgang, so ist es jetzt nur noch jeder neunte. Ein Drittel der Betriebe rechnet mit steigenden Umsätzen. Fast ebenso viele gehen von steigenden Auftragseingängen aus.

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