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Eishockey: Ravensburg Towerstars kämpfen sich ins Halbfinale
02.04.2013 - 06:35
Mit einem 2:1 Heimsieg über Bremerhaven haben sich die Towerstars im siebten und alles entscheidenden Spiel der Serie gegen Bremerhaven das Halbfinalticket gesichert. Jetzt freut man sich auf das Halbfinalderby gegen Schwenningen.
Die Towerstars warteten neben der schlechten Nachricht, dass Torhüter Christian Rohde aufgrund des Checks in Spiel 6 mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus weilen musste, auch mit einer sehr überraschenden auf. Tommi Hannus kehrte nach knapp einer Woche Verletzungspause wieder ins Team zurück und komplettierte damit die zuvor so erfolgreiche Sturmreihe mit Tomaz Razingar und Tobias Bräuner. Zwischen den Pfosten stand wie angekündigt Matthias Nemec.

In den Anfangsminuten waren beide Mannschaften verständlicherweise noch etwas vorsichtig unterwegs. Mit einem unguten Gefühl gingen aber die Towerstars in die 4. Spielminute, als Tobias Bräuner eine Strafzeit kassierte und die Vorgabe, kein frühes Gegentor zu kassieren, somit in Gefahr war. Doch die Ravensburger Unterzahlformationen ließen so gut wie gar nichts zu. Dies gab auch viel Selbstvertrauen für den weiteren Verlauf des Startabschnitts, der optisch lange Zeit den Towerstars gehörte. Erst in der Schlussphase kam Bremerhaven deutlich druckvoller und schneller ins Spiel und Nemec bekam deutlich mehr Schüsse auf seine Gehäuse.

Im zweiten Abschnitt agierten die Gäste zunächst defensiver und lauerten stattdessen auf Konter. Die Towerstars reagierten hier aber durchaus clever und konnten sich ein Übergewicht an Torchancen erspielen. Allerdings war Pinguins Torhüter Brett Jaeger nicht zu überwinden. Egal, wo die Towerstars Akteure auch hinschossen, der Pinguins Keeper hatte irgendeinen Ausrüstungsgegenstand auf der Linie postiert. Die gilt vor allem für die Zeit zwischen der 30.- und 34.min. Hier leisteten sich die Gäste in nur einem einzigen Spielzug sechs Strafminuten, wegen eines Checks gegen den Kopf und Nacken bekam Spielmacher Kopecky auch noch 10 Disziplinarstrafminuten aufgebrummt. Die lange Phase des Powerplay konnten die Towerstars nicht nutzen. Vier Minuten vor der zweiten Pause war der Bann allerdings gebrochen. Lukas Slavetinsky rackerte sich durch den Bremerhavener Abwehrriegel an der blauen Linie, zog danach auf den rechten Pfosten und über die Zwischenstationen von Frederik Cabana und Radek Krestan kam die Scheibe zurück zum Ravensburger Verteidiger, der mit der Rückhand eiskalt einnetzte. Die mit 3300 Zuschauern ausverkaufte Halle explodierte förmlich, das 1:0 kam zugleich auch zum taktisch guten Zeitpunkt. Noch vor der Pause hatten die Oberschwaben Riesenchancen auf den Ausbau der Führung. Tobias Bräuer kam vor dem Torraum frei zum Schuss, Jaeger konnte aber den zweiten Ravensburger Treffer verhindern.

Der knappe 1:0 Vorsprung sollte natürlich für Hochspannung im Schlussabschnitt sorgen, denn es war klar, dass Bremerhaven offensiv mehr riskieren musste. Doch die Towerstars reagierten auf jegliche taktische Veränderung des Gegners clever und lauerten auf eigene Chancen. Die eröffneten sich beispielsweise in der 48.min, als Frederik Cabana sich den Puck schnappte, zwei Gegenspieler schnell hinter sich ließ und mit einem Trick durch die eigenen Beine versuchte, Jaeger aus der Reserve zu locker – leider erfolglos. Nur eine Minute später war der knappe Vorsprung dann richtig in Gefahr, als der gut leitende Hauptschiedsrichter Stefan Vogl eine Strafzeit gegen Raphael Kapzan aussprechen musste und eine erneute Unterzahl gegen den powerplaystarken Gegner anstand. Doch wieder standen die Gastgeber sehr clever und letztlich eröffnete sich sogar eine Chance zum Konter. Tobias Bräuner zog auf und davon und lupfte mit der Rückhand den Puck unter die Latte. Kurz hatte Hauptschiedsrichter Vogl gezögert und konsultierte seine Linesmen. Doch auch die bestätigten, dass der Puck von der Innenseite des Tores zurücksprang, der Treffer zählte.

Noch war der Sieg lange nicht in trockenen Tüchern, denn die Fischtown Pinguins nutzten in der 54.min einen Abstimmungsfehler der Ravensburger Defensive zum 1:2 Anschlusstreffer. Torschütze war Kopecky, der den Gästen zuvor aufgrund der 10-Minuten Strafe deutlich gefehlt hatte.

Prompt kamen die Pinguine besser in Fahrt und nahmen das Towerstars Tor unter Beschuss. Doch Matthias Nemec war die Ruhe selbst, ließ sich nicht von heißen Szenen vor seinem Tor beeindrucken. Letztlich hatten die Gastgeber mit der Unterstützung des Publikums auch die besseren Kraftreserven, waren agiler in den Zweikämpfen und ließen Gäste nicht im gegnerischen Drittel festsetzen. Durch diesen Umstand gab es in den letzten zwei Minuten des Spiels gleich zweimal ein Bully vor dem Bremerhavener Tor. Erst 38 Sekunden vor Schluss konnte Brett Jaeger sein Gehäuse zugunsten eines 6. Feldspielers verlassen, die Zeit tickte aber letztlich erfolgreich für die Towerstars herunter und um 20.42 Uhr rissen Spieler und Fans die Arme nach oben: Das Halbfinale war geschafft. Towerstars Torhüter Nemec durfte natürlich als unbestrittener Held des Abends die Welle und Ehrenrunde anführen.

„Wir haben heute vielleicht unser bestes Spiel der Saison gemacht, uns wieder auf unsere eigenen Stärken konzentriert“, freute sich Towerstars Trainer Petri Kujala. „Die Serie war lang und hart, so wie es im Duell zwischen dem Vierten und Fünften der Vorrunde auch zu erwarten war“, ergänzte er. (Frank Enderle)

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