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DGB-Allgäu fordert Regulierung von Werkverträgen
21.02.2013 - 13:58
Auch wenn es sowohl bundesweit, als auch für die Region, keine konkreten Zahlen gibt und die wahre Entwicklung im Bereich Werkverträge offensichtlich "unter der Decke gehalten werden" soll, steht für den DGB Allgäu-Donau-Iller fest, das es in diesem Bereich einen enormen Handlungsbedarf gibt.
Nachdem die Bedingungen in der Leiharbeit in einigen Bereichen über Tarifverträge etwas verbessert werden konnten, so der DGB-Regionsvorsitzende Werner Gloning, werden in zunehmendem Maß Werkverträge zum massiven absenken von Arbeitsstandards eingesetzt. Dem gelte es möglichst schnell einen Riegel vor zu schieben. Gloning verweist in diesem Zusammenhang auch auf den einstim-migen Beschluss des deutschen Juristentages von 210 in dem es heißt: "Das unbefristete Vollzeitarbeitsverhältnis bildet das Rückgrat der Rechtsbeziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Es birgt eine hohe Ertragskraft und bietet eine hohe Gewähr der Einhaltung von Schutzstandards. Aus- und Fortbildung sind hier stark ausgeprägt, die Identifikation mit den Zielen des Unternehmens ist groß. Der Gesetzgeber sollte durch intelligente Lösungen diese Form der Rechtsbeziehungen stützen"

Die DGB-Region erhofft sich für seine Vorschläge auch die Unterstützung der heimischen Wirtschaft, da „diese eigentlich auch Interesse an einem seriösen und fairen Wettbewerb haben müsste.“

Der Forderungskatalog der DGB-Region umfasst folgende Punkte:
1) Das Lohndumping durch Werkverträge muss unterbunden werden.
2) Scheinselbstständigkeit muss unterbunden werden.
3) Kettenwerkverträge bei denen manchmal bis zu 10 Unterauftraggeber in die Vergabeketten eingebunden sind, müssen massiv eingegrenzt werden
4) Die Mitbestimmungsrechte der Betriebs- und Personalräte bei der Vergabe von Werkverträgen muss erheblich ausgebaut und gestärkt werden. und
5) müssen gleiche Standards für gleiche Arbeitsplätze in einem Unternehmen durchgesetzt werden.

Für Gloning steht auch fest, dass die Transparenz in diesem Zusammenhang erheblich verbessert werden muss. So wäre es nach Auffassung der DGB-Region u.a. sinnvoll, dass sich Kommunen bei Auftragsvergaben darüber informieren lassen ob und in welchem Umfang die Weitergabe eines Auftrags über Werkverträge erfolgen soll.

Ludwin Debong, stellv. DGB-Regionsvorsitzender: „Wir wissen, dass nicht jeder Werkvertrag von Übel ist. Aber genau deshalb brauchen wir eine an sozialen Kriterien ausgerichtete Reglementgierung dieses Bereiches.“

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