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Verkehrsstatistik: Weniger Tote auf Allgäuer Straßen aber mehr Verletzte
23.02.2013 - 05:58
Eine durchwachsene Bilanz muss das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West für das Unfallgeschehen im vergangenen Jahr ziehen. Zwar konnte bei einer der wichtigsten Kenngrößen, der Zahl der Verkehrstoten eine äußerst erfreuliche Entwicklung verzeichnet werden. Der Anstieg in vielen anderen Bereichen trübt dieses positive Bild jedoch wieder ein.
Verkehrstote
Die Zahl der Verkehrstoten sank 2012 von 69 auf 48 Unfallopfer und war somit um über 30% rückläufig. Dieser Wert setzt den langfristigen positiven Trend fort und liegt signifikant unter dem Durchschnitt der letzen 10 Jahre mit 74 Toten. Im Berichtszeitraum konnte nach 2010 (47 Verkehrstote) der zweitniedrigste Wert bei der Gesamtzahl der Verkehrstoten, sowie der absolut niedrigste Wert der getöteten Nutzer von zweispurigen Kraftfahrzeugen (PKW, LKW, KOM) seit Jahrzehnten verzeichnet werden. Bei den getöteten 11 Motorradfahrern beläuft sich der Rückgang auf -48% gegenüber dem Vorjahr.

Unfallzahlen
Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle stieg um 7% auf 25.523 Unfälle. Dies ist der höchst Wert seit Beginn der Unfallstatistik.

Verletzte
Die Zahl an verletzten Verkehrsteilnehmer stieg um +1,4% auf 5.584 Personen und somit weniger stark als die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle. Entgegen dem langfristigen Trend des Rückgangs dieser Zahl, musste in diesem Bereich in den letzten zwei Jahren ein Anstieg von +8,4% verzeichnet werden.

Unerfreuliche Entwicklung
- seit 2007 erstmalige Anstieg der Alkoholunfälle mit +13,5%.
- Erneuter Anstieg bei dem unerlaubten Entfernen vom Unfallort mit zwischenzeitlich +12% seit 2007.
- Die hohe Zahl von 80 Kindern, die auf dem Schulweg verletzt wurden. Aufgrund mehrerer Verkehrsunfälle mit Schulbussen musste hier der höchste Wert seit 2007 verzeichnet werden.

Polizeipräsident Hans-Jürgen Memel:
“Reduziert man die Verkehrsstatistik auf die Zahl der Verkehrstoten, kann man mit dem Un-fallgeschehen im vergangenen Jahr äußerst zufrieden sein. Uns allen muss jedoch bewusst sein, dass dieses erneute positive Ergebnis erst durch einen hoffentlich weiter anhaltenden Trend der rückläufigen Verkehrsopferzahl untermauert werden muss. Der Blick auf weitere Kennzahlen gibt jedoch vielfach wenig Anlass zur Freude. Die gestiege-ne Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss sowie die Zunahme des unerlaubten Ent-fernens vom Unfallort sind ein Beleg für die wachsende Bereitschaft, Verkehrsvorschriften zu missachten und einen Mangel an Verantwortungsbewusstsein. Dies stellt eine bedenkliche Entwicklung dar, denn bei der heutigen Verkehrsdichte kann das Motto nur gegenseitige Rücksichtsnahme lauten“.

Weitere Eckdaten
Die Gruppe der Kleinunfälle, bei denen keine qualifizierte Unfallaufnahme erfolgt, stellt einen Anteil von 55,97% an der Gesamtzahl der polizeilich erfassten Unfälle. Der Anteil der Wildunfälle beträgt 17,06% an allen Verkehrsunfällen. Auch 2012 ereigneten sich die meisten tödlichen Verkehrsunfälle außerhalb ge-schlossener Ortschaften. Von den 37 Verkehrstoten außerhalb geschlossener Ortschaften verstarben 27 bei Unfällen auf Staatstraßen, Kreisstraßen oder anderen Ortsverbindungsstraßen. Insgesamt verstarben 23 Fahrer von zweispurigen Kraftfahrzeugen (PKW, LKW, KOM), 11 Kradfahrer, 8 Fahrradfahrer und 5 Fußgänger. Gerade die Fußgänger sind auffällig bei der Zahl der Verletzten, da hier ein Anstieg von fast 20% verzeichnet werden musste.

Statistische Verteilung der Unfallursachen (in Klammern: Bei schweren Unfällen)
Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärts-/ Ein- u. Anfahren 23,9% (15,7%)
Missachtung des Sicherheitsabstandes 11,5 % (6,0%)
Nichtbeachtung des Rechtsfahrgebotes 9,4 % (23,1%)
Nicht angepasste Geschwindigkeit 6,4 % (17,4%)
Vorfahrtsverletzung 7,5 % (14,6%)
Fehler beim Überholen und Vorbeifahren 3,2 % (6,8%)
Alkohol und Drogeneinfluss 1,5 % (6,2%)

Änderung der Unfallzahlen nach Landkreis
Landkreis Lindau: +2,71% + 51 Unfälle
Stadt Memmingen: +4,25% + 55 Unfälle
Landkreis Ostallgäu: +4,36% + 146 Unfälle
Stadt Kempten: +5,18% + 118 Unfälle
Landkreis Günzburg: +6,25% + 222 Unfälle
Landkreis Oberallgäu: +7,30% + 240 Unfälle
Stadt Kaufbeuren: +7,99% + 81 Unfälle
Landkreis Neu-Ulm: +10,30% + 454 Unfälle
Landkreis Unterallgäu: +10,52% + 316 Unfälle

Während die Entwicklung bei den tödlichen Verkehrsunfällen insbesondere im Oberallgäu und im Unterallgäu äußerst positiv verlief, verharrte das Ostallgäu auf einem hohen Niveau. Im Bereich des Landkreises Neu-Ulm musste ein deutlicher Anstieg verzeichnet werden.

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