Weg ist sie: Brückensprengung bei Burgberg erfolgreich - Ein lauter Knall, eine Druckwelle und viel Staub | Radio AllgäuHIT
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Zack und weg - Innerhalb von wenigen Augenblicken war sie verschwunden
(Bildquelle: AllgäuHIT | Alexander Fleischer)
 
Oberallgäu - Blaichach/Burgberg
Samstag, 16. September 2017
Ein Bericht von Alexander Fleischer
Weg ist sie: Brückensprengung bei Burgberg erfolgreich
Ein lauter Knall, eine Druckwelle und viel Staub

Weg ist sie – für die meisten Oberallgäuer wird es erstmal ein ungewöhnlicher Anblick sein, wenn sie die B19 auf Höhe Blaichach befahren und nicht die große Illerbrücke durchqueren. Tausende Zuschauer waren vor Ort um das Spektakel mit anzusehen.

Bereits seit 28. August ist die Brücke schon gesperrt und wird von Baufirmen bearbeitet. So wurde beispielsweise schon die Rampe in Richtung Kleingartenanlage abgerissen. Grund des geplanten Brückenneubaus, der bis Ende 2018 andauern soll, sind unter anderem eine reduzierte Tragfähigkeit der Brücke, fehlende Breite und Sichtbeziehungen, ein schlechter Allgemeinzustand und nicht zuletzt ein nicht vorhandener Geh- und Radweg.

Brücke unter Tüchern verdeckt
In die 160 Meter langen und 2.000 Tonnen schweren Brücke wurden 165 Kg Sprengstoff eingebracht. Die Brückenpfeiler wurden mit einem senkrechten Bohrloch versehen, in die ebenfalls Sprengstoff eingelassen wurde. Auf der Brücke wurden mehrere jeweils 900 bis 950 Kilogramm schwere Sprengschutzmatten ausgelegt. Diese galten zum Schutz vor herumfliegenden Betonteilen. Wie der Sprengbeauftragte Herr Reisch in einer vorangegangenen Pressekonferenz mitteilte, war bis Donnerstagabend die Wassersituation der Iller leicht angespannt. Wenn diese einen zu hohen Wasserpegel hat, darf die Brücke nicht gesprengt werden um eine Überflutung zu verhindern. Das Wasserwirtschaftsamt Kempten gab aber Entwarnung, wodurch die Sprengung stattfinden konnte.

Sicherheit hat höchste Priorität
Vor einer Sprengung muss von der beauftragten Sprengfirma ein Projektplan erstellt werden. Während dieser Erstellung wurde festgestellt, dass die Brücke ohne eine Gefährdung für Menschen und Gebäude möglich ist, insofern einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Der Brückenbereich wurde in drei Zonen unterteilt. In Zone 1, etwa einem 200 Meter Radius der Brücke, galt ein striktes Aufenthaltsverbot für Personen. In Zone 2, einigen Wohnhäusern in Blaichach, war der Aufenthalt außerhalb von gedeckten Räumen verboten. Die Anwohner mussten ihre Wohnungen also nicht verlassen. In Zone 3 gab es keine Beschränkungen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) postierte sich Flussaufwärts auf einer Kiesbank der Iller. Sie sorgten dafür, dass während des Sprengzeitraumes keine Boote vorbeifuhren. Die Feuerwehr und Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) postierten sich am Rand der Zone 1 sowie in der gesamten Zone 2. Das THW sorgte zusätzlich für die Beleuchtung. Die B19 wurde um 18.00 Uhr komplett gesperrt. Die Polizei befuhr noch einmal die gesamte Strecke, bevor unter der Brücke dann tonnenweise Sand verteilt wurde, um die Bundesstraße nicht zu beschädigen. Trotz der Sperrung der B19 war ein Aufenthalt auf ihr komplett verboten.

Livevideo der Brückensprengung auf Facebook.com/AllgaeuHIT (bei etwa. 10.00 Minuten)

Zuschauerspektakel
Schon eine Stunde vor geplantem Sprengtermin versammelten sich auf Burgberger Seite etwa 1000 Besucher um von einem eingerichteten Zuschauerbereich die Sprengung live zu verfolgen. Bei Bier, Bratwurst und Livemusik konnten die Oberallgäuer den Sonnenuntergang gemeinsam mit der Brückensprengung genießen.

Sprengsignal und nichts passiert?
Exakt um 19.30 Uhr viel das erste Sprengsignal. Kurzdarauf folgte ein zweites – dann zu hören ein Knall – doch es war nichts zu sehen. Die Brücke stand, als wäre nichts gewesen. Diese erste Explosion fand unter Wasser statt und hatte den Zweck Fische zu vertreiben. Eine Minute später folgte ein weiteres Signal und einige Sekunden darauf hörte man den Sprengmeister seinen Countdown rufen. Bei „0“ angekommen passierte doch wieder nichts. Die Explosion zögerte noch einige Sekunden heraus. So manch einem kamen hier vielleicht kurz die Bilder der Sprengung des Bezirkskrankenhauses in Marktoberdorf in den Kopf. Bei der Sprengung blieb ein Teil des Gebäudes stehen und auch nach einer weiteren Sprengung wollte das alte Krankenhaus einfach nicht zusammenfallen. Doch in Blaichach lief alles wie geplant. Kleinere Verzögerungen sind völlig normal. Man sah, wie an einigen Stellen Staubwolken mit Steinbrocken in die Luft flogen und die Brücke daraufhin nach unten fiel. Vor allem die Anwohner in Blaichach spürten anschließend eine starke Druckwelle.

AllgäuHIT-Bildergalerie
Brückensprengung bei Blaichach
 
       
 
       
 
       
 
       
 
       
 
       
 
       
 
       

Hauptaufgabe beginnt nach dem Knall
Die eigentliche Arbeit beginnt nach der Sprengung, so Sprengmeister Herr Reisch, die Bauunternehmer müssen die B19 und die Iller möglichst schnell freiräumen und müssen sich dabei konzentrieren. Der Bereich bleibt also weiterhin gesperrt. Die Iller staute sich durch die Tonnenschweren Betonteile etwas auf. Gegenüber Radio AllgäuHIT wurde aber bestätigt, dass die Pegelschwankungen durch den Regen in den letzten Tagen stärker waren, als der Aufstau durch die Brücke. Acht Bagger machten sich bei Einbruch der Dunkelheit sofort an die Arbeit die großen Brückenteile zu zerkleinern und die B19 sowie die Iller zu beräumen. Ab 05.00 Uhr morgens soll die Bundesstraße dann wieder befahrbar sein.

Verkehrschaos vorprogrammiert?
Durch den im wahrsten Sinne des Wortes „Wegfall“ der Brücke und den dadurch nötigen Umleitungen sehen die meisten Bürger ein Verkehrschaos vorprogrammiert. Landrat Anton Klotz bestätigt, dass insbesondere in den Bereichen Burgberg, Immenstadt und Blaichach ein hohes Verkehrsaufkommen zu erwarten ist. Auch auf Ärger mit den Anliegern ist er vorbereitet: „Das müssen wir aushalten, wir haben keine Alternativen. Ich möchte die Anwohner herzlich darum bitten, dass sie dafür Verständnis haben. Autofahrer müssen in Zukunft um von Blaichach nach Burgberg zu kommen, entweder die Brücke bei Rauhenzell oder in Sonthofen nutzen.


Tags:
sprengung brückensprengung abriss b19 iller



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