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Sendung: Der AllgäuHIT-MIX
 
 
Die Bergwacht Oberstdorf an der Einsatzstelle im Oytal
(Bildquelle: Bergwacht Oberstdorf | Thaddäus Berktold)
 
Oberallgäu - Oberstdorf
Dienstag, 16. Januar 2018
Wanderer stürzt im Oytal bei Oberstdorf ab
Schweizer Luftretter unterstützen Bergwacht bei Nachteinsatz

Ein Absturz in den Seewänden oberhalb des Oytalhauses forderte am Sonntagabend die Bergwacht Oberstdorf. Mit großem Personaleinsatz und Luftunterstützung aus der Schweiz konnte der Einsatz zum Guten gewendet werden. Zwei Wanderer hatten sich im Oytal verstiegen. Einer von ihnen stürzte 150 Meter ab.

Der Einsatzbericht der Bergwacht Oberstdorf:
Am Sonntagabend, kurz vor Einbruch der Dämmerung, meldete ein Bergsteiger via Notrufnummer 112, dass sein Kollege abgestürzt und verletzt sei. Zwei junge Wanderer wollten vom Oytalhaus über den Gleitweg zum Seealpsee aufsteigen. Da sie aufgrund der vereisten Passagen sowie der vorherrschenden Schneeverhältnisse nicht mehr vorankamen, entschieden sie sich wieder über die Seewände zurück ins Tal abzusteigen. Dabei kam einer der Beiden ins Rutschen, überschlug sich und stürzte laut Angaben seines Begleiters ca. 150 Meter den Abhang hinunter.

Aufgrund schlechten Handyempfangs, war es ihnen nur möglich einen Hilferuf über die Notrufnummer 112 abzusetzen. Ein Rückruf durch die Bergwacht war nicht möglich. Deshalb konnte der Notfallort nicht genau lokalisiert werden. Die erste große Herausforderung war die Unfallstelle einzugrenzen und einen primären Suchbereich festzulegen. Dabei wurde die Oberstdorfer Bergwacht durch das Technikteam der Bergwacht Allgäu mit Drohnen sowie Wärmebildkameras unterstützt.

Die Alarmierung durch die Integrierte Leitstelle Allgäu erreichte um 17:07 die Bergwacht Oberstdorf, erst gegen 18:40: konnten die Hilfsmannschaften erste Lichtsignale der zwei Bergsteiger ausfindig machen. Mittlerweile ist es Nacht geworden und die Bergwacht steigt mit zwei Rettungsteams durch die Seewände zu den Verletzten bzw. in Not geratenen auf. Kurz vor 21 Uhr konnte der erste Rufkontakt hergestellt werden.

Kurz darauf treffen die ersten Bergretter am Notfallort ein. Beide Personen sind aufgrund der vorherrschenden Außentemperaturen mittlerweile unterkühlt. Der Melder, welcher sich ca. 30 Meter oberhalb des Verletzten im absturzgefährdeten Gelände befand, wurde mittles eines Seilgeländers aus der Lage heraus gesichert.

Nach der notfallmedizinischen Versorgung durch den anwesenden Bergwacht-Notarzt wird kurz vor 22 Uhr versucht mit Wärmepacks sowie Wärmewesten die Körperwärme des Abgestürzten zu erhalten, bevor er aus dem Steilgelände an einen absturzsicheren Platz gebracht werden konnte. Zwei weitere Teams bringen eine Leichttrage, Rettungs- und Seilmaterial mit.

Gegen 22 Uhr wird mit dem Abtransport des Verletzten begonnen. Der in der Trage liegende Patient wird abgeseilt, sein Begleiter ist soweit gehfähig, dass er am Seil gesichert absteigen kann.

Währenddessen wird in der Einsatzzentrale der Bergwacht Oberstdorf weiter organisiert, im Laufe des Abends hat sich in der angrenzenden Schweiz die Wetterlage verbessert; So konnte der nachtflugtaugliche Rettungshubschrauber der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega nach Oberstdorf fliegen.

Der Verletzte wurde während dessen in der Trage zu einem geeigneten Platz abgeseilt. Von dort wird der Patient in Begleitung des Bergwacht-Notarztes an der Rettungswinde des Hubschraubers „REGA 7“ ausgeflogen. Wenig später wurde auch noch der unterkühlte Begleiter vom Hubschrauber ausgeflogen.

Aufgrund der Unterstützung durch die REGA war es möglich, dass alle Bergwachtmitglieder um ein Uhr nachts zurück an der Bergrettungswache waren. Ohne die Hilfe aus der Luft hätte sich die Rettung bis in die frühen Morgenstunden hineingezogen.

Durch die fachgerechte notfallmedizinische Versorgung sowie den schonenden Abtransport erlitten die Betroffenen außer einer Unterkühlung, leichten Erfrierungen, einer Fraktur, diversen Platz- und Schürfwunden keine weiteren Verletzungen.

Wäre kein Handyempfang gewesen - wie an vielen Stellen in den Allgäuer Alpen - hätte diese Tour wohl ein tragisches Ende genommen. Die winterlichen Verhältnisse sowie die Gefahren der Allgäuer Alpen im Januar gleichen denen eines Hochgebirges. Höchstes persönliches Können, gute Ausrüstung und Ortskenntnis sind Voraussetzungen für das Winterbergsteigen.


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bergwacht absturz oytal allgäu



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