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Der Belag bleibt - doch der Hallenfußball erlebt viele Änderungen
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Dienstag, 3. Dezember 2013

Wie sinnvoll ist die neue Regelung?

Der Hallenfußball stirbt wohl aus, verdrängt vom Futsal

Eine große Änderung tritt in der kommenden Hallenfußball-Saison erstmals in Kraft. Der Bayerische Fußball Verband (BFV) will die Entwicklung des Futsal vorantreiben, wird also die Bayerischen Meisterschaften nicht mehr wie bisher parallel im Futsal und im Hallenfußball ausrichten, sondern auf die herkömmliche Version mit  Banden rund ums Spielfeld verzichten.

Die Gründe dafür sind relativ einleuchtend – natürlich war es bisher ein riesen Aufwand, beide Meisterschaften parallel auszurichten, wie Thomas Müther, Pressesprecher beim BFV, erklärt. Außerdem will man sich den weltweit geltenden Standards das Fußball-Weltverbandes (FIFA) anpassen. Dazu will man so in erster Linie natürlich auch den Nachwuchs fördern:

Müther: „Der Ball beim Futsal ist sprungreduziert, dass macht die Ballkontrolle um einiges einfacher – also müssen wir, wenn wir unsere Kinder technisch gut ausbilden wollen, pro Futsal sein. Was noch dazukommt ist, dass beim Futsal wesentlich weniger ‚gebolzt‘ wird, da die Banden wegfallen – das Spiel wird so schneller. Außerdem ist es nachgewiesen, dass die Verletzungsgefahr sinkt!“

Auch verspricht sich der BFV vom Futsal, leichter wieder in die Schulen zu kommen. Auch die Kinder, die auf Anhieb nicht so gut mit einem Ball umgehen können, sind, so der BFV, beim Futsal klar im Vorteil.

Die Regelung beim BFV besagt nun, dass bei allen OFFIZIELLEN Turnieren, das heißt Kreis-, Bezirksmeisterschaften, usw. Hallenfußball nach FIFA-Regeln gespielt werden MUSS – also Futsal. Die wesentlichen Unterschiede zum herkömmlichen Hallenfußball: Es gibt Seiten und Toraus, kleinere Tore (Handballgröße), einen kleineren Ball mit verminderter Sprungkraft sowie ein Regelwerk, das ein schnelleres, technischeres Spiel gewährleistet. So darf eine Mannschaft bei Ballbesitz zum Beispiel nur noch einmal zum Torwart zurückspielen. Ist der Ball im Aus, wird nicht mehr eingerollt, sondern eingespielt. Dazu hat der Spieler maximal vier Sekunden Zeit. Pro Halbzeit kann der Trainer eine Auszeit von einer Minute nehmen. Und es gibt zwei Schiedsrichter. Die Fouls werden pro Mannschaft zusammengezählt und ab einer bestimmten Anzahl gibt es einen Strafstoß aus zehn Metern, ohne Mauer. Der „normale“ Strafstoß wird aus sechs Metern ausgeführt.

Dazu kommen noch eine Sonderregelung für das Übergangsjahr 2013/14 – Offizielle Turniere KÖNNEN zwei Ausnahmen beinhalten:

  • Bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften darf vom Regelwerk abweichend bei den Erwachsenen (Herren, Frauen, Senioren) in diesem Winter alternativ noch mit Seiten- und/oder Rundumbande sowie breiten Toren gespielt werden.
  • Im Erwachsenenbereich darf bei der Vor-, Zwischen- und Endrunde der Kreismeisterschaften optional auch noch nach den alten Richtlinien der letzten Hallensaison gespielt werden

Bei allen PRIVATEN/INOFFIZIELLEN Turnieren darf weiterhin nach den „alten“ Hallenfußball-Regularien gespielt werden.

Das wäre der Standpunkt des BFV, die Änderungen sind beschlossene Sache. Einige Vereine, auch hier aus dem Allgäu sind nicht wirklich glücklich mit der Tatsache, sich vom altgeliebten Hallenfußball zu verabschieden und sich dem Futsal zuzuwenden. Betroffen ist zum Beispiel Landesligist VfB Durach, der sein traditionelles Hallenfußballturnier mangels Nachfrage absagen musste. Die meisten Vereine wollen (müssen?) sich in dieser Saison dem Futsal widmen.

Peter Dietrich, sportlicher Leiter beim VfB: „Wir können die Argumente des BFV überhaupt nicht nachvollziehen. Man sieht es alleine daran, wie gut die Hallenfußballturniere in den letzten Jahren von den Zuschauern angenommen wurden, alleine die schwäbische Vorausscheidung in Wiggensbach. Auch für die Zuschauer: andere, unbekannte, teils schwierige  Regeln, ich denke nicht, dass Futsal attraktiv genug ist, die Hallen vollzukriegen“

Ein wenig auf den Fuß getreten fühlen sich natürlich auch viele kleinere Vereine, die sich extra, um finanziell lukrative Meisterschaften und Turniere auszurichten, eine Rundum-Bande zugelegt haben. Und die sind bekanntlich nicht sehr billig. Beim VfB Durach ist man aber trotz allen Ärgers auch bereit sich umzustellen:

Dietrich: „Wir werden mit der 1. Mannschaft bei der Schwäbischen Meisterschaft antreten, der Trainer möchte sich das Ganze gerne anschauen. Dazu werden wir uns natürlich auch mit den anderen Vereinen kurzschließen. Ob wir aber dann im kommenden Jahr ein Futsal- anstatt eines Hallenfußball-Turniers ausrichten, das kann ich nicht sagen. Der organisatorische Mehraufwand, vor allem in Sachen Personal, ist enorm.“

 

Auch werden sich sicherlich alteingesessene Hallenfußballer anfangs schwer tun, sich an ein Feld mit Seiten- und Toraus, einen sprungreduzierten Ball und die Regeländerungen zu gewöhnen. Aber die technische Bereicherung der Kinder und Jugendlichen durch diese Umstellung kann man nicht von der Hand weisen, auch wird das ‚Gebolze‘ in den Hallen abnehmen. Und wenn sich die Spieler nach einiger Zeit der Umgewöhnung mit den neuen Regularien angefreundet haben, wird man mit Sicherheit auch schönen Futsal-Sport in den Allgäuer Hallen sehen.

 


Tags:
halle fußball futsal änderung



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