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Nur noch acht Spieltage in der laufenden Fußball-Bundesligasaison
(Bildquelle: @pixelschoen – 219172773 / Fotolia.com)
 
München
Montag, 1. April 2019

Die Bundesliga-Saison ist bald zu Ende

Welche Änderungen bringt eigentlich die neue Spielzeit?

Mit nur noch acht Spieltagen neigt sich auch die Saison 2018/2019 in den ersten beiden Ligen dem Ende entgegen. Dieses Jahr gab es viel Platz für Überraschungen, weniger erwartete Geschehnisse und Ärger. Was diese Saison jedoch ganz besonders geprägt hat, und da ist nicht nur die Bundesliga mit gemeint, ist die Handspielregelung. So manche Verantwortlichen, Spieler und Fans fragten sich nicht nur einmal, ob man den Kickern gleich die Hände hinter den Rücken fesselt, damit nicht gepfiffen wird. Augenscheinlich gibt es genau in diesem Punkt eine neue Regelung für die nächste Spielzeit. Was sich ab dem Sommer noch ändert und welche Umbrüche es in den Top-Vereinen geben könnte, zeigt dieser Artikel.

Änderungen in Bezug auf die Regeln
Gerade bezüglich des Handspiels sieht es aktuell noch so aus, dass es eine Regel gibt, die aber situationsabhängig ausgelegt werden darf. Nun, das klingt auf den ersten Blick richtig, doch auf dem Platz sorgte sie in dieser Saison für Diskussionen, Ärger, Diskussionen, Unverständnis - und eine Reihe völlig unverhältnismäßiger Elfmeterentscheidungen. Die letzten Ärgernisse gab es in ausgeprägter Form am 22. Spieltag, der im Endeffekt zu einer Konferenz führte. Aber was war genau los? Ein Überblick:

Das Problem
Üblicherweise galt als Handspiel, wenn der Arm oder die Hand bewusst zum Ball geführt wurde. Seit der letzten WM hat sich das geändert, denn nun werden auch eher unbewusste Bewegungen als Handspiel geahndet. Oder auch nicht. Denn, der eigentliche Pfiff liegt im Ermessen des Schiedsrichters, alternativ noch im Eingreifen des Videoschiedsrichters. Chaos? Gegeben.

Die Folgen
Beim Fußball gibt es nicht nur klare Situationen. Natürlich ist es ein klares Handspiel, wenn der Verteidiger den Ball mit der Hand ins Aus boxt oder sich der Stürmer die Flanke mit der Hand in die beste Position legt. Aber was ist mit dem Ball, der den Verteidiger im Wirrwarr des Strafraums aus dem toten Winkel am Arm trifft? Oder mit dem Ball, der beim Hochspringen den Spieler am Unterarm trifft, wenn der Unterarm in Hüfthöhe ist? Diese Entscheidungen sind sogenannte Einzelfallentscheidungen - und der Schiedsrichter entscheidet nach seinem Ermessen (teils mit dem VR).

Ein und dieselbe Situation kann somit in einem einzigen Spiel mehrfach unterschiedlich gepfiffen werden. Dies musste ein Ende haben, daher gelten ab der nächsten Saison neue Regeln:

  • Unnatürliche Armbewegung - sie ist das neue Kriterium und wird als »Vergrößerung der eigenen Körperfläche« bezeichnet. Sobald sich die Armbewegung über der Schulterhöhe bewegt, wird das Handspiel geahndet. Ausnahme: Bei Abprallern oder während des Falls, bei der sich der Arm in dieser Position befindet, soll nicht gepfiffen werden.
  • Unabsichtliches Handspiel - auch dies kann nun strafbar sein. Sollte sich aus dieser Situation hinaus ein Tor oder eine Torchance ergeben, wird das Handspiel als klarer Vorteil geahndet.

Wie sinnvoll und nützlich die neuen Regeln sind, darüber streiten sich selbst Schiedsrichter und Offizielle. Da es weiterhin den Ermessensspielraum gibt, werden gleiche Situationen auch künftig unterschiedlich bewertet.

Zusätzlich werden noch weitere Regeländerungen eingeführt. Hier einige Beispiele:

  • Torhüter müssen bei Ausführung des Strafstoßes nur noch mit einem Fuß die Linie berühren
  • Spieler ausführender Mannschaften dürfen sich nicht mehr in die Mauer stellen
  • Funktionäre können künftig mit gelben und roten Karten bedacht werden

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Videobeweis künftig auch in Liga 2
Nachdem der Videobeweis in Liga 1 sowie im internationalen Geschäft schon üblich ist, wird er nun auch in der Zweiten Liga eingeführt. Vielfach ist die Fußballgemeinde gespalten, denn auch beim VR gibt es Fehlerpotenzial. Dann nämlich, wenn er nur eine Einschätzung abgibt. Die Vor- und Nachteile auf einen Blick:

Vorteile:

  • Übersicht – die Vorteile der Videoüberwachung liegen in der besseren Übersicht einer Situation. Auf dem Platz kann der Referee nur in Echtzeit aus dem Blickwinkel entscheiden, den er sieht. Das kennen Fans selbst. Es sieht aus, als sei der Spieler grundlos gefallen, aus einer anderen Kameraposition sieht man den Ellenbogencheck. Durch die Videoeinbindung in dem zusätzlichen Bildschirm am Spielfeldrand kann der Schiedsrichter fragwürdige Entscheidung prüfen.
  • Ahndung – der VR kann eingreifen, wenn im Rücken des Schiedsrichters ein Foul begangen wurde.
  • Abseits – Abseitsentscheidungen können nachträglich geprüft werden.

Nachteile:

  • Kosten – für die Vereine fallen hohe Kosten an, da sie die Möglichkeiten für die Videobegutachtung zur Verfügung stellen müssen.
  • Unsicherheit – früher war ein Tor ein Tor, sofern der Ball im Netz landete und zuvor niemand die Fahne gehoben hat. Heute jubeln in der Ersten Liga Spieler schon zeitversetzt, weil diverse Tore abgepfiffen und ausdiskutiert werden.
  • Zerfleddertes Spiel – gerade die Schiedsrichter, die noch keine direkte Erfahrung mit dem Modell gemacht haben, neigen dazu, ständig den VR einzuschalten. In hektischen und spannenden Spielen kann es schon vorkommen, das ständig pausiert wird.
  • Fehlerpotenzial – manchmal scheint es, als seien die Schiedsrichter bei 0815-Entscheidungen unachtsam geworden, weil im Notfall ja »jemand in Köln« eingreifen könnte. Das Fehlerpotenzial ist deutlich höher. Das lässt sich gut an den Erstligaschiedsrichtern erkennen, die zwischendurch in Liga 2 und 3 ohne VR pfeifen. Die Fehlerquote ist exorbitant hoch.

Letztendlich bleibt aber nur, sich zurückzulehnen und die Einführung zu akzeptieren.

Wie werden sich die Clubs verändern?
Das Ende einer Saison gleicht einem tiefen Durchatmen, bevor es auf in das nächste Jahr geht. Die Planungen in den Vereinen laufen schon längst und bei einem Club wird der Umbruch gewaltig: Bayern München. So weit sind die Planungen bereits gediehen:

  • Chefetage – der »Auszubildende« ist mit Oliver Kahn schon in der Säbener Straße angekommen. Aktuell wird er angelernt, in zwei Jahren soll er Rummenigge ersetzen.
  • Umbruch - Hoeneß hat es schon angedeutet, denn der Umbruch steht bevor. Spieler wie Neuer, Süle, Kimmich, Goretzka und Co. dürfen sicherlich bleiben. Anders sieht es bei anderen Kickern aus.
  • Abgänge: Rodriguez könnte durchaus für James geopfert werden, zumal der Spieler kaum unter Kovac spielt. Auch Lewandowski liebäugelt mit einem Abschied. Hummels hat diese Saison häufiger enttäuscht und saß oft auf der Bank. Die Bayern würden ihn wohl gehen lassen. Auch Martinez könnte durchaus freigegeben werden. Sicher sind die Abgänge von Boateng, Rafinha, Alaba, Ribéry und Robben.

Sicher könnten noch andere gehen, wobei zumeist nur die Frage ist, wie viel Interessenten zu zahlen bereit sind. Es scheint ganz so, als wolle Trainer Kovac in Bayern das durchziehen, was er in Frankfurt begonnen hat.

Anders sieht es bei den Dortmundern aus. Hier ist der Umbruch längst Geschichte und das heutige Team soll, so gut wie möglich, zusammengehalten werden. Trotzdem wird sich auch der BVB verstärken, wobei die Dortmunder vermutlich wieder so agieren, wie zuletzt schon. Kein Spieler muss kommen, wenn einer kommt, dann kommt er, weil er perfekt passt. Hier dürfte sicherlich auch der weitere Saisonverlauf eine Rolle spielen, denn die Meisterschaft könnte finanziell noch weitere Reserven freisetzen.

Chaos bei den Übertragungsrechten zieht auf
Mit einer guten Prise realitätsgetreuem Sarkasmus dürfen sich Fans fragen, was das alles eigentlich noch interessiert. Eigentlich ist der Schiedsrichter der einzige Zuschauer mit allen Übertragungsmöglichkeiten. Warum? Aktuell müssen Fans, wenn sie alle Spiele sehen wollen, Sky, Telekom Sport, DAZN, die ÖR und die privaten Programme nutzen. Ab 2020 könnte sich das verschärfen:

  • DAZN/Amazon - die Streaming-Plattform will die Rechte der Bundesliga erhalten. Aus Preisgründen will das Unternehmen nicht für das große Paket mitbieten, da die Preise sonst zu sehr ansteigen müssten. Allerdings ist es denkbar, dass DAZN gemeinsam mit Amazon bietet. Prime-Kunden können ab dem Sommer schon die britische Premier League sehen, da ist es gut denkbar, dass Amazon zusätzlich zu den Audio-Rechten auch die Bildrechte an der Bundesliga erwirbt.
  • Sky - Sky wird zumindest Spiele verlieren, es ist aber auch möglich, dass das Unternehmen die gesamte Bundesliga verliert.
  • Telekom - aktuell hat die Telekom die Übertragungsrechte an der 3. Liga. Es ist unwahrscheinlich, dass das Unternehmen die Kosten für die Bundesliga stemmen würde, dennoch ist es denkbar, dass einige Spiele an die Telekom gehen.

Fazit - es wird spannend
Die kommende Saison dürfte auf allen Ebenen spannend werden. Wie setzen die Schiedsrichter die neue Regel um und wie gelingt der Einstieg des Videoassistenten in die 2. Liga? Schafft Bayern den Umbruch oder was bleibt von dem Umbruch im Falle des Meistertitels übrig? Für Fans dürfte die größte Spannung jedoch sein, ob sie sich aus Anbietern ein eigenes Fußball-TV-Team aufstellen müssen, welches auch noch diverse Anstoßzeiten hat.


Tags:
fussball sport bundesliga



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